Die Zeit auf Island ist zu Ende. Ich danke nochmal Sabine und Jani für die Begleitung in der sehr verrückten und kurzen Zwischenzeit in Berlin.
Ich bin jetzt in Deutschland und es gibt viel zu tun. Ein neues Kapitel hat begonnen.
Dies ist der letzte Blogeintrag. Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.
Dienstag, 28. Dezember 2010
Montag, 27. Dezember 2010
Los.
Ich bin voller Gefühle. Ich kann grad nicht vernünftig denken. Ich kann anmerken, dass ich die letzten 10 Tage in einem Zusatnd außerhalb des Erklärbaren verbracht habe. In einer richtigen WG, die mehr als eine WG ist, in einem grünen Haus, wo Dinge passieren, die man sich nicht ausdenken kann. Es waren einige Reisende, die hier übernachtet haben, Aus Polen und Afrika, aus Alaska.. jeden Tag im Wandel, jeden Tag aufs neue überraschend. Und es ist mir schlagartig klar geworden, wie sehr ich mich verändert hatte. Wie sehr ich die neue Kraft bekommen habe, mich weiterhin zu verändern. Es gibe sehr viel zu erzählen, all das neue in mir, all die Gefühle, die ich zu meinen Mitbewohnern empfinde, all ihre Geschichten. Vielleicht stellt es das ganze Island davor in den Schatten, vielleicht ist es eine Brücke in die Zukunft, in die Zukunft, für die ich konkrete Pläne habe. Arbeiten, an sich arbeiten, reisen, und dann studieren. Es gibt noch viel mehr, aber es ist alles viel zu persönlich für diesen Blog. Ich habe viele Emials geschrieben gestern, und da steht eigentlich alles was in mir grad vorgeht. Ein Brief und einige Postkarten volgen morgen.
Ich möchte mich bei allen Menschen, die meinen Blog gelesen haben und so meine Reise verfolgt haben, bedanken. Und ich möchte mir auch entschuldigen, für Briefe und Emails, die ich nicht verschickt habe. Jenny, ich überlasse dir mein Island. Du kommst in 2 Wochen und du wirst leider Jónsis Konzert verpassen, aber ich sag dir, ich hab ihn gesehen, er stand neben mir, er war betrunken und ehrlich, es ist es nicht wert, ihn zu sehen. Es gibt so viele Dinge, die man hier erleben kann. Ich hoffe du wirst Kontakt zu diesen lieben Menschen finden, mit den ich jetzt viel verbinde und den ich viel zu verdanken habe. Sorry, dass meine letzten Emails eher wie zerknüllte Papierblätter als Briefe ausgesehen haben.
Ich möchte mich auch bei Elena entschuldigen. Ich hab unseren letzten Gespräch einfach abgebrichen, gerade da, wo du es nötig hattest. Ich denke wirklich an dich und ich werde mir demnächst die Zeit nehmen, um mit dir vernünftig zu reden.
Und als letztes möchte ich mich bei Sebastian entschuldigen. Es gibt keinen Grund, wieso ich dir nicht geschrieben habe, aber ich habe viel an dich gedacht. Ich hoffe du hast nicht allzu sehr auf mich gezählt. Wir werden wieder in unsérem Forum chatten, wenn ich zurückkomme, und ich habe dir vieles vieles zu berichten, was sich verändert hatte. Alle anderen, die mir wichtig sind und die nicht schon von Anfang an gegrüßt wurden. Wer meine Schneeflocke bekommen hat, und meine Email. Ihr wisst alles, was ich sagen möchte. An alle, alle, die jetzt diesen Beitrag lesen: seid nicht verwirrt. Es ist meine letzte Nacht hier auf Island und ihr könnt euch vorstellen, wie emotional so eine Nacht ist. Morgen Flug Keflavik-Berlin Berlin-Stuttgart. Es gibt grad nichts mehr zu sagen..
Im täglichen Wandel des Hauses, wo ich grad wohne, sind fast alle meine Mitbewohner und ihre Gäste weg. Ein letzter Gruß geht an meine letzte isländische Mitbewohnerin, die grad schweigend mir gegenüber sitzt und nachdenklich im Fenster nach der Wahrheit sucht. Neben ihr auf der Heizung trocknen Zitronen vor sich hin.
Ich möchte mich bei allen Menschen, die meinen Blog gelesen haben und so meine Reise verfolgt haben, bedanken. Und ich möchte mir auch entschuldigen, für Briefe und Emails, die ich nicht verschickt habe. Jenny, ich überlasse dir mein Island. Du kommst in 2 Wochen und du wirst leider Jónsis Konzert verpassen, aber ich sag dir, ich hab ihn gesehen, er stand neben mir, er war betrunken und ehrlich, es ist es nicht wert, ihn zu sehen. Es gibt so viele Dinge, die man hier erleben kann. Ich hoffe du wirst Kontakt zu diesen lieben Menschen finden, mit den ich jetzt viel verbinde und den ich viel zu verdanken habe. Sorry, dass meine letzten Emails eher wie zerknüllte Papierblätter als Briefe ausgesehen haben.
Ich möchte mich auch bei Elena entschuldigen. Ich hab unseren letzten Gespräch einfach abgebrichen, gerade da, wo du es nötig hattest. Ich denke wirklich an dich und ich werde mir demnächst die Zeit nehmen, um mit dir vernünftig zu reden.
Und als letztes möchte ich mich bei Sebastian entschuldigen. Es gibt keinen Grund, wieso ich dir nicht geschrieben habe, aber ich habe viel an dich gedacht. Ich hoffe du hast nicht allzu sehr auf mich gezählt. Wir werden wieder in unsérem Forum chatten, wenn ich zurückkomme, und ich habe dir vieles vieles zu berichten, was sich verändert hatte. Alle anderen, die mir wichtig sind und die nicht schon von Anfang an gegrüßt wurden. Wer meine Schneeflocke bekommen hat, und meine Email. Ihr wisst alles, was ich sagen möchte. An alle, alle, die jetzt diesen Beitrag lesen: seid nicht verwirrt. Es ist meine letzte Nacht hier auf Island und ihr könnt euch vorstellen, wie emotional so eine Nacht ist. Morgen Flug Keflavik-Berlin Berlin-Stuttgart. Es gibt grad nichts mehr zu sagen..
Im täglichen Wandel des Hauses, wo ich grad wohne, sind fast alle meine Mitbewohner und ihre Gäste weg. Ein letzter Gruß geht an meine letzte isländische Mitbewohnerin, die grad schweigend mir gegenüber sitzt und nachdenklich im Fenster nach der Wahrheit sucht. Neben ihr auf der Heizung trocknen Zitronen vor sich hin.
Dienstag, 14. Dezember 2010
meine lieben Leserinnen und Leser. ich hab grad n Essay geschrieben und möchte es euch präsentieren. Ich musste für einen Kurs meine Island-Erfahrung zusammenfassen. Ich dachte mal, es gehört ganz gut hier rein. Tut mir Lied wenn mein Englisch zu schlecht und tut mir noch mehr Leid wenn euer Englisch noch schlechter ist. Wie immer gilt: Wer Schreibfehler findet, darf sie behalten. Viel Spaß.
How to survive Iceland
a guide from an exchange student from the year 2010
First of all: forget most of the things you've been told about Iceland, especially when you saw it on the TV. Most of the good, but also most of the bad things. Let's talk about weather. Iceland is truly big and has a big variety of landscape and climate as well. There are places in this country where the temperature reach -40 in the winter, but you will hardly be at such places at all, I don't speak about living there. As an exchange student you will most likely stay in the capital, in Reykjavik, and you will wonder about the name of the country, because you will be lucky if you see any snow in the wintertime. While the whole Europe is suffering under temperature -15 with blizzards blocking the streets all the time, in Reykjavik the temperature never gets under -5 in winter and in summer it is +15 or +20. It is true, that the weather can change really fast, rain and clouds come out of nowhere, but the good thing about it is that the rain also disappear when you are not expecting this. And you will be surprised how much sun you will get, especially in the summertime. Anyway, don't pack too much warm clothes, be rather prepared for November-weather during 5 months of winter.
Icelandic nature. It is really true, Icelandic nature is the most worth seeing it thing in this country. You will need good shoes, a warm and (!) waterproofed jacket and many pairs of socks. Buying a good Icelandic sweater is also a good investment. It can get really windy, really cold in the mountains, near glaciers and an small islands. But please, don't mix up the countryside and Reykjavik, don't walk in the city like you are on a hiking trip, this looks ridiculous. So forget surviving Iceland, it is more like living here in this country. Don't forget sunglasses, some t-shirts and suncream for the summer - you will be surprised how good the northern sun can burn your skin, especially if it's shining the whole day. And take you swimming suit and a towel as often as possible with you. You will be surprised how many hot springs and swimming pools you will find. But back to the nature: to spend a while in Iceland and not to see any of it's true beauty is a waste of time. Colorful sulfur landscapes, geysers, fjords, glaciers, glacier rivers, waterfalls - frozen or not frozen, but always free to see, unless you have fog all around you, which happens sometimes in Iceland. There are some trees in Iceland, mostly it's small birches, but there are some forests around Reykjavik and Akureyri as well. When you travel in Iceland you will get familiar with names such as Snæfellsness, Landmannalaugar, Vik, Myvatn, Dimmuborgir, Westfjords and Vestmannaeyjar. There are no words which can describe the beauty of this places, you have to see them on your own. Just make sure you don't waste your time and money on such Icelandic offers like "whale watching" or "the golden circle". If you want to behave like a tourist go to Egypt or Spain or something. Iceland is a really wrong place for this. Of course you will find a lot of tourists paying 100€ to get on a boat and see a tail of a whale 1 km far away maybe or maybe not or to take a bath in the Blue Lagoon with hundreds other tourists while a lot of absolutely free hot springs are waiting outside in the nature.
Icelanders. I already told that Icelandic nature is incredibly unique and beautiful. And you might have heard that Icelanders are very conscious about the environment and are in love with the nature. Forget it. Icelanders are influenced by the American wasting culture, they love to drive big car leaving their engine on all the time and they are using the thermal energy to run huge aluminum smelts. The only reason why Icelandic nature seem to be so pure and untouched is that Iceland just has not enough population to destroy it, to build a lot of highways, factories and rail ways. Nevertheless, you can always drink Icelandic water (in Reykjavik you just have to ignore the sulfuric smell of the hot water, you will get used to it), to breath Icelandic air is a pure pleasure, and the lack of highways and trains will make you enjoy every kilometer of your journey around the country and see things which see most Icelanders never want to see. They live more and more in the area of Reykjavik and hardly want to go somewhere else. If you want to get to know many Icelanders, you have to make the first step. First you will find them rude and arrogant. You will make the experience that they just go away without saying something once they know that you are not from Iceland. And look very strange at you when you try to speak Icelandic with them. But then you will recognize how friendly and how helpful they can be. One Icelander just took me on a tour around Reykjavik with his car and another one just let the cinema open for me and my friends, so we had our private cinema for one night. Such things are possible, but you have to work an it. Also you have to work on learning Icelandic, because it is really hard to get out if the circle of Erasmus students. There is an Icelandic language course in summer in the West Fjords. Take it. There is another one during the semester in the university, and also one for foreigners in the "multi kulti" store on Barónsstígur. Take it, do it, and it's still not enough. Really everybody speaks here almost perfectly English and some old people who don't, speak pretty well German or Danish - the will rather wanting to explain something to you in Danish then to speak with your strange Icelandic. But the hard work pays off - Icelandic language is very old and beautiful and pure as well, although the Icelandic of the young people is polluted a lot by English words, more then I ever experienced in other languages. You should get used to such words as "næs" (nice) or "bissí" (busy). And don't worry about improving your English in this country. You will do it, no matter if you want or not.
The Student life. There is one secret about the Language Course in Núpur in the Westfjords: you don't learn any Icelandic, but you will have better English and 90 friends after it. This is where it all starts, this is where you get your Icelandic family of Erasmus students. Do it or you will regret it. By the time you are in Reykjavik you will already have so many people to spend time with, which guarantees you a really good time during your semester or two in Iceland. This is not special for Iceland, this happens everywhere with the exchange students: chaos, maybe first experiences of living alone, living with friends, special relationships between people from different countries when they know that they have to go away from each other. A lot of dramatic moments, of course, but also a lot of happiness finding true friends, because the strong experiences are binding people so strong together as it they would know each other for 20 years. And then, in winter, guys playing football in the snow and girls are knitting in the long, dark hours. And you will find out that it is impossible to walk on Laugavegur and not to meet someone you know and you can talk to. In the rare moments when this doesn't happen you just go to The Church (you will know which one - you see it everywhere in the town) and look into one of many many guesthouses where students are living: there will be always something going on. And be prepared to get to know all the German, Spanish, French and Finnish people and, of course, British people, their habits and accents. It will be a part of your normal life knowing that when a Spanish student says "I like too much" a German one, aware of the rules of the English languages, replies "this goes not!" and will ask you, what are you "sinking" about it.
Akureyri. A lovely town of 17. thousand people, the capital of the North. If you are becoming a lucky member of a university in Akureyri, don't worry: you can spend a really nice time there, the students are not that much, so it will be like a big family and you will know personally every exchange student. And there is a bigger possibility to get in touch with the Icelanders. Also Akureyrian water doesen't have this awful sulfuric taste like in Reykjavik, in Akureyri it never gets as windy as in Reykjavik and in general the weather is better: a lot of snow in winter with a bit colder temperature but also warmer summers with more sun. The buses are for free. And, hearts all over the town. Akureyri is the city of love, you should know it.
Icelandic night and day life. The most strange thing about Iceland: on one hand you are in the middle of nowhere on the other hand you feel like in the middle of the world. Icelandic bands don't go on tour around Iceland, because there is nowhere to go: 75% of the population lives on 5 km2 in and around Reykjavik. So it is very likely to see all famous Icelandic people just on the street or in the next cafe. I saw Björk ones and I saw the car of the Icelandic president twice. This does not surprise me anymore. But this is also a part of the Icelandic experience: all the concerts of the Icelandic bands in Reykjavik. The style of the Icelandic bands is not for everybody, many of them are, like my English friend says, "sigurrossy", asleep and slow music, perfectly matching to the image of Iceland. But if you want, you will find music from Iceland you like: the music scene has many unique and nice bands, just don't compare everything to Björk and Sigur Ros. And this bands can be everywhere: in clubs, in book stores, in the university, on the street and even on Hlemmur, the bus station - and half of them are for free. Don't miss the "Icelandic Airwaves", the festival where you can be sure to see the most active Icelandic bands of this time. Like I said, there is nowhere else to go and no foreign bands come to Iceland. Reykjavik just don't have any big concert halls and big discos, like we are used to see them in the rest of the Europe since the 80's. Everything in Iceland seem to be frozen in time more or less. Icelandic clubs are very special. They are small and with very concentrated energy inside. And they are always crowded on the weekends. This is a typical Icelandic party: very crowded, everything is moving and everything is very wild. (just watch 101 Reykjavik..) You get beer spilled all over you clothes, there will be a lot of broken glass under your shoes, but the experience of the Icelandic rude friendliness and taking everything easy will take over you and you will enjoy the party no matter if it's the mainstream music in Zimsen or Oliver, rock in the Bar 11, electro in Factory, alternative music in Bakkus or pure hell in Kaffibarin. Icelanders usually don't drink during the week, but they get really drunk on the weekends. So you definitely will not get bored of the nightlife in Reykjavik, just be ready that all the names I listed will not exist any more, because all the cafes and clubs are quickly moving and changing their names. About the cafes I can say that there is no cozier place to sit inside then Babalu and there is no better cake then the cheese cake in Babalu. As a proof of it you can see that people from all over the world keep sending postcards to Babalu ones they have been there. In general: Laugavegur, the main walking street in Reykjavik, is full of surprises, but you never will find a shop you want. After you spend mouths wandering where all the Icelanders get their clothes and other things you will discover the flee market at the harbour, and since then you will have at least one thing to do every weekend. And take time to find out, what's the strange places and exhibitions on the Hverfisgata are all about. Once you know it, your mind will never be the same again.
After all, you ask yourself, what to do in Iceland, as an exchange student. Basically studying, of course. I won't write much about this most important part of the life as an (exchange) student, because it is very different depending on what you study. You can have it hard or easy, exciting or boring, with essays, presentations, exams or without them. Just male sure you choose the right courses. And after a while you will understand what it means, to sit in Haskólatorg and drink Kokomjólk after you got you Kennitala and have an access to Ugla.
Grigory from Germany, 2010.
How to survive Iceland
a guide from an exchange student from the year 2010
First of all: forget most of the things you've been told about Iceland, especially when you saw it on the TV. Most of the good, but also most of the bad things. Let's talk about weather. Iceland is truly big and has a big variety of landscape and climate as well. There are places in this country where the temperature reach -40 in the winter, but you will hardly be at such places at all, I don't speak about living there. As an exchange student you will most likely stay in the capital, in Reykjavik, and you will wonder about the name of the country, because you will be lucky if you see any snow in the wintertime. While the whole Europe is suffering under temperature -15 with blizzards blocking the streets all the time, in Reykjavik the temperature never gets under -5 in winter and in summer it is +15 or +20. It is true, that the weather can change really fast, rain and clouds come out of nowhere, but the good thing about it is that the rain also disappear when you are not expecting this. And you will be surprised how much sun you will get, especially in the summertime. Anyway, don't pack too much warm clothes, be rather prepared for November-weather during 5 months of winter.
Icelandic nature. It is really true, Icelandic nature is the most worth seeing it thing in this country. You will need good shoes, a warm and (!) waterproofed jacket and many pairs of socks. Buying a good Icelandic sweater is also a good investment. It can get really windy, really cold in the mountains, near glaciers and an small islands. But please, don't mix up the countryside and Reykjavik, don't walk in the city like you are on a hiking trip, this looks ridiculous. So forget surviving Iceland, it is more like living here in this country. Don't forget sunglasses, some t-shirts and suncream for the summer - you will be surprised how good the northern sun can burn your skin, especially if it's shining the whole day. And take you swimming suit and a towel as often as possible with you. You will be surprised how many hot springs and swimming pools you will find. But back to the nature: to spend a while in Iceland and not to see any of it's true beauty is a waste of time. Colorful sulfur landscapes, geysers, fjords, glaciers, glacier rivers, waterfalls - frozen or not frozen, but always free to see, unless you have fog all around you, which happens sometimes in Iceland. There are some trees in Iceland, mostly it's small birches, but there are some forests around Reykjavik and Akureyri as well. When you travel in Iceland you will get familiar with names such as Snæfellsness, Landmannalaugar, Vik, Myvatn, Dimmuborgir, Westfjords and Vestmannaeyjar. There are no words which can describe the beauty of this places, you have to see them on your own. Just make sure you don't waste your time and money on such Icelandic offers like "whale watching" or "the golden circle". If you want to behave like a tourist go to Egypt or Spain or something. Iceland is a really wrong place for this. Of course you will find a lot of tourists paying 100€ to get on a boat and see a tail of a whale 1 km far away maybe or maybe not or to take a bath in the Blue Lagoon with hundreds other tourists while a lot of absolutely free hot springs are waiting outside in the nature.
Icelanders. I already told that Icelandic nature is incredibly unique and beautiful. And you might have heard that Icelanders are very conscious about the environment and are in love with the nature. Forget it. Icelanders are influenced by the American wasting culture, they love to drive big car leaving their engine on all the time and they are using the thermal energy to run huge aluminum smelts. The only reason why Icelandic nature seem to be so pure and untouched is that Iceland just has not enough population to destroy it, to build a lot of highways, factories and rail ways. Nevertheless, you can always drink Icelandic water (in Reykjavik you just have to ignore the sulfuric smell of the hot water, you will get used to it), to breath Icelandic air is a pure pleasure, and the lack of highways and trains will make you enjoy every kilometer of your journey around the country and see things which see most Icelanders never want to see. They live more and more in the area of Reykjavik and hardly want to go somewhere else. If you want to get to know many Icelanders, you have to make the first step. First you will find them rude and arrogant. You will make the experience that they just go away without saying something once they know that you are not from Iceland. And look very strange at you when you try to speak Icelandic with them. But then you will recognize how friendly and how helpful they can be. One Icelander just took me on a tour around Reykjavik with his car and another one just let the cinema open for me and my friends, so we had our private cinema for one night. Such things are possible, but you have to work an it. Also you have to work on learning Icelandic, because it is really hard to get out if the circle of Erasmus students. There is an Icelandic language course in summer in the West Fjords. Take it. There is another one during the semester in the university, and also one for foreigners in the "multi kulti" store on Barónsstígur. Take it, do it, and it's still not enough. Really everybody speaks here almost perfectly English and some old people who don't, speak pretty well German or Danish - the will rather wanting to explain something to you in Danish then to speak with your strange Icelandic. But the hard work pays off - Icelandic language is very old and beautiful and pure as well, although the Icelandic of the young people is polluted a lot by English words, more then I ever experienced in other languages. You should get used to such words as "næs" (nice) or "bissí" (busy). And don't worry about improving your English in this country. You will do it, no matter if you want or not.
The Student life. There is one secret about the Language Course in Núpur in the Westfjords: you don't learn any Icelandic, but you will have better English and 90 friends after it. This is where it all starts, this is where you get your Icelandic family of Erasmus students. Do it or you will regret it. By the time you are in Reykjavik you will already have so many people to spend time with, which guarantees you a really good time during your semester or two in Iceland. This is not special for Iceland, this happens everywhere with the exchange students: chaos, maybe first experiences of living alone, living with friends, special relationships between people from different countries when they know that they have to go away from each other. A lot of dramatic moments, of course, but also a lot of happiness finding true friends, because the strong experiences are binding people so strong together as it they would know each other for 20 years. And then, in winter, guys playing football in the snow and girls are knitting in the long, dark hours. And you will find out that it is impossible to walk on Laugavegur and not to meet someone you know and you can talk to. In the rare moments when this doesn't happen you just go to The Church (you will know which one - you see it everywhere in the town) and look into one of many many guesthouses where students are living: there will be always something going on. And be prepared to get to know all the German, Spanish, French and Finnish people and, of course, British people, their habits and accents. It will be a part of your normal life knowing that when a Spanish student says "I like too much" a German one, aware of the rules of the English languages, replies "this goes not!" and will ask you, what are you "sinking" about it.
Akureyri. A lovely town of 17. thousand people, the capital of the North. If you are becoming a lucky member of a university in Akureyri, don't worry: you can spend a really nice time there, the students are not that much, so it will be like a big family and you will know personally every exchange student. And there is a bigger possibility to get in touch with the Icelanders. Also Akureyrian water doesen't have this awful sulfuric taste like in Reykjavik, in Akureyri it never gets as windy as in Reykjavik and in general the weather is better: a lot of snow in winter with a bit colder temperature but also warmer summers with more sun. The buses are for free. And, hearts all over the town. Akureyri is the city of love, you should know it.
Icelandic night and day life. The most strange thing about Iceland: on one hand you are in the middle of nowhere on the other hand you feel like in the middle of the world. Icelandic bands don't go on tour around Iceland, because there is nowhere to go: 75% of the population lives on 5 km2 in and around Reykjavik. So it is very likely to see all famous Icelandic people just on the street or in the next cafe. I saw Björk ones and I saw the car of the Icelandic president twice. This does not surprise me anymore. But this is also a part of the Icelandic experience: all the concerts of the Icelandic bands in Reykjavik. The style of the Icelandic bands is not for everybody, many of them are, like my English friend says, "sigurrossy", asleep and slow music, perfectly matching to the image of Iceland. But if you want, you will find music from Iceland you like: the music scene has many unique and nice bands, just don't compare everything to Björk and Sigur Ros. And this bands can be everywhere: in clubs, in book stores, in the university, on the street and even on Hlemmur, the bus station - and half of them are for free. Don't miss the "Icelandic Airwaves", the festival where you can be sure to see the most active Icelandic bands of this time. Like I said, there is nowhere else to go and no foreign bands come to Iceland. Reykjavik just don't have any big concert halls and big discos, like we are used to see them in the rest of the Europe since the 80's. Everything in Iceland seem to be frozen in time more or less. Icelandic clubs are very special. They are small and with very concentrated energy inside. And they are always crowded on the weekends. This is a typical Icelandic party: very crowded, everything is moving and everything is very wild. (just watch 101 Reykjavik..) You get beer spilled all over you clothes, there will be a lot of broken glass under your shoes, but the experience of the Icelandic rude friendliness and taking everything easy will take over you and you will enjoy the party no matter if it's the mainstream music in Zimsen or Oliver, rock in the Bar 11, electro in Factory, alternative music in Bakkus or pure hell in Kaffibarin. Icelanders usually don't drink during the week, but they get really drunk on the weekends. So you definitely will not get bored of the nightlife in Reykjavik, just be ready that all the names I listed will not exist any more, because all the cafes and clubs are quickly moving and changing their names. About the cafes I can say that there is no cozier place to sit inside then Babalu and there is no better cake then the cheese cake in Babalu. As a proof of it you can see that people from all over the world keep sending postcards to Babalu ones they have been there. In general: Laugavegur, the main walking street in Reykjavik, is full of surprises, but you never will find a shop you want. After you spend mouths wandering where all the Icelanders get their clothes and other things you will discover the flee market at the harbour, and since then you will have at least one thing to do every weekend. And take time to find out, what's the strange places and exhibitions on the Hverfisgata are all about. Once you know it, your mind will never be the same again.
After all, you ask yourself, what to do in Iceland, as an exchange student. Basically studying, of course. I won't write much about this most important part of the life as an (exchange) student, because it is very different depending on what you study. You can have it hard or easy, exciting or boring, with essays, presentations, exams or without them. Just male sure you choose the right courses. And after a while you will understand what it means, to sit in Haskólatorg and drink Kokomjólk after you got you Kennitala and have an access to Ugla.
Grigory from Germany, 2010.
Sonntag, 12. Dezember 2010
Ísland er stórasta land í heimi!
Island ist das größte Land der Welt. Diesen (möglicherweise grammatisch unkorrekten) Satz sagte mal die Frau des isländischen Präsidenten. Nein, Island ist DIE Welt. Die Zivilisation erstreckt sich auf einem km2 des 101 Reykjavik. Der Rest der Menschheit lebt auf weiteren 5 km2: In Reykjavík, Kópavogur und Hafnarfjörður. Ab dann ist Schluss. Hunderte von km2 Wüste, Tausende von km2 Ozean. Und so müssen wir uns alle über den Weg laufen, in dieser winzigen, aber sehr hoch konzentrierten Welt. Isländische Bands gehen nicht auf Tour. Sie treten immer wieder in Reykjavik auf: in Factory, in Sodoma, in dem einen oder anderen Buchladen, auf der Straße - eigentlich überall, wo man Strom und Publikum finden kann. Und sie sind alle hier: sie leben und arbeiten um die Ecke. Es überrascht mich nicht mehr, Björk in einem Buchladen beim Konzert von "Amiina" zu sehen, später einer Musikerin von "Amiina" an der Ampel am Hlemmur, dem Busbahnhof, (20 Meter von meiner Haustür) zu begegnen, "Múm" (eine weltweit bekannte Band, deren Musik mir schon vor mehr als 5 Jahren von einer Freundin in Moskau gegeben wurde) zu sehen, als sie ganz still in der Ecke bei einer Kunstausstellung Hintergrundmusik machen, und dann, nach 5 Monaten Aufenthalt in diesem Land wird mir schlagartig klar, dass ich mit dem Gitarristen von "Útidúr" und dem Schlagzeuger von "Agent Fresco" einen Semester lang in einem Kurs saß, dass sie alle mit mir an dieser Uni Englisch studieren. Und auch wenn diese Bands nicht so der große internationale Knall sind, auch wenn sie außerhalb von Island kaum bekannt sind, in Deutschland wären solche Bands überall in den vielen Städten zerstreut, selbst wenn sie "irgendwo in Berlin" wären, Berlin ist riesig, da kann man sie verlieren und verlaufen. Ich war nur 2 Tage in Berlin, aber ich habe sieben Jahre in einer Stadt verbracht, in die das 2fache an Bevölkerung von Island rein passt, also das 4fache von Reykjavik, und nie ist mir was vergleichbares passiert. Wir sind hier wahrlich am Arsch der Welt, aber ich glaube nicht, dass irgendein anderer Ort der Erde das Gefühl geben könnte, im Mittelpunkt der Welt zu sein als diese Insel, dieses Land ohne Autobahnen, ohne Züge, ohne Wälder und nur mit einer einzigen Stadt. Und Útidúr sind wirklich wunderbar. Gestern Nacht ist es passiert. Das Erste Mal, dass mich eine isländische Band überzeugen konnte. Ich habe Útidúr gestern das dritte Mal gesehen, bei dem jetzt schon legendären Konzert in Factory, wo ein gutes Drittel des Publikums aus unserer Erasmus-Familie bestand, in der Nacht, in der ich die ersten glücklichen Gesichter sah, frei von Lernerei, teilweise betrunken und strahlend, wie noch nie. Und bald schon werden diese Gesichter erneut strahlen, diesmal werden es Tränen des Abschieds...
Freitag, 10. Dezember 2010
ich nehme mir mal die Freiheit und verlinke ein paar gute Blogs der Austauschstudenten in Island
http://stanielcay.tumblr.com/
http://antonsdottir.blogspot.com/
http://flugfiskur-iceland.blogspot.com/
http://ploetzlichwinter.blogspot.com/
http://far-far-ahe.blogspot.com/
Außerdem gibt es noch lange Blogs in Spanisch und Finnisch, aber das erspare ich euch.
Sehr bewegendes Wochenende steht bevor. Unzählige Abschiede. Und ein bisschen lernen..
http://stanielcay.tumblr.com/
http://antonsdottir.blogspot.com/
http://flugfiskur-iceland.blogspot.com/
http://ploetzlichwinter.blogspot.com/
http://far-far-ahe.blogspot.com/
Außerdem gibt es noch lange Blogs in Spanisch und Finnisch, aber das erspare ich euch.
Sehr bewegendes Wochenende steht bevor. Unzählige Abschiede. Und ein bisschen lernen..
Dienstag, 7. Dezember 2010
Es ist Freitag Abend ich bin im Húsið und das Wochenende verspricht, nichts besonderes zu sein. DJ spielt wunderbare Soulmusik zu der 3,5 Leute sehr funky moves an den Tag legen. Formationen von fliegenden Fischen, Limbotänzern und atemberaubenden Brettakrobaten entstehen vor den Augen des Betrachters, der selbst auch Teilnehmer ist, so viele Leute sind ja nicht da. In der Tür links wird diskutiert und die anarchistischen Bücher schauen gefährlich und kritisch von ihren Regalen herab. Aber eigentlich herrscht Frieden in diesem Haus. Man kann oben was kindisches zeichnen und den wagen Klavierklängen zuhören, dabei schwedische Hundebefehle lernen und mit den Hunden spielen. Ich werde bestimmt morgen nicht mehr mit Hunden spielen, denke ich mir. Wird sich noch als falsch erweisen. In der Küche/Freeshop wird es ständig abgewaschen und die bescheuertsten Kombinationen anprobiert, während in der Bücherei bei Kräutertee und einem unvergesslichen Kuchen schon Pläne geschmiedet werden, sich mit Moonshine das Wochenende zu ruinieren. Was ist Moonshine, frage ich, und als ich die Antwort erhalte, frage ich mich, ob mein Wochenende denn auch so spektakulär verlaufen könnte. Heute läuft was im Bakkus. Da wird n Keller eröffnet. Ich bin ganz aufgeregt und will dahin, bin ich im Laufe des Abends begreife, dass ich bereits in einem Keller bin und das was gerade hier passiert ist genau das, was ich erwarte. Die Bakkuspläne verschwinden nach und nach, genauso schwindet das eh schon geringe Partyvolk. Langeweile macht sich breit. In der Küche brennt kein Licht mehr, und als der letzte Teller abgewaschen wird, höre ich, dass es geplant wird, auf nen Trip in die Highlands zu gehen. Ja, ich höre sogar was von Schlafsack und Zelt und Klettern. Sind sie irre, denke ich mir.. Nein, doch Couchsurfing. Trotzdem Schlafsack, sind ja fremde Betten. Ich habe keinen Schlafsack. Aber heiße Quellen, klingt verlockend. Und Klettern ist übertrieben gesagt. Och, eigentlich gibt es kein Platz mehr im Auto..
Und einen Tag später, Punkt um 6 Uhr morgens wache ich auf in Akureyri, ich glaubt es kaum, in einem Schlafsack, bis Sonnenaufgang ist es noch richtig viel Zeit und ich habe einiges zu tun. Die erste Stunde verbringe ich mit wunderbar kitschigen isländischen Musik aus dem Radio, und als ich beim zweiten Mal Hören den Song "Jólafeeling" verinnerliche, schiebe ich mich mit meiner ganzen Faulheit aus dem Bett und beginne ein geschäftiges Treiben durch die Treppe, Gänge, Wohnzimmer und Küche des Guesthouses, den ich erst seit einer Nacht überhaupt kenne. Alle anderen schlafen. Jólafeeling. 'Meira Jólamanni í Reykjavik!', skandierten wir auf den Fahrrädern der Critical Mass. Mehr Weihnachtsmänner sollen sie in Reykjavik haben. In Akureyri sind sie da bescheidener. Die Stadt ist voller Herzen. Rote Herzen sind auf den Ampeln zu sehen, wenn sie zum Halten auffordern. Ein großes blinkendes Herz erleuchtet die andere Seite des Eyjafjörður. So ist es, meine lieben, Akureyri ist seit 2009 die Stadt der Liebe. So wollen sie der Finanzkrise entgegenwirken, die Leute glücklicher machen und die doch lächerliche Population von 17 Tausend vielleicht mal verdoppeln. Zu diesem Zweck sind auch an jeder Ecke Kindergärten, Kinderzentren und Spielplätze aus dem Boden geschossen. Und, liebe Romantiker, ist das nicht schön, 'hey, gibt mir eine Chance, wir sind doch in der Stadt der Liebe', steigert das nicht die Chancen auf ein erfolgreiches Date? Nachdem meine Spuren im Zimmer verwischt sind, denn ich bin nur halb legal dort übernachtet, und alles mit einer Hotelperfektion wieder hergerichtet ist, bin ichwie ein echter Mann auf der Jagt nach Joghurt durch diesen einsamen Sonntag in der Stadt der Liebe. Ich werde fündig, natürlich, in dem ewig-offenen 10-11, aber selbst der wirkt wie ausgestorben. Da entsteht wie aus dem nichts eine mürrische Verkäuferin, stellt sich an ihren Posten und verharrt bewegungslos, darauf wartend, dass ich die Ware endlich zur Kasse bringe. Ich lasse mir Zeit. Die Wahl eines Joghurts und einer Orange zu so einer Angelegenheit ist echt nicht einfach. Wieder an der Kasse beobachte ich die Verkäuferlady. Das mit dem Stadt der Liebe ist wohl an ihr völlig vorbei gegangen. Eine irrsinnige Weihnachtsmütze vollendet das Bild einer einsamen Ladendeko an einem Sonntagsmorgen. Ob ich der letzte Kunde war, und sie wieder in eine andere glücklichere Welt verschwunden ist, womöglich für immer? Geistert sie um die heißen Quellen im Norðurland herum und hindert die Touristen daran, sie zu erreichen? Man weiß es nicht, aber ein ähnliches Wirken haben wir später gespürt. Auf dem Rathausplatz steht ein schöner Weihnachtsbaum. Eine chinesische Touristin fotografiert ihn sorgfältig. Eine Einzelgängerin. Gemütlich in den Morgen umhüllt, fern von Lärm und dem Gedränge ihrer Heimat, endlich Freiraum, für alle Wege, für alle Gedanken.. Ich hätte sie auf einen Spaziergang am Hafen einladen müssen, denke ich mir später. Der Weihnachtsbaum ist echt größer und schöner als der in Reykjavik. So wie ich am nächsten Tag bei der wilden Per-Anhalter-Verfolgungsjagt von dem Fahrer höre, ist in dieser Stadt wohl alles besser: die Krise war wohl weniger schlimm als in der Hauptstadt, die Winter sind kälter und mit Schnee und die Sommer wärmer. Wenn sich jede Stunde dort so anfühlt wie jener Morgen, werde ich vielleicht dorthin umziehen. Am Hafen, im beginnenden Schimmern des Lichtes, stieg ich über eine Schranke an die äußerste Spitze der Küste, wo eine Hälfte von einem Boot senkrecht im Boden steckt, darin ein Sitz, und ein Regal, wo ich mit Leben gefüllte Arbeiterhandschuhe vorfinde. Ich zelebriere mein Frühstück im Boot und verfolge den Sonnenaufgang hinter den Bergen, ja, ich sehe die Sonne nicht, aber ich weiß genau, sie ist da, und es hat ja auch was, in diesem Licht ohne Schatten zu leben und im Februar wird ja die Sonne wieder kommen.
Immer noch wie verzaubert nehme ich lange Wartestunden sehr leicht hin, auch keine Telefonverbindung, jedoch Hunger zu haben, macht mir nichts aus. 20 nach dem weg gefragte Isländer und 3 Kilometer später bin ich zu unserer Zentrale vorgedrungen, wo schon das Auto, Essen und die ganzen Leute auf mich warteten. Und, ein Hund, den die Schwester von unserem Freund von den Farörer Inseln mitgebracht hat. Diesmal gab es Hundebefehle auf Isländisch, jedoch sind wir in den Genuss der neuen Sprache auf dem Weg gekommen, als die Farörer Familie: er am Steuer und sie neben ihm vorne saßen und über irgendetwas plauderten. Es mag vielleicht enttäuschend klingen, dass wir einen einzigen Ort an diesem Tag besucht haben, dazu noch einen, den ich schon gesehen habe, das fühlte sich aber völlig erfüllend an. Es war eine heiße Quelle auf dem Weg nach Myvatn, der ich das letzte Mal mit ziemlicher Angst begegnet bin und nur meine Füße darin versenkt habe. Die Quelle hatte es auch in sich. Nicht der Schwefelgeruch, den uns, Hauptstadtkindern sogar sehr heimisch vorkam, es waren die etwa 47 Grad des Wassers, die das Eintauchen doch zu einem ziemlichen Theater gemacht haben, oder - besser gesagt, Oper? Denn die Laute, die ein weibliches Mitglied unserer Gruppe von sich gegeben hat, würden jede Aufnahmeprüfung in der härtesten italienischen Musikschule bestehen. Man stelle sich diese Frau beim Kinder gebären vor... Letztendlich, mit Ach und Krach, waren wir zur Hälfte drin. Ein paar Füße, ein paar Beine, ein paar ganze Körper.. Ich kann jedenfalls mit Stolz sagen, dass ich bis zur Hälfte ins Wasser geschafft habe. Und ich habe gelernt: was sich bewegt, fühlt sich stärker an. Heißer. Oder auch kälter, wie ich am nächsten Tag noch bitterlich erleben durfte. Also, nicht bewegen, um das heiße Wasser auszuhalten! Zurück in den Kleidern, und wieder auf dem Weg, stellten wir fest, dass wir doch nicht so viel Lust darauf haben, zurück zum Auto zu laufen, denn der Weg zu der Hauptstraße war 2 Kilometer und auf dem schneeverwehtem Pfad ist unser Auto stecken geblieben, wir haben es nur mit viel Mühe zurück geschoben. Also versuchten wir unser Glück und dieses Wandererglück, das einen doch sehr schnell und spontan verlässt, war auf einmal da in Form eines Lasters, der uns auf dem Weg mitnahm, so dass wir uns richtig abenteuerlich fühlten beim Fahren unter freiem Himmel, mit unseren 5 Leuten, Gepäck und... Hund. Der lag ganz lieb an meinen Beinen, ein junger, neugieriger und sehr freundlicher, aber mittlerweile auch ein frierender, müder Hund. Wieder in unserem Auto hatte er sehr viel Platz hinten, um zu schlafen und süße Träume zu haben, vielleicht von großen braunen Farörer Schafen.
Wieder in Akureyri - ein Anruf, neuer Schlafplatz, Frauke, meiner lieben Gastgeberin für einen Tag, noch mal tschüss gesagt, die ganze im Wohnzimmer strickende, im hey die ham bei Megavideo einen Premiumaccount! und bei Rapidshare auch! frechheit. Internet Filme schauende und die Hausarbeit über den Bundesgerichtshof, sowie "Heroes Of Might And Magic" meisternde Studentengemeinschaft mit einem Blick überflogen, und wieder rein ins Abenteuer. Diesmal dauerte der Weg durch die ganze Stadt nur eine halbe Stunde, es scheint, je mehr man sich verirrt und je mehr Leute man auf dem Weg nach dem Weg fragt, desto sicherer findet man den Weg beim zweiten Mal. Bemerkenswert übrigens, dass es Isländer gibt, die kein Englisch sprechen. Einer von denen hat mir sogar auf Dänisch den Weg erklärt. Tatsächlich. Der Abend war voll von dem wunderbaren gemeinsam ja ich weiß ja ich war so faul und hab beim Kochen nicht geholfen, naja ich war vom Laufen müde und ich hab ja abgewaschen zubereitetem Abendessen und Gesprächen vom Höflich-Oberflächlichen bis ins tiefe Unterbewusstsein der Träume. Die Atmosphäre war völlig ungezwungen und gelassen, obwohl die Stimmung einer gehobenen Gesellschaft anmutete. Was vielleicht an der Körperhaltung und Redeweise unseres Gastgebers liegt, oder am Charme meiner zwei Begleiterinnen, die die ganze Reise über nie langweilig oder durchschnittlich werden ließen. Immer eine treffende Frage, immer ein spontaner Spruch auf den Lippen. Es gab auch reichlich Zeit für gemeinsames Schweigen, kein Radio, keine Zeitfüller haben uns gestört, und meine in aller Eile gebrannten CDs haben im Auto nicht funktioniert, was auch besser so war.
Von all dem hätten wir am nächsten morgen nur geträumt, denn es hat uns richtig kalt erwischt. Per Anhalter fahren, die Zweite. Bewaffnet mit einem künstlerisch hochwertigen Schild, mit einer Erdbeere sowie einer Karotte drauf und einem hässlichen, aber klugen "20 km"-Schild, begingen wir den Weg des Scheiterns, der uns von einem Kreisverkehr am Rande von Akureyri zur verhängnisvollen Kreuzung von dem Weg Nr.1 und dem Weg nach Dalvík brachte. Oh wie wir diesen Dalvík verfluchten! Oh wie wir die Geister beschworen, die diesen verdammten Dalvík niederbrennen, und übrigens noch unsere Füße wärmen, denn diese Füße haben schon nach 30 Minuten bereut, so früh aufgestanden zu haben und nicht sofort auf unseren farörischen Freund und Fahrer, der in Holar übernachte gewartet haben. Alle, wirklich alle, die Ausnahmen sind so gering, dass sie in der Statistik untergehen, alle Autos sind in eine Richtung nach Dalvík und in andere Richtung nach Akureyri gefahren. Der Weg nach Rekjavík interessiert einen Dreck die Leute in dieser Gegend, es scheint sich für sie kein Leben zu existieren außerhalb von Eyjafjörður, zumindest nicht um diese Urzeit. Ist ja schön, Wikipedia sagt, die haben in Dalvík nicht nur die größte Fischfabrik, sondern produzieren auch irgendso eine Software für Linux oder so. Aber unseren Füßen war das egal, sie standen da alleine und froren und es war kein Ende abzusehen. Nur der unsichtbare Sonnenaufgang spendete ein bisschen Trost. Und die Erinnerung an all das heiße Wasser vom vorigen Tag. Wie bereits erwähnt, Bewegung macht das heiße Wasser sich noch heißen anfühlen. Aber auch die eisige Luft noch schmerzhafter. So standen wir, alleine im Nirgendwo, umgeben von ignoranten Fahrern, all den Dalvíkarschlöchern, ja, Dalvík ist eine böse dreckige Stadt, oder haben sie etwa den Weg Nr.1 an sich gerissen, der ja um das ganze Island herum führen sollte, vielleicht führt er nicht mehr nach Reykjavík? Jedenfalls, so standen wir da und machten schon einen Anruf nach Holar, und freuten uns schon auf eine weitere Stunde Warten im Frost, als doch noch ein Wunder geschieht und wir auf das Auto zurennen wie ein Verliebter auf eine Verliebte in so einer Bahnhofsszene am Ende einer romantischen Komödie. Der Fahrer war gesprächiger als der schüchterne Krankenhausmitarbeiter von vorhin, der uns von Akureyri zuverdammt jener Kreuzung gebracht hat. Er hat uns auch von dem schönen Leben in Akureyri erzählt, von seiner Firma, von der Krise und der Stadt der Liebe und wie alles besser werden soll und sowieso besser als in Reykjavik ist und uns wurde allmählich wieder warm vor allem um die Füße, noch wärmer wurde es uns, als wir an der Kreuzung von der Ringstraße und Nr.76 unser Auto wie unser geliebtes Zuhause begrüßten. Nun war die Sehnsucht und die Freunde über das Wiedersehen mit den heißen Quellen größer als je zuvor.
Jæja, die heißen Quellen. Vielleicht war es wirklich die Rache der einsamen Verkäuferin aus dem 10-11, denn ich sage euch eins: meine Füße haben an diesem Tag keine einzige heiße Quelle berührt. Und versucht haben wir, sage ich mal, gefühlte 15 Stück.. Viele haben wir nicht mal zu Gesicht bekommen, es half auch nicht eine spezielle Karte, Buch, Navi, Google Maps, Straßennummern abwarten, Flüche, im den Steinen steckendes Auto, doch noch ein bisschen Klettern, ein toter Schaf auf dem Weg... Was wir nicht alles auf dem Weg gesehen haben, nur keine heißen Quellen. Heiße, sage ich. Es gab schon Quellen. Vereiste Wasserfälle. Auch ein Freibad, um den zu erreichen wir den Zaun fast schon auseinander nahmen, nur um zu erfahren, dass das Wasser nur eine normale Schwimmbadtemperatur hat. Oder auf die harte Tour. Eine sehr schönes, kreisförmig eingerichtetes Becken. Alles aus Holz und so. Daneben eine Vertiefung im Hügel, was aussieht wie ein antikes Bergwerk, da kann man sich umziehen. Da stand ich gerade nackt als ich das mit schon vom Tag davor bekanntes Stöhnen vernahm. Mit besorgter Stimme erzählen sie mir dann, dass das Wasser dort doch nicht so heiß war wie erwartet, etwa 23 Grad, und das bei, wir erinnern uns, -10 draußen. Unzählige Nebenstraßen, schöne Aussichten und dampfende Löcher später sind wir in dem weitesten Winkel des Landes, irgendwo bei Borgarnes auf einen guten Hotspot gestoßen. Zumindest glaube ich das. Zwischen uns war ein ziemlich mächtiger Fluss, so dass wir nicht sehen konnten, ob man in der Quelle überhaupt baden kann oder nicht. Aber, obwohl ich das nicht sah, glaube ich es trotzdem, genau so wie ich keine Sonne in Akureyri zu sehen brauche um zu wissen, dass es den Sonnenaufgang hinter den Bergen gibt. Mit dieser Philosophie versüßte ich mir den Frust aber letztendlich rettete die Stimmung die wunderbare, teure, isländische, aus Mosfellsbær Schokolaaaaade, die unsere Freund von den Farörer Inseln uns freundlicherweise probieren ließ. Oh Bifröst, oh Hvanneyri, oh alle N1-Tankestellen dieses Landes! Lange hatte ich noch den Geschmack dieser Schokolade in meinem Mund. Und was noch schöner ist, diese Nacht werde ich nicht in einem Schlafsack und auch nicht unter einer viel zu kurzen Bettdecke verbringen (an dieser Stelle Gruß an alle, die den Film "der Klub der toten Dichter" kennen), sondern in meinem Bett, unter meinem Kissen. Obwohl, wie ihr sehen könnt, dass die anderen Hauptstadtkind-Angewohnheiten auch da sind. Aber ich bin für einen guten Zweck bis 5 Uhr morgens auf geblieben. Im Sommer hatte ich dazu gesagt: "Und jetzt geht die Sonne auf". Irgendwo geht sie auf. Bestimmt. Nicht auf Grönland, wo unsere Fahrer heute Nacht noch geflogen ist, nicht in Holar, wo seine Schwester und der Hund friedlich schläft, auch nicht in den Häusern, wo die beiden anderen wunderbaren Beigleiterinnen hoffentlich schlafen, ob mit warmen oder kalten Füßen, ob mit oder ohne Schokoladengeschmack im Mund; auch nicht in Húsið, wo mein heutiger Weg auch endete, da stieg ich zum letzten mal aus diesem Auto aus und ging nach Hause, genau so, wie an jenem Freitagabend, aber doch ganz anders. Vielleicht hinter einem Berg. Wo die von Akureyris Herzen allein gelassene Frau ihre heißen Quellen geheim hält.
Und einen Tag später, Punkt um 6 Uhr morgens wache ich auf in Akureyri, ich glaubt es kaum, in einem Schlafsack, bis Sonnenaufgang ist es noch richtig viel Zeit und ich habe einiges zu tun. Die erste Stunde verbringe ich mit wunderbar kitschigen isländischen Musik aus dem Radio, und als ich beim zweiten Mal Hören den Song "Jólafeeling" verinnerliche, schiebe ich mich mit meiner ganzen Faulheit aus dem Bett und beginne ein geschäftiges Treiben durch die Treppe, Gänge, Wohnzimmer und Küche des Guesthouses, den ich erst seit einer Nacht überhaupt kenne. Alle anderen schlafen. Jólafeeling. 'Meira Jólamanni í Reykjavik!', skandierten wir auf den Fahrrädern der Critical Mass. Mehr Weihnachtsmänner sollen sie in Reykjavik haben. In Akureyri sind sie da bescheidener. Die Stadt ist voller Herzen. Rote Herzen sind auf den Ampeln zu sehen, wenn sie zum Halten auffordern. Ein großes blinkendes Herz erleuchtet die andere Seite des Eyjafjörður. So ist es, meine lieben, Akureyri ist seit 2009 die Stadt der Liebe. So wollen sie der Finanzkrise entgegenwirken, die Leute glücklicher machen und die doch lächerliche Population von 17 Tausend vielleicht mal verdoppeln. Zu diesem Zweck sind auch an jeder Ecke Kindergärten, Kinderzentren und Spielplätze aus dem Boden geschossen. Und, liebe Romantiker, ist das nicht schön, 'hey, gibt mir eine Chance, wir sind doch in der Stadt der Liebe', steigert das nicht die Chancen auf ein erfolgreiches Date? Nachdem meine Spuren im Zimmer verwischt sind, denn ich bin nur halb legal dort übernachtet, und alles mit einer Hotelperfektion wieder hergerichtet ist, bin ich
Immer noch wie verzaubert nehme ich lange Wartestunden sehr leicht hin, auch keine Telefonverbindung, jedoch Hunger zu haben, macht mir nichts aus. 20 nach dem weg gefragte Isländer und 3 Kilometer später bin ich zu unserer Zentrale vorgedrungen, wo schon das Auto, Essen und die ganzen Leute auf mich warteten. Und, ein Hund, den die Schwester von unserem Freund von den Farörer Inseln mitgebracht hat. Diesmal gab es Hundebefehle auf Isländisch, jedoch sind wir in den Genuss der neuen Sprache auf dem Weg gekommen, als die Farörer Familie: er am Steuer und sie neben ihm vorne saßen und über irgendetwas plauderten. Es mag vielleicht enttäuschend klingen, dass wir einen einzigen Ort an diesem Tag besucht haben, dazu noch einen, den ich schon gesehen habe, das fühlte sich aber völlig erfüllend an. Es war eine heiße Quelle auf dem Weg nach Myvatn, der ich das letzte Mal mit ziemlicher Angst begegnet bin und nur meine Füße darin versenkt habe. Die Quelle hatte es auch in sich. Nicht der Schwefelgeruch, den uns, Hauptstadtkindern sogar sehr heimisch vorkam, es waren die etwa 47 Grad des Wassers, die das Eintauchen doch zu einem ziemlichen Theater gemacht haben, oder - besser gesagt, Oper? Denn die Laute, die ein weibliches Mitglied unserer Gruppe von sich gegeben hat, würden jede Aufnahmeprüfung in der härtesten italienischen Musikschule bestehen. Man stelle sich diese Frau beim Kinder gebären vor... Letztendlich, mit Ach und Krach, waren wir zur Hälfte drin. Ein paar Füße, ein paar Beine, ein paar ganze Körper.. Ich kann jedenfalls mit Stolz sagen, dass ich bis zur Hälfte ins Wasser geschafft habe. Und ich habe gelernt: was sich bewegt, fühlt sich stärker an. Heißer. Oder auch kälter, wie ich am nächsten Tag noch bitterlich erleben durfte. Also, nicht bewegen, um das heiße Wasser auszuhalten! Zurück in den Kleidern, und wieder auf dem Weg, stellten wir fest, dass wir doch nicht so viel Lust darauf haben, zurück zum Auto zu laufen, denn der Weg zu der Hauptstraße war 2 Kilometer und auf dem schneeverwehtem Pfad ist unser Auto stecken geblieben, wir haben es nur mit viel Mühe zurück geschoben. Also versuchten wir unser Glück und dieses Wandererglück, das einen doch sehr schnell und spontan verlässt, war auf einmal da in Form eines Lasters, der uns auf dem Weg mitnahm, so dass wir uns richtig abenteuerlich fühlten beim Fahren unter freiem Himmel, mit unseren 5 Leuten, Gepäck und... Hund. Der lag ganz lieb an meinen Beinen, ein junger, neugieriger und sehr freundlicher, aber mittlerweile auch ein frierender, müder Hund. Wieder in unserem Auto hatte er sehr viel Platz hinten, um zu schlafen und süße Träume zu haben, vielleicht von großen braunen Farörer Schafen.
Wieder in Akureyri - ein Anruf, neuer Schlafplatz, Frauke, meiner lieben Gastgeberin für einen Tag, noch mal tschüss gesagt, die ganze im Wohnzimmer strickende, im hey die ham bei Megavideo einen Premiumaccount! und bei Rapidshare auch! frechheit. Internet Filme schauende und die Hausarbeit über den Bundesgerichtshof, sowie "Heroes Of Might And Magic" meisternde Studentengemeinschaft mit einem Blick überflogen, und wieder rein ins Abenteuer. Diesmal dauerte der Weg durch die ganze Stadt nur eine halbe Stunde, es scheint, je mehr man sich verirrt und je mehr Leute man auf dem Weg nach dem Weg fragt, desto sicherer findet man den Weg beim zweiten Mal. Bemerkenswert übrigens, dass es Isländer gibt, die kein Englisch sprechen. Einer von denen hat mir sogar auf Dänisch den Weg erklärt. Tatsächlich. Der Abend war voll von dem wunderbaren gemeinsam ja ich weiß ja ich war so faul und hab beim Kochen nicht geholfen, naja ich war vom Laufen müde und ich hab ja abgewaschen zubereitetem Abendessen und Gesprächen vom Höflich-Oberflächlichen bis ins tiefe Unterbewusstsein der Träume. Die Atmosphäre war völlig ungezwungen und gelassen, obwohl die Stimmung einer gehobenen Gesellschaft anmutete. Was vielleicht an der Körperhaltung und Redeweise unseres Gastgebers liegt, oder am Charme meiner zwei Begleiterinnen, die die ganze Reise über nie langweilig oder durchschnittlich werden ließen. Immer eine treffende Frage, immer ein spontaner Spruch auf den Lippen. Es gab auch reichlich Zeit für gemeinsames Schweigen, kein Radio, keine Zeitfüller haben uns gestört, und meine in aller Eile gebrannten CDs haben im Auto nicht funktioniert, was auch besser so war.
Von all dem hätten wir am nächsten morgen nur geträumt, denn es hat uns richtig kalt erwischt. Per Anhalter fahren, die Zweite. Bewaffnet mit einem künstlerisch hochwertigen Schild, mit einer Erdbeere sowie einer Karotte drauf und einem hässlichen, aber klugen "20 km"-Schild, begingen wir den Weg des Scheiterns, der uns von einem Kreisverkehr am Rande von Akureyri zur verhängnisvollen Kreuzung von dem Weg Nr.1 und dem Weg nach Dalvík brachte. Oh wie wir diesen Dalvík verfluchten! Oh wie wir die Geister beschworen, die diesen verdammten Dalvík niederbrennen, und übrigens noch unsere Füße wärmen, denn diese Füße haben schon nach 30 Minuten bereut, so früh aufgestanden zu haben und nicht sofort auf unseren farörischen Freund und Fahrer, der in Holar übernachte gewartet haben. Alle, wirklich alle, die Ausnahmen sind so gering, dass sie in der Statistik untergehen, alle Autos sind in eine Richtung nach Dalvík und in andere Richtung nach Akureyri gefahren. Der Weg nach Rekjavík interessiert einen Dreck die Leute in dieser Gegend, es scheint sich für sie kein Leben zu existieren außerhalb von Eyjafjörður, zumindest nicht um diese Urzeit. Ist ja schön, Wikipedia sagt, die haben in Dalvík nicht nur die größte Fischfabrik, sondern produzieren auch irgendso eine Software für Linux oder so. Aber unseren Füßen war das egal, sie standen da alleine und froren und es war kein Ende abzusehen. Nur der unsichtbare Sonnenaufgang spendete ein bisschen Trost. Und die Erinnerung an all das heiße Wasser vom vorigen Tag. Wie bereits erwähnt, Bewegung macht das heiße Wasser sich noch heißen anfühlen. Aber auch die eisige Luft noch schmerzhafter. So standen wir, alleine im Nirgendwo, umgeben von ignoranten Fahrern, all den Dalvíkarschlöchern, ja, Dalvík ist eine böse dreckige Stadt, oder haben sie etwa den Weg Nr.1 an sich gerissen, der ja um das ganze Island herum führen sollte, vielleicht führt er nicht mehr nach Reykjavík? Jedenfalls, so standen wir da und machten schon einen Anruf nach Holar, und freuten uns schon auf eine weitere Stunde Warten im Frost, als doch noch ein Wunder geschieht und wir auf das Auto zurennen wie ein Verliebter auf eine Verliebte in so einer Bahnhofsszene am Ende einer romantischen Komödie. Der Fahrer war gesprächiger als der schüchterne Krankenhausmitarbeiter von vorhin, der uns von Akureyri zu
Jæja, die heißen Quellen. Vielleicht war es wirklich die Rache der einsamen Verkäuferin aus dem 10-11, denn ich sage euch eins: meine Füße haben an diesem Tag keine einzige heiße Quelle berührt. Und versucht haben wir, sage ich mal, gefühlte 15 Stück.. Viele haben wir nicht mal zu Gesicht bekommen, es half auch nicht eine spezielle Karte, Buch, Navi, Google Maps, Straßennummern abwarten, Flüche, im den Steinen steckendes Auto, doch noch ein bisschen Klettern, ein toter Schaf auf dem Weg... Was wir nicht alles auf dem Weg gesehen haben, nur keine heißen Quellen. Heiße, sage ich. Es gab schon Quellen. Vereiste Wasserfälle. Auch ein Freibad, um den zu erreichen wir den Zaun fast schon auseinander nahmen, nur um zu erfahren, dass das Wasser nur eine normale Schwimmbadtemperatur hat. Oder auf die harte Tour. Eine sehr schönes, kreisförmig eingerichtetes Becken. Alles aus Holz und so. Daneben eine Vertiefung im Hügel, was aussieht wie ein antikes Bergwerk, da kann man sich umziehen. Da stand ich gerade nackt als ich das mit schon vom Tag davor bekanntes Stöhnen vernahm. Mit besorgter Stimme erzählen sie mir dann, dass das Wasser dort doch nicht so heiß war wie erwartet, etwa 23 Grad, und das bei, wir erinnern uns, -10 draußen. Unzählige Nebenstraßen, schöne Aussichten und dampfende Löcher später sind wir in dem weitesten Winkel des Landes, irgendwo bei Borgarnes auf einen guten Hotspot gestoßen. Zumindest glaube ich das. Zwischen uns war ein ziemlich mächtiger Fluss, so dass wir nicht sehen konnten, ob man in der Quelle überhaupt baden kann oder nicht. Aber, obwohl ich das nicht sah, glaube ich es trotzdem, genau so wie ich keine Sonne in Akureyri zu sehen brauche um zu wissen, dass es den Sonnenaufgang hinter den Bergen gibt. Mit dieser Philosophie versüßte ich mir den Frust aber letztendlich rettete die Stimmung die wunderbare, teure, isländische, aus Mosfellsbær Schokolaaaaade, die unsere Freund von den Farörer Inseln uns freundlicherweise probieren ließ. Oh Bifröst, oh Hvanneyri, oh alle N1-Tankestellen dieses Landes! Lange hatte ich noch den Geschmack dieser Schokolade in meinem Mund. Und was noch schöner ist, diese Nacht werde ich nicht in einem Schlafsack und auch nicht unter einer viel zu kurzen Bettdecke verbringen (an dieser Stelle Gruß an alle, die den Film "der Klub der toten Dichter" kennen), sondern in meinem Bett, unter meinem Kissen. Obwohl, wie ihr sehen könnt, dass die anderen Hauptstadtkind-Angewohnheiten auch da sind. Aber ich bin für einen guten Zweck bis 5 Uhr morgens auf geblieben. Im Sommer hatte ich dazu gesagt: "Und jetzt geht die Sonne auf". Irgendwo geht sie auf. Bestimmt. Nicht auf Grönland, wo unsere Fahrer heute Nacht noch geflogen ist, nicht in Holar, wo seine Schwester und der Hund friedlich schläft, auch nicht in den Häusern, wo die beiden anderen wunderbaren Beigleiterinnen hoffentlich schlafen, ob mit warmen oder kalten Füßen, ob mit oder ohne Schokoladengeschmack im Mund; auch nicht in Húsið, wo mein heutiger Weg auch endete, da stieg ich zum letzten mal aus diesem Auto aus und ging nach Hause, genau so, wie an jenem Freitagabend, aber doch ganz anders. Vielleicht hinter einem Berg. Wo die von Akureyris Herzen allein gelassene Frau ihre heißen Quellen geheim hält.
Montag, 29. November 2010
Ich habe im letzten Monat mehr klassische Konzerte besucht als wohl in meinem Ganzen Leben davor nicht. Und ich finde es wunderbar. Ich verstehe zwar immer noch nichts von dieser Musik, aber es zählt allein die Tatsache, auf dem Konzert zu sein. Dass die Tonqualität perfekt ist. Dass kein Verstärker die Musik beeinflusst. Dass alle sitzen und immer allles zu sehen ist. Dass niemand Bier trinkt und niemand schubst. Da kann man doch darüber hinweg sehen, dass ich 90% der Zeit die Musik gar nicht bemerke und mich irgendwo weit weg tagträume.
Heute zum Beispiel bei einem wunderbaren Konzert in einem Raum, der was von einer Bücherei hatte, das ganze Gebäude aber ist eher ein Theater oder so.. Jedenfalls, dieser Raum. An den Wänden Schränke mit alten Büchern (die bestimmt gut riechen) und anderen schönen Gegenständen, dezent verteilt, so dass es genug Raum für eine gute Akustik bleibt, in der Mitte steht ein Klavier und eine Sängerin lehnt sich daran und singt etwas klassisches. Da fühlt man sich doch direkt ins 19. Jahrhundert versetzt, in einer erlesenen Gesellschaft, nur dass die zuschauer keine Snobs sind und keine Menschen, denen Geschmack zu Kopf steigt und überhaupt sah ich die selben Menschen 3 Tage davor im Keller zu Drum 'n Bass auf 180 BPM abgehen. Menschen, die einfach nur genießen. Es gibt wenig Dinge, die ich auf dieser Welt weniger verstehe als Operngesang. Aber heute machte es mir irgendwie nichts aus. Und ich dachte an diese zufällige Ansammlung von Menschen, die in immer komplizierteren Mustern zusammengewachsen ist, die Menschen von Núpur und einige ihrer neuen Freunde. Jeder hat ein spezielles Talent und jeder hat seine Stunde, um es zu präsentieren. Und auch wenn manche Menschen ganz still sind und ganz klein scheinen, auf jeden Fall gibt es hier niemanden, der nicht zumindest einen Freund gefunden hat, der seinen Potential erkannt und erschlossen hat. Ich sprach ja schon von den komplizierten Mustern. In der letzten Phase angekommen, wenn jeder Mit den Examen zu kämpfen hat, ist es so wunderbar, in diese müden Gesichter zu schauen. Die letzten Partys, die letzten Tränen stehen noch bevor. Aber schon weiß man, mit wem man sie verbringen wird. 5 Monate fühlen sich an wie 20 Jahre. 20 Jahre gegen den Wind laufen, sichden Arsch die Zähen zusammen abzufrieren, unzählige Sonnen auf- und Untergänge, zusammen saufen und Kater haben, schwimmen gehen, studieren, verzweifeln, diese müden Examensgesichter!! Wenn ich diese Gesichter wieder glücklich sehe, hat dieses Glück den hunderfachen Wert. Es ist ja, wie ich immer sage, nicht die Zeit wichtig für die Freundschaft, die man zusammen verbringt, sondern die Intansität. Auf Núpurs Sofas stellte mal Anca eine Frage: "How long does it take people to become friends?". "Ten seconds" - antwortete Tom. Und wie er Recht hatte. Und dann?... Und dann??? Wir weden uns verlieren. Es kann nicht so weiter gehen. Es ist ja nur dadurch besonders, dass es so kurz ist. Sonst würde es nicht so schnell zusammenwachen. Dann kommt die Zeit, an die alten Freundschaften zu denken und sie mehr wert zu schätzen. Zu erkennen was man hat und was man braucht, man hat ja so vieles hier bekommen, für "umsonst". Aber dadurch weiß man ja auch, welch ungahnte Möglichkeiten zuhause stecken, an welchen Ecken man suchen könnte, neu entdecken, neu handeln. Es war alles richtig hier, keine zeit war verschenkt. Und nichts will ich bereuen. Nicht mal dass ich kein Isländisch gelernt habe, wo es 10 Meter von meiner Haustür einen Sprachkurs gab.
Heute zum Beispiel bei einem wunderbaren Konzert in einem Raum, der was von einer Bücherei hatte, das ganze Gebäude aber ist eher ein Theater oder so.. Jedenfalls, dieser Raum. An den Wänden Schränke mit alten Büchern (die bestimmt gut riechen) und anderen schönen Gegenständen, dezent verteilt, so dass es genug Raum für eine gute Akustik bleibt, in der Mitte steht ein Klavier und eine Sängerin lehnt sich daran und singt etwas klassisches. Da fühlt man sich doch direkt ins 19. Jahrhundert versetzt, in einer erlesenen Gesellschaft, nur dass die zuschauer keine Snobs sind und keine Menschen, denen Geschmack zu Kopf steigt und überhaupt sah ich die selben Menschen 3 Tage davor im Keller zu Drum 'n Bass auf 180 BPM abgehen. Menschen, die einfach nur genießen. Es gibt wenig Dinge, die ich auf dieser Welt weniger verstehe als Operngesang. Aber heute machte es mir irgendwie nichts aus. Und ich dachte an diese zufällige Ansammlung von Menschen, die in immer komplizierteren Mustern zusammengewachsen ist, die Menschen von Núpur und einige ihrer neuen Freunde. Jeder hat ein spezielles Talent und jeder hat seine Stunde, um es zu präsentieren. Und auch wenn manche Menschen ganz still sind und ganz klein scheinen, auf jeden Fall gibt es hier niemanden, der nicht zumindest einen Freund gefunden hat, der seinen Potential erkannt und erschlossen hat. Ich sprach ja schon von den komplizierten Mustern. In der letzten Phase angekommen, wenn jeder Mit den Examen zu kämpfen hat, ist es so wunderbar, in diese müden Gesichter zu schauen. Die letzten Partys, die letzten Tränen stehen noch bevor. Aber schon weiß man, mit wem man sie verbringen wird. 5 Monate fühlen sich an wie 20 Jahre. 20 Jahre gegen den Wind laufen, sich
Sonntag, 28. November 2010
Donnerstag, 25. November 2010
Hab heute stundenlang Stuttgart auf Google Maps angeschaut. Habe ich etwa schon heimweh?
Morgen ist ne riesen Party in Husið. Ich glaub ich nehm meine Kamera mit. Das beste Foto wird in diesem Blog raufgeladen. Und am Sonntag wird am Lækrjartorg der Weihnachtsbaum eingeweiht. Welch ein Wortspiel.. Übrigens, es ist seltsam, aber der Sonnenlicht beginnt mich zu deprimieren. Erst wenn es dunkel wird, wache ich auf, werde aktiv, schau filme und lauf ganz wild über die Straßen. Kann mir jemand erklären warum? Ich warte auf eure Einfälle, der Gewinner kriegt vielleicht mal irgendwas..
Oh, an dieser Stelle grüße ich meine Mama, die fleißig diesen Blog liest und tapfer mittels Online-Übersetzer meine Worte versucht zu begreifen. Manchmal spucken diese Seiten ganz verwirrendes Zeug aus. Ich will am Ende ne schöne Sammlung der Missverständnisse, die dadurch hervorgerufen wurden. Mama, du bist die beste :)
Morgen ist ne riesen Party in Husið. Ich glaub ich nehm meine Kamera mit. Das beste Foto wird in diesem Blog raufgeladen. Und am Sonntag wird am Lækrjartorg der Weihnachtsbaum eingeweiht. Welch ein Wortspiel.. Übrigens, es ist seltsam, aber der Sonnenlicht beginnt mich zu deprimieren. Erst wenn es dunkel wird, wache ich auf, werde aktiv, schau filme und lauf ganz wild über die Straßen. Kann mir jemand erklären warum? Ich warte auf eure Einfälle, der Gewinner kriegt vielleicht mal irgendwas..
Oh, an dieser Stelle grüße ich meine Mama, die fleißig diesen Blog liest und tapfer mittels Online-Übersetzer meine Worte versucht zu begreifen. Manchmal spucken diese Seiten ganz verwirrendes Zeug aus. Ich will am Ende ne schöne Sammlung der Missverständnisse, die dadurch hervorgerufen wurden. Mama, du bist die beste :)
Montag, 22. November 2010
Der Eingang in diese Geschichte ist die Fahrrad-Werkstatt, die sich unweit von 101 (Stadtzentrum) befindet, in einem einsam stehenden Haus, umgeben von zukunftsträchtigen Baustellen, Glashäusern (Banken, Hotels..) und Anfängen von einem Stadtrand-feeling, wo der Laugevegur anfängt, die Ausmaße einer Autobahn anzunehmen, die Häuser nicht mehr niedlich und bunt sind und isländische Realität unvorbereitet und brutal ins Gesicht schlägt. In diesem Haus, im Keller, befindet sich die besagte Werkstatt. Sie ist ziemlich populär. Es gibt keinen Erasmus-Student, der sie noch nicht ausprobiert hat, und ungefähr die Hälfte davon hat bereits einen Fahrrad dort zusammengebastelt. Der Free-Shop hat auch eine gewisse Bekanntheit, beziehungsweise die Mülleimer-Aktivitäten drumrum. Basiert einfach auf der Tatsache, dass isländische Supermärkte sich sehr verschwenderisch verhalten und oft sogar noch frisches Essen aufm Müll schmeißen; und dass wir Studenten grundsätzlich arm und hungrig sind. Bis dahin ist noch alles einfach. Geht man aber tiefer, denkt man an die Motive und Ziele der Macher von diesem Ort - warum man kaputte, verschrottete oder einfach nur verwaiste Fahrräder auf der Straße aufsammelt und sie teilweise zu Einzelteilen auseinander nimmt teilweise wieder repariert bzw. den Leuten die vorbeikommen zu reparieren hilft und das alles unentgeltlich? Und der Free Shop (im Nebenraum von der Werkstatt) - Kleider und Essen gefunden auf Straßen und im Müll - ebenfalls für umsonst? Wenn es dazu kommt, dass Fahrräder bei der "Critical Mass" wer nicht weiß was das ist sollte die Suchmaschine seines Vertrauens benutzen zum Einsatz kommen und das Essen bei "Food not bombs", einer Veranstaltung, bei der Leute mit dem aus Mülleinern "geklautem" Essen kochen, in die Stadt gehen und das an Leute verteilen? Warum machen das diese Leute eigentlich? Ja, das ist der Punkt, wo es beginnt, schwierig zu werden, wo anfängt, politisch zu werden. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir hier nur Gäste sind und nicht vollkommen wissen, wie diese Dinge in Island ablaufen. Aber selbst das, was ich schon weiß, ist unheimlich spannend. Im selben Haus gibt außer der Werkstatt und dem Free-Shop eine anarchistische Bibliothek, es treffen ehemalige Mitglieder einer isländischen Partei - rein und Kampferprobt aussehende Leute um die 40, es treffen sich durch die Krise aufgeweckte Bürger aus dem Mittelstand, und einige junge Anarchisten, und noch zig andere Gruppen und das alles will man irgendwie unter einen Hut bringen. Die Meinungen, was aus diesem Haus werden sollte sind so unterschiedlich, dass ich das Gefühl habe, dass es bald kracht. Es gibt ja auch noch die unpolitische Seite, die sagt, dass man verschiedene Gruppen im Frieden koexistieren lässt und diverse Sachen veranstaltet wie ne Keller-Disko, n Konzert, oder auch dass die Mädels den Ort benutzen können, um zusammen in der Runde gemütlich zu stricken. Dieser Keller, wo es nach Schrott und Öl riecht, wo aus den Ecken spitze Metallteile ragen, der Fahrradkeller hat jetzt eine unerwartete gemütliche Ecke mit immer noch rauen Boden, aber Sofas, Tisch, liebevollen Bildern auf der Wand und Lampen mit selbstgebastelten Ständern. In diesem seltsamen Raum geschieht dieses kleine Leben. Diese Keime, gefüttert aus unterschiedlichsten Richtungen, aber es überliegt wohl der junge und etwas naive Enthusiasmus. Was daraus wird ist ungewiss. Es kann an den verschiedenen politischen und unpolitischen Ansätzen explodieren, es kann sich in eine der Richtungen wandeln, es kann von einer ganz unerwarteten Seite übernommen werden. Deswegen bleibt es spannend. Und ich hoffe dieser äußerst instabile Ort wird bestehen bleiben und Früchte irgendwelcher Art tragen. Ich freue mich schon auf die nächste Diskussion!
Donnerstag, 11. November 2010
Ganz viel Sozialleben. Ganz wenig lernen. Emotionen. Zeit vergeht. Jedoch nicht umsonst. Manchmal wie im Traum. Ich glaub ich wachse. Und im Nachhinein werde ich nicht sagen, dass ich was verpasst habe. Nein, alles ist genau richtig hier, in Reykjavik. In den nächsten Tagen wird mal wieder viel los sein. Achso, und es sind 3 Akureyri-Postkarten nach Deutschland rausgegangen. 3 Leute dürfen sich bald freuen. Ich will auch ne Postkarte. Jetzt.
Mittwoch, 3. November 2010
Wie ein Traum.
30. Oktober: Halloween-Nacht. Angemalt werden, zum ersten Mal im Leben. Tanzen. Inspiration. Endlich zu sehen wie frisches Essen aus der Mülltonne herausgefischt wird. Ananas und Melone in ordentlichen Plastikpäckchen. Fotos. Tanzen. Noch mehr Inspiration.
1. November: Phonetik-Aufgabe fertig. Sehr glücklich. Und auch einen Glücksvorschuss wegen Schwimmen davor.
2. November: 2 Geschichten mit Ivana ins Englische übersetzen. Am Abend noch Kleinigkeiten übersetzen und die ganze Inspiration in Gedanken an mein Drehbuch verwandeln. Sehr viel Feedback und außerdem Emailträume darüber, wie man hier nen Film- und Musikabend organisieren könnte.
3. November: Schwimmen, Phonetik, Tanzkurs.
4. November: eine Italienerin studiert halbes Jahr in Island Russisch. Und ich geb ihr Nachhilfe. Wohl zum ersten mal im Leben geb ich Nachhilfe. Legendär. 2,5 Studen danach: Treffen mit Benjamin um Träume über Filme auszutauschen. Mit Nachdruck, sie in Reykjavik wahr werden zu lassen.
5. November: 5 Leute, ein Auto, Ziel: Akureyri.
6. November in Akureyri: Traumhaft, legendär. Frauke. Viele Fotos, tonnenweise Inspiration. Bombenstimmung, Kälte, Schnee :)
7. November wandern und wie unser Phonetik-Prof sagte: "Resaerch of new languages in the forests of Mývatn". Wer Island kennt lacht jetzt.
In meinen Hinterkopf ist natürlich noch immer die Schuld über nicht vollendete Typologie-Hausarbeit. Aber vielleicht werde ich tatsächlich in den "Wäldern" von Mývatn ein neues Völkchen entdecken, vielleicht haben sie ein ganz ausgefallenes Numerussystem in ihrer Sprache, vielleicht bewegt es sich in der zeitlichen Dimension und in noch 3 Dimensionen, vielleicht wird daraus eine weltberühmte Untersuchung, die das Verständnis der Sprache, den Menschlichen Geist und kleine Kinder in Afrika revolutionieren wird? Vielleicht betet dann Ahmadinedschad an der Klagemauer und Sarrazin in Mekka, und Euro wird wieder 300 isländischer Kronen kosten, und dann bricht ein Vulkan auf Island aus und ich werd aus meinen Träumen aufwachen..
Das mit dem Vulkan ist übrigens kein Traum. An diesem Wochenende wird ein Vulkan auf Island ausbrechen. Welch ein Wunder, sagt ihr, wie langweilig, gähnt ein Durchschnittsisländer, denn sowas passiert hier etwa alle 5-10 Jahre. Es gibt verschiedene Vulkane. Viele sind bunt und niedlich und bringen den Isländern viel Geld wegen wow-ich-seh-ein-Vulkan-einmal-im-Leben-Touristen. Manche senden unsichtbare Aschewolken, die Flugzeuge an den Boden nageln. Manche, wie Laki, lassen in Europa den ganzen Sommer ausbleiben und verursachen Hungersnöte. Und Katla ist giftig, dieses Ding bricht lieber gar nicht aus.
Das Leben ist ein instabiles Gleichgewicht, das lernt man vor allem hier.
30. Oktober: Halloween-Nacht. Angemalt werden, zum ersten Mal im Leben. Tanzen. Inspiration. Endlich zu sehen wie frisches Essen aus der Mülltonne herausgefischt wird. Ananas und Melone in ordentlichen Plastikpäckchen. Fotos. Tanzen. Noch mehr Inspiration.
1. November: Phonetik-Aufgabe fertig. Sehr glücklich. Und auch einen Glücksvorschuss wegen Schwimmen davor.
2. November: 2 Geschichten mit Ivana ins Englische übersetzen. Am Abend noch Kleinigkeiten übersetzen und die ganze Inspiration in Gedanken an mein Drehbuch verwandeln. Sehr viel Feedback und außerdem Emailträume darüber, wie man hier nen Film- und Musikabend organisieren könnte.
3. November: Schwimmen, Phonetik, Tanzkurs.
4. November: eine Italienerin studiert halbes Jahr in Island Russisch. Und ich geb ihr Nachhilfe. Wohl zum ersten mal im Leben geb ich Nachhilfe. Legendär. 2,5 Studen danach: Treffen mit Benjamin um Träume über Filme auszutauschen. Mit Nachdruck, sie in Reykjavik wahr werden zu lassen.
5. November: 5 Leute, ein Auto, Ziel: Akureyri.
6. November in Akureyri: Traumhaft, legendär. Frauke. Viele Fotos, tonnenweise Inspiration. Bombenstimmung, Kälte, Schnee :)
7. November wandern und wie unser Phonetik-Prof sagte: "Resaerch of new languages in the forests of Mývatn". Wer Island kennt lacht jetzt.
In meinen Hinterkopf ist natürlich noch immer die Schuld über nicht vollendete Typologie-Hausarbeit. Aber vielleicht werde ich tatsächlich in den "Wäldern" von Mývatn ein neues Völkchen entdecken, vielleicht haben sie ein ganz ausgefallenes Numerussystem in ihrer Sprache, vielleicht bewegt es sich in der zeitlichen Dimension und in noch 3 Dimensionen, vielleicht wird daraus eine weltberühmte Untersuchung, die das Verständnis der Sprache, den Menschlichen Geist und kleine Kinder in Afrika revolutionieren wird? Vielleicht betet dann Ahmadinedschad an der Klagemauer und Sarrazin in Mekka, und Euro wird wieder 300 isländischer Kronen kosten, und dann bricht ein Vulkan auf Island aus und ich werd aus meinen Träumen aufwachen..
Das mit dem Vulkan ist übrigens kein Traum. An diesem Wochenende wird ein Vulkan auf Island ausbrechen. Welch ein Wunder, sagt ihr, wie langweilig, gähnt ein Durchschnittsisländer, denn sowas passiert hier etwa alle 5-10 Jahre. Es gibt verschiedene Vulkane. Viele sind bunt und niedlich und bringen den Isländern viel Geld wegen wow-ich-seh-ein-Vulkan-einmal-im-Leben-Touristen. Manche senden unsichtbare Aschewolken, die Flugzeuge an den Boden nageln. Manche, wie Laki, lassen in Europa den ganzen Sommer ausbleiben und verursachen Hungersnöte. Und Katla ist giftig, dieses Ding bricht lieber gar nicht aus.
Das Leben ist ein instabiles Gleichgewicht, das lernt man vor allem hier.
Freitag, 29. Oktober 2010
Seltsame Dinge passieren heute:
Ich mach so gemütlich vor mich hin Frühstück und dann krieg ich nen Anruf, direkt in mein Zimmer. Ich denke mir, hm, irgendjemand wartet auf mich an der Rezeption, ich hab einen Brief bekommen oder was? Nein. Die Frau fragt ganz freundlich, ob bei mir alles in Ordnung sei. Ich sag ja, alles bestens. Ja, der Rauchmelder sei angegangen. Sie fragt ob ich grad koche. Ich sag ja und bemerke, dass mein schöner Omlett (für die die ihn noch nicht kennen: 3 Eier, (!!)Brot, Wurst, Tomate und ein Bisschen Geduld) etwas angebrannt ist. Super, man wird schon per Telefon benachrichtigt, wenn das Essen anbrennt. Nachdem die Frau sich nochmal freundlicherweise nach meinem Wohlbefinden erkundigt hat, mache ich mal das Fenster auf und tatsächlich, nach draußen steigt eine schöne Rauchwolke. Trotzdem, oder gerade deswegen, hat der Omlett geschmeckt. Na dann, Mahlzeit.
Am Nachmittag gehe ich dann schwimmen, der Weg beträgt nur 50 Meter, 3 Höhenmeter und drei Querstraßen, eine davon mit Ampel versehen und das ist die Hverfisgata (die ich schon auf unzähligen Facebook-Fotos verewigt habe) Genau daruaf formiert sich ein Ministau voll verärgerter Isländer, weil auf Island gibt es ja keine Staus und ich denke mir, was ist los. Dann kommt von hinten ein freundlicher Beamter der Polizei auf mich zu und sagt, er habe mich gesucht. Bei mir gehen alle Warnlampen an und ich erinnere mich hastig an alle Sünden, die ich innerhalb von letzten 2 Wochen begangen habe: Ich hab zugesehen wie nachts um 2 auf ein Schaufenster mehrfach gespuckt wurde; ich hab Leute beim Konsum hochprozentiger alkoholischer Getränke und sogar cannabishaltiger Zigaretten mehrfach beobachtet; ich habe in Janis Zimmer wenig, aber sehr sichtbar Farbe von der Wand abgekratzt; ich bin unverkleidet auf einer Haloweenparty erschienen und habe dort eine Spinne gestohlen; ich habe schließlich nicht verhindert, dass in der Nähe eines Gletschers, in der freien und unbeschmutzen isländischen Natur ein Apfelrest weggeschmissen wurde. mehrfach. Der Polizist fragt mach meinem Namen. Natürlich versteht er es nicht, deswegen fragt er, wo ich wohne. Neben ihm steht ein aufgeregter isländischer Bürger, sie suchen eine Person die so aussieht wie ich, sagt er. Ja, was habe ich denn angestellt. Ich zeig auf mein Hotel 10 Meter hinter mir - ja da wohne ich. Der Polizeibeamte und der Isländer verändern sich ganz schnell im Gesicht und ohne ein Wort zu sagen verschwinden sie irgendwo Richtung Hlemmur. Ich werde wohl nie erfahren, was mein heimlicher Bruder so angestellt hat.
Ansonsten ein perfekter Tag: Uni schwänzen, essen, schwimmen, noch mehr essen (ich hab zugenommen juhu!!), diverse Verabredungen ausmachen, bissle an der Phonetik rumbasteln und schließlich ist heute Abend der Facebook-Film angesagt, mit 2 Belgiern, einer Französin und einer Deutschen, die ich aber noch nicht kenne (wiiiee?!!!) - laut Gerüchten sei sie aber ganz nett. Und dass die Sonne den ganzen Tag scheint (auch wenn er nur noch 8 Stunden dauert), überrascht wohl niemanden mehr. Ein Gruß ins verregnete Deutschland ;)
Ich mach so gemütlich vor mich hin Frühstück und dann krieg ich nen Anruf, direkt in mein Zimmer. Ich denke mir, hm, irgendjemand wartet auf mich an der Rezeption, ich hab einen Brief bekommen oder was? Nein. Die Frau fragt ganz freundlich, ob bei mir alles in Ordnung sei. Ich sag ja, alles bestens. Ja, der Rauchmelder sei angegangen. Sie fragt ob ich grad koche. Ich sag ja und bemerke, dass mein schöner Omlett (für die die ihn noch nicht kennen: 3 Eier, (!!)Brot, Wurst, Tomate und ein Bisschen Geduld) etwas angebrannt ist. Super, man wird schon per Telefon benachrichtigt, wenn das Essen anbrennt. Nachdem die Frau sich nochmal freundlicherweise nach meinem Wohlbefinden erkundigt hat, mache ich mal das Fenster auf und tatsächlich, nach draußen steigt eine schöne Rauchwolke. Trotzdem, oder gerade deswegen, hat der Omlett geschmeckt. Na dann, Mahlzeit.
Am Nachmittag gehe ich dann schwimmen, der Weg beträgt nur 50 Meter, 3 Höhenmeter und drei Querstraßen, eine davon mit Ampel versehen und das ist die Hverfisgata (die ich schon auf unzähligen Facebook-Fotos verewigt habe) Genau daruaf formiert sich ein Ministau voll verärgerter Isländer, weil auf Island gibt es ja keine Staus und ich denke mir, was ist los. Dann kommt von hinten ein freundlicher Beamter der Polizei auf mich zu und sagt, er habe mich gesucht. Bei mir gehen alle Warnlampen an und ich erinnere mich hastig an alle Sünden, die ich innerhalb von letzten 2 Wochen begangen habe: Ich hab zugesehen wie nachts um 2 auf ein Schaufenster mehrfach gespuckt wurde; ich hab Leute beim Konsum hochprozentiger alkoholischer Getränke und sogar cannabishaltiger Zigaretten mehrfach beobachtet; ich habe in Janis Zimmer wenig, aber sehr sichtbar Farbe von der Wand abgekratzt; ich bin unverkleidet auf einer Haloweenparty erschienen und habe dort eine Spinne gestohlen; ich habe schließlich nicht verhindert, dass in der Nähe eines Gletschers, in der freien und unbeschmutzen isländischen Natur ein Apfelrest weggeschmissen wurde. mehrfach. Der Polizist fragt mach meinem Namen. Natürlich versteht er es nicht, deswegen fragt er, wo ich wohne. Neben ihm steht ein aufgeregter isländischer Bürger, sie suchen eine Person die so aussieht wie ich, sagt er. Ja, was habe ich denn angestellt. Ich zeig auf mein Hotel 10 Meter hinter mir - ja da wohne ich. Der Polizeibeamte und der Isländer verändern sich ganz schnell im Gesicht und ohne ein Wort zu sagen verschwinden sie irgendwo Richtung Hlemmur. Ich werde wohl nie erfahren, was mein heimlicher Bruder so angestellt hat.
Ansonsten ein perfekter Tag: Uni schwänzen, essen, schwimmen, noch mehr essen (ich hab zugenommen juhu!!), diverse Verabredungen ausmachen, bissle an der Phonetik rumbasteln und schließlich ist heute Abend der Facebook-Film angesagt, mit 2 Belgiern, einer Französin und einer Deutschen, die ich aber noch nicht kenne (wiiiee?!!!) - laut Gerüchten sei sie aber ganz nett. Und dass die Sonne den ganzen Tag scheint (auch wenn er nur noch 8 Stunden dauert), überrascht wohl niemanden mehr. Ein Gruß ins verregnete Deutschland ;)
Mittwoch, 20. Oktober 2010
Jani ist weg und Nina geht bald auch und das alles macht mich traurig.. Auch das Wetter hier hat ihre Tränen gezeigt, indem zuerst auf Esja und dann hier Schnee gefallen ist. Nur ein bisschen, vom winzigen Hagel oder Regen kaum zu unterscheiden, aber genug, damit wirklich jeder darüber redet. Genau wie über die Nordlichter, die ich immer noch nicht gesehen habe. Dafür esse ich in vielen WGs und Wohnungen, erlebe Erasmusstudenten und Isländer, richtig verrückte Isländer, die mir erzählen, wo denn die ganzen Biker hier her kommen, führe psychologische Gespräche und mache mir künstlerische Gedanken. Das Neueste war, mich mit den bunten Wellblechhäusern zu beschäftigen, sie aufzusuchen und dokumentieren. Ein paar Kurzgeschichten, sowie ihre englischen Übersetzungen, sind auch neulich vom Band gegangen. Das alles zeigt deutlich, wie gut das Aufschieben, auf englisch klingt es besser "procrastination", gut funktionieren kann und sehr, sehr viele Früchte tragen kann. In diesem Sinne, mache ich mal weiter an meinen Plurälen, begleitet von den Gedanken an den Facebook-Film, weiteren Übersetzungen, eventuellen von mir gedrehten Filmen, und dem Fahhrad, was mir von der Nina hinterlassen wurde, was ich vielleicht nie zum laufen kriege. Aber auf jeden Fall weiß ich jetzt, wie man ne Fahhradkette montiert.
...
Der Morgen begrüßt mich mit volgenden Worten: es gibt Bananen in Hrisateigur 1. Eigentlich sollte es nichts als Schnee und Fisch geben. Aber dieser Morgen gibt mir das Gefühl, Bananen wachsen in Müllcontainern. Ich denke mir, man könnte auch die Guesthäuser im Film verewigen. Hm, was kommt als nächstes..?
...
Der Morgen begrüßt mich mit volgenden Worten: es gibt Bananen in Hrisateigur 1. Eigentlich sollte es nichts als Schnee und Fisch geben. Aber dieser Morgen gibt mir das Gefühl, Bananen wachsen in Müllcontainern. Ich denke mir, man könnte auch die Guesthäuser im Film verewigen. Hm, was kommt als nächstes..?
Montag, 11. Oktober 2010
Reykjavik 101
Das Winterhalbjahr hat begonnen, es begrüßte mich mit einem ganzen Tag Sonnenschein, Spielen mit dem Sand und Wasser auf dem Strand, was mit Wasser in Muschelsand in den Socken endete.
Übrigens, ich habe mich verrechnet, was den Tag des Äquinoktium anbetrifft. Er war am 22. September, ich habe mich irgendwie in den Monaten verrechnet. Nichtdestotrotz schlien gestern die Sonne.
101 Reykjavik ist ein Buch, das genau zu mir hier und jetzt passt. Zynisch, "faktisch", direkt, aber doch sehr sensibel. Ich lag im Bett nach einem verschwendeten Tag und las über Zeitverschwendung und über das Liegen im Bett, danach Fernsehen an, Computer an, Mutter kommt rein... und das alles gespickt mit "Fakten". (suche im letzten Post nach Ähnlichkeiten)..
Ich weiß übrigens immer noch nicht genau, ob man 101 Reykjavik oder Reykjavik 101 schreiben soll, genau so wie ich immer noch nachdenken muss, wo denn bei unserer geliebter Stadt das "j" und wo das "y" sind. Tatsache ist, dass Bakkus sich auf der Tryggvagata 22 befindet und ich liiiebe diesen Straßennamen, weil er so passend unkonventionell klingt, wie die Filme, die montags abends in Bakkus gezeigt werden und überhaupt, die Tatsache, dass Bakkus auch mal nicht randvoll mit menschlichen Körpern sondern bestuhlt sein darf.
Heute Abend bin ich eingeladen. Zum Festessen angesichts der Mülltonnenplünderung. Wenn man es geschickt anstellt, kann man sich in dieser Stadt fast ausschießlich von Mülltonnen ernähren. Das Futter ist frisch und gesund und der Spaß ist unendlich. Auch wenn es sich ergeben kann, dass 100 Packungen Trockenfrüchte in deiner Wohnung stapeln. Auch berühmter Radkas Brot fand hier eine Fortsetzung. Radka hatte in Núpur so viel Brot eingekauft, dass sie bis zum Ende alles und Jeden damit beschenkte, womit man eigentlich ihr einen Geschenk machte. Ich überlege mir, ob ich die Radka nicht in eine Bäckerei umbenenne ;)
Jedenfalls, heute Abend wird gegessen. Jani, unserePolin Italienerin natürlich Berlinerin hat das ganze hier organisiert. Ich wollte ja nach Berlin gehen. Ich wollte ja auch mal nach England gehen. Hier - kann ich das alles haben, innerhalb von einer Wohnung. Und wo immer auch das nächste Mal gekocht wird - es verspricht sich eine große Konzentration an Engländern und Belinern. Unvergesslich ist dieser Palast, wo ich vorgestern die Ehre hatte, anwesend zu sein. Es ist, man glaubt es kaum, noch größer als das Guesthouse, in dem ich den Abend davor verbrachte beim Kuchen-Essen, und Beobachten von sockenstrickenden Frauen, die seit 7 (!!) Stunden am Werk waren und auf der anderen Seite einem Tisch auf dem Balkon, wo Karten gespielt wurde und ein Engländer sich langsam und sicher ins Nirvana säufte. Dieses Guesthouse hat mir aber beigebracht, dass betrunkene Leute auch mal ganz angenehm sein können. In der Wohnung von vorgestern habe ich aber eine getroffen, die noch weniger als ich trinkt - ich fühle mich bestätigt :) Und außerdem wurde mir beigebracht, wie man Zigaretten auf 2 Arten dreht. Besonders beeindruckend finde ich das Abfackeln von dem zu vielen Papier, bis zu einer Stelle, die feucht gemacht wurde, weil man ja dreht und das Ding ableckt.
Außerdem steht es heute auf dem Plan, einen Fahrrad basteln zu gehen und, ihr glaubt es kaum, eine Klausur zu schreiben - einen "Mid-term-test" onine. So, und jetzt warten Eier, Brot und Wurst auf mich - und der Morgen ist perfekt. Ein Morgen, was vor 12 beginnt ist sowieso perfekt, genau so wie eine Nacht vor 3.
Übrigens, ich habe mich verrechnet, was den Tag des Äquinoktium anbetrifft. Er war am 22. September, ich habe mich irgendwie in den Monaten verrechnet. Nichtdestotrotz schlien gestern die Sonne.
101 Reykjavik ist ein Buch, das genau zu mir hier und jetzt passt. Zynisch, "faktisch", direkt, aber doch sehr sensibel. Ich lag im Bett nach einem verschwendeten Tag und las über Zeitverschwendung und über das Liegen im Bett, danach Fernsehen an, Computer an, Mutter kommt rein... und das alles gespickt mit "Fakten". (suche im letzten Post nach Ähnlichkeiten)..
Ich weiß übrigens immer noch nicht genau, ob man 101 Reykjavik oder Reykjavik 101 schreiben soll, genau so wie ich immer noch nachdenken muss, wo denn bei unserer geliebter Stadt das "j" und wo das "y" sind. Tatsache ist, dass Bakkus sich auf der Tryggvagata 22 befindet und ich liiiebe diesen Straßennamen, weil er so passend unkonventionell klingt, wie die Filme, die montags abends in Bakkus gezeigt werden und überhaupt, die Tatsache, dass Bakkus auch mal nicht randvoll mit menschlichen Körpern sondern bestuhlt sein darf.
Heute Abend bin ich eingeladen. Zum Festessen angesichts der Mülltonnenplünderung. Wenn man es geschickt anstellt, kann man sich in dieser Stadt fast ausschießlich von Mülltonnen ernähren. Das Futter ist frisch und gesund und der Spaß ist unendlich. Auch wenn es sich ergeben kann, dass 100 Packungen Trockenfrüchte in deiner Wohnung stapeln. Auch berühmter Radkas Brot fand hier eine Fortsetzung. Radka hatte in Núpur so viel Brot eingekauft, dass sie bis zum Ende alles und Jeden damit beschenkte, womit man eigentlich ihr einen Geschenk machte. Ich überlege mir, ob ich die Radka nicht in eine Bäckerei umbenenne ;)
Jedenfalls, heute Abend wird gegessen. Jani, unsere
Außerdem steht es heute auf dem Plan, einen Fahrrad basteln zu gehen und, ihr glaubt es kaum, eine Klausur zu schreiben - einen "Mid-term-test" onine. So, und jetzt warten Eier, Brot und Wurst auf mich - und der Morgen ist perfekt. Ein Morgen, was vor 12 beginnt ist sowieso perfekt, genau so wie eine Nacht vor 3.
Samstag, 9. Oktober 2010
Fakten.
1) In Reykjavik gibt es keine Tauben.
2) In Reykjavik gibt es auch keine Hunde.
3) In Reykjavik gibt es keine normalen Klammottenläden.
4) In Reykjavik gibt es keine alte Häuser.
5) In Reykjavik gibt es Bäume.
6) In Reykjavik ist es möglich, das Buch Reykjavik 101 zu kaufen.
7) In Reykjavik ist es möglich, einen Tag ohne die Wörter "Viking", "Björk" oder "Eyjafjallajökull" zu verbringen.
8) In Reykjavik ist es unmöglich, die Hallgrimskirkja nicht zu sehen.
9) In Reykjavik ist es aber sehr warscheinlich, nie in die Hallgrimskirkja reinzugehen, auch nach einem Jahr aufenthalt.
10) Reykjaviks Enten können gar nicht groß genug sein.
11) Zu diesem Grund gibt es in Reykjavik gefühlte eine Millon Katzen.
12) Reykjaviks Katzen haben einen einzigartigen Charakter.
13) Reykjaviks Enten haben ein komplizietes Sozialleben.
14) Es gibt deprimierte Menschen auf Reykjaviks Straßen.
15) Deprimierte Menschen auf Reykjaviks Straßen sitzen am Straßenrand, betteln nicht, wollen nichts und schauen deprimiert.
16) Trotzdem scheint in Reykjavik die Sonne.
17) In Reykjavik regnet es weniger als in Deutschland.
18) Auf dem Laugavegur gibt es 2 Eisbären.
19) Auf dem Laugavegur ist es möglich, nackt tanzende Menschen zu sehen.
20) Ein Mann mit roter Fahne auf dem Laugavegur will keine Revolution, sondern führt eine Gruppe von Festivalbesuchern an.
21) Reykjavik spart nicht an rosa Beleuchtung.
22) Reykjavik spart nicht an Regenbogenflaggen.
23) Das Regierungsgebäude in Reykjavik war früher ein Gefängnis.
24) "SS" hat sehr viele Filialen in Reykjavik und verkauft Hot Dogs.
25) Die Mülltonnen von Bonus sind fähig, die ganze Welt zu ernähren.
26) Jede Frau, die nach Reykjavik kommt, fängt an zu stricken.
27) Bío Paradies bringt der Welt die Kultur wieder bei.
28) Babalú ist das schönste Cafe der Welt.
29) Laugavegur ist die längste Straße der Welt.
30) Island ist das größte Land der Welt.
2) In Reykjavik gibt es auch keine Hunde.
3) In Reykjavik gibt es keine normalen Klammottenläden.
4) In Reykjavik gibt es keine alte Häuser.
5) In Reykjavik gibt es Bäume.
6) In Reykjavik ist es möglich, das Buch Reykjavik 101 zu kaufen.
7) In Reykjavik ist es möglich, einen Tag ohne die Wörter "Viking", "Björk" oder "Eyjafjallajökull" zu verbringen.
8) In Reykjavik ist es unmöglich, die Hallgrimskirkja nicht zu sehen.
9) In Reykjavik ist es aber sehr warscheinlich, nie in die Hallgrimskirkja reinzugehen, auch nach einem Jahr aufenthalt.
10) Reykjaviks Enten können gar nicht groß genug sein.
11) Zu diesem Grund gibt es in Reykjavik gefühlte eine Millon Katzen.
12) Reykjaviks Katzen haben einen einzigartigen Charakter.
13) Reykjaviks Enten haben ein komplizietes Sozialleben.
14) Es gibt deprimierte Menschen auf Reykjaviks Straßen.
15) Deprimierte Menschen auf Reykjaviks Straßen sitzen am Straßenrand, betteln nicht, wollen nichts und schauen deprimiert.
16) Trotzdem scheint in Reykjavik die Sonne.
17) In Reykjavik regnet es weniger als in Deutschland.
18) Auf dem Laugavegur gibt es 2 Eisbären.
19) Auf dem Laugavegur ist es möglich, nackt tanzende Menschen zu sehen.
20) Ein Mann mit roter Fahne auf dem Laugavegur will keine Revolution, sondern führt eine Gruppe von Festivalbesuchern an.
21) Reykjavik spart nicht an rosa Beleuchtung.
22) Reykjavik spart nicht an Regenbogenflaggen.
23) Das Regierungsgebäude in Reykjavik war früher ein Gefängnis.
24) "SS" hat sehr viele Filialen in Reykjavik und verkauft Hot Dogs.
25) Die Mülltonnen von Bonus sind fähig, die ganze Welt zu ernähren.
26) Jede Frau, die nach Reykjavik kommt, fängt an zu stricken.
27) Bío Paradies bringt der Welt die Kultur wieder bei.
28) Babalú ist das schönste Cafe der Welt.
29) Laugavegur ist die längste Straße der Welt.
30) Island ist das größte Land der Welt.
Freitag, 1. Oktober 2010
Ginger
Komm grad heim nach einem Film und schönem Abend mit Manuel&Hannamarie, kauf mir im "10-11" (Manuel besteht darauf, ihn 'Seven-Eleven' zu ennnen) ne teure Ginger-Limonade, komm heim, setz mich gemütlich hin, will das Ding öffnen. Hat aber so nen Metalldeckel, geht nicht. Also nehm ich nen Dosenöffner und versuch mit dem Metallteil den Deckel abzumachen. Und was tut es? Es macht den halben Hals von der Glasflasche ab. So witzig, ich glaub ich werd das abgemachte Ding behalten. Im selben Moment wie ich es öffne, bemerke ich einen Brief auf meinem Tisch. Ich hatte wohl Besuch bekommen, während ich (sehr spät) noch geschlafen habe. Dann trink ich so vor mich hin und denk an Freunde, die ich hier bekommen habe und fühl mich glücklich. Denk an den Gingertee in Radkas Haus auf der Terasse, während es überall nach dem Regen tropft, Leute mit Fahrrädern kommen und gehen und um mich herum die abblätternde Farbe an den Wänden zu sehen sind, die auf verschiedene Weise unebenheiten zeigen. Genau so wie diese Wochen. Genau so wie diese Leute in diesen Wochen. Ich trink auf euch. Und auch euch, dameimgebliebene :)
Donnerstag, 30. September 2010
Hölle und Himmel und Alltag
Hölle und Himmel und Alltag
Reden wir über das Wetter. Das ist nämlich hier auf Island ganz spannend. Ich habe gehört, im Herbst, (dessen Hälfte nun offiziell überschritten ist, denn Herbst auf Island hat nur 2 Monate) gibt es ganz fürchterliche Stürme - wo sind sie denn nun? Ich habe bisher nur Windböen erlebt, die aber 200 Meter von der Küste in der Stadt überhaupt nicht mehr stören, von 2 stürmischen Tagen mal abgesehen. Wo ist es, dieses fürchterliche isländische Wetter, wovor ich so große Angst hatte, dass ich meinen 20kilo-Koffer so mit Kleidung vollgepackt habe, dass ich kein Gewicht auch nur für ein einziges Buch hatte. Ich schau hin und wieder in die Tagesschau rein und sehe, in Deutschland regnet's, in Deutschland ist trübe, und so weiter.. Hier regnet's auch, aber niemals den ganzen Tag lang, geschweige denn ganze Woche. Und seit ich jetzt ein stolzer Besitzer einer Busfahrkarte bin, macht er mir überhaupt nichts mehr aus. Meistens ist es eh nur Nieselregen, den man kaum spürt.
Ich hatte aber doch die Gelegenheit, mich so richtig isländisch zu fühlen. Nämlich letzte Woche bei einem Ausflug mit einem meiner Kurse ("Icelandic Natural and Cultural Legacy") zu einem alten Vulkankrater, irgendwo in der Nähe von Reykjavik. Sprich: Gras, Steine, Wüste, Steinhügel, komische Lavaformationen. So, Durchschnitt, würde ich sagen. Das war auch nicht das spannendste dort. Spannend war es, im Regen 3 Stunden zu laufen. Schöner gleichmäßiger Nieselregen. Zuerst denkst du, ach, das ist doch auszuhalten. Da wird man schneller trocken, als man nass wird, denkt man sich. Der Regen hört aber nicht auf, und es ist nicht dasselbe, wie in der Stadt rumzulafen - da ist man spätestens nach einer halben Stunde irgendwo angekommen. Auf dem Land hier gibt es aber weder Dächer noch Bäume, also war ich allen Naturkräften ausgeliefert, so wie sie dort vorliegen. Zuerst verändert die Jacke ihre Farbe (ja, diese schwarze Jacke, ihr kennt sie alle) - sie wird dunkler und dann glänzt sie wegen den vielen Wasser. Und ich denk mir - ha, die lässt doch nichts durch, super Jacke. Dann die Hose - ganz viele Tropfen, aber nie scheinen sie vollkommen nass zu werden, und außerdem ist es ja so windig, also trocknet eine Seite zumindest im Wind. So nach einer Stunde kleben sie aber doch an den Beinen, und da helfen auch keine guten Schuhe - das ganze Wasser läuft von oben rein. Danach kommt das witzigste - festzustellen, dass ich das Wasser oben nur nicht gespürt habe, weil mein Pulli und Hemd noch nicht völlig durchnässt waren. Und der Wind weht, wohlbemerkt, ins Gesicht, und das nicht zu knapp. Als wir am Krater waren, haben Steine eigentlich keinen mehr interessiert, es zählten nur noch Regen und Wind, der Wind ist nochmal mit der Höhe zugenommen, es hat sich fast schon wie Fliegen angefühlt. Meine Kamera habe ich nicht rausgeholt, das haben echt die wenigsten gemacht, aber irgendwo dürfte ein Bild von mir sein, wie ich auf dem Wind liege. Auf dem Weg zurück haben, witzigerweise, Wind und Regen aufgehört, und so konnten wir auch noch ein bisschen Sonne genießen. Verrücktes Isländisches Wetter. Die Bilanz: alles nass bis auf den Kopf und den Rücken, weil ich nen Ranzen trug. Und ne Stunde Fahrt zurück, mit nassen Sachen. Aber ich bin nicht krank geworden, immerhin :)
Ein weiteres Ereignis hier ist der Internationale Filmfestival, wo ich (natürlich!!) die Karte gekauft habe, ist ja nur 7.500 Kronen, und dafür darf ich jetzt unbegrenzt Filme schauen. Noch bis 3 Oktober. Die meisten Filme sind sehr passend für Island, oder zumindest zu dem, was man mit Island verbindet, wenn man das Land nicht kennt. Alles sehr groß, lang, ohne viele Worte und sehr künstlerisch. Und auch sehr viel soziales. Ein paar heitere Momente kommen da schon durch, man muss aber danach suchen. Beispiel dafür sind die russischen Filme, die ich hier gesehen habe, "Как я провёл этим летом" ("How I Ended This Summer"), und "Овсянки" ("Silent Souls") - im ersteren spielen überhaupt nur 2 Menschen, und das auf der Länge von 2 Stunden und einer sehr bitteren, wenn auch nicht überall nachvollziehbaren Handlung. Der zweite Film ist etwas mehr heiter, aber immer noch sehr tief in der Traurigkeit versunken. Es gab auch schlechte Filme, aber über die muss man ja nicht reden. Insgesamt finde ich es aber sehr schön und inspirierend. Es gab hier auch ne Videokonferenz mit Chomsky, die habe ich aber verpasst, weil es nur 300 Plätze gab und ich zu spät gekommen bin. Chomsky ist wichtig. Eine Professorin hier zitiert ihn, als würde sie Bibel zitieren. Is auch n wichtiger Mann, ohne Zweifel..
Apropos Bäume. Erstens habe ich mein Essay in Syntax II endlich abgeschickt und darf jetzt offiziell Syntax für mein ganzes Leben vergessen. Vielleicht werde ich aber noch zu diesem Thema zurückkehren, wer weiß.. Zweitens verfolge ich ganz intensiv die Geschehnisse in Stuttgart und fühle sehr tief mit diesen Menschen mit. Hoffentlich wird das noch irgendwie positiv ausgehen. Schon spannend, wenn hier sogar Leute aus Österreich darüber aufregen, was in Stuttgart passiert. Da wird man stolz auf die eigene Stadt, ganz gleich ob der Grund dafür traurig ist oder nicht :) Übrigens, ich hab grad eben zum ersten Mal seit ich auf Island bin, eine Polizeisirene gehört. Oder Krankenwagen, oder Feuerwehr. Ist jedenfalls sehr ungewöhnlich hier.
Ein bisschen schade, dass die Leute sich hier reihenweise erkälten, deswegen fallen viel Abende aus, aber es gibt immer noch genug schöne Abende in schönen WGs und Wohnungen. Wie gestern z.B., als ich 2 80jährige britische Ladys kennen lernen durfte, die Oma einer Erasmus-Studentin hier und ihre Schwester. Der schlussendliche Beweis dafür, dass ich Englisch nun KANN. Übrigens, in ihrer Wohnung habe ich auch gestern erfahren, dass hier reihenweise sehr gutes Futter einfach weggeschmissen wird, als Bestätigung dessen habe ich auch einen Joghurt geschenkt bekommen, und der ist lecker!! Theoretisch kann ich auch am Essen sparen, also. Außerdem kann man sich hier in einer Werkstatt einen Fahhrad basteln, und dann mit ihm an einer "Critical Mass" teilnehmen. Wie das ausgehen wird, berichte ich dann nächtes mal, wenn es mal wieder dunkler, kälter, aber unverändert veränderlich und aufregend geworden ist.
Reden wir über das Wetter. Das ist nämlich hier auf Island ganz spannend. Ich habe gehört, im Herbst, (dessen Hälfte nun offiziell überschritten ist, denn Herbst auf Island hat nur 2 Monate) gibt es ganz fürchterliche Stürme - wo sind sie denn nun? Ich habe bisher nur Windböen erlebt, die aber 200 Meter von der Küste in der Stadt überhaupt nicht mehr stören, von 2 stürmischen Tagen mal abgesehen. Wo ist es, dieses fürchterliche isländische Wetter, wovor ich so große Angst hatte, dass ich meinen 20kilo-Koffer so mit Kleidung vollgepackt habe, dass ich kein Gewicht auch nur für ein einziges Buch hatte. Ich schau hin und wieder in die Tagesschau rein und sehe, in Deutschland regnet's, in Deutschland ist trübe, und so weiter.. Hier regnet's auch, aber niemals den ganzen Tag lang, geschweige denn ganze Woche. Und seit ich jetzt ein stolzer Besitzer einer Busfahrkarte bin, macht er mir überhaupt nichts mehr aus. Meistens ist es eh nur Nieselregen, den man kaum spürt.
Ich hatte aber doch die Gelegenheit, mich so richtig isländisch zu fühlen. Nämlich letzte Woche bei einem Ausflug mit einem meiner Kurse ("Icelandic Natural and Cultural Legacy") zu einem alten Vulkankrater, irgendwo in der Nähe von Reykjavik. Sprich: Gras, Steine, Wüste, Steinhügel, komische Lavaformationen. So, Durchschnitt, würde ich sagen. Das war auch nicht das spannendste dort. Spannend war es, im Regen 3 Stunden zu laufen. Schöner gleichmäßiger Nieselregen. Zuerst denkst du, ach, das ist doch auszuhalten. Da wird man schneller trocken, als man nass wird, denkt man sich. Der Regen hört aber nicht auf, und es ist nicht dasselbe, wie in der Stadt rumzulafen - da ist man spätestens nach einer halben Stunde irgendwo angekommen. Auf dem Land hier gibt es aber weder Dächer noch Bäume, also war ich allen Naturkräften ausgeliefert, so wie sie dort vorliegen. Zuerst verändert die Jacke ihre Farbe (ja, diese schwarze Jacke, ihr kennt sie alle) - sie wird dunkler und dann glänzt sie wegen den vielen Wasser. Und ich denk mir - ha, die lässt doch nichts durch, super Jacke. Dann die Hose - ganz viele Tropfen, aber nie scheinen sie vollkommen nass zu werden, und außerdem ist es ja so windig, also trocknet eine Seite zumindest im Wind. So nach einer Stunde kleben sie aber doch an den Beinen, und da helfen auch keine guten Schuhe - das ganze Wasser läuft von oben rein. Danach kommt das witzigste - festzustellen, dass ich das Wasser oben nur nicht gespürt habe, weil mein Pulli und Hemd noch nicht völlig durchnässt waren. Und der Wind weht, wohlbemerkt, ins Gesicht, und das nicht zu knapp. Als wir am Krater waren, haben Steine eigentlich keinen mehr interessiert, es zählten nur noch Regen und Wind, der Wind ist nochmal mit der Höhe zugenommen, es hat sich fast schon wie Fliegen angefühlt. Meine Kamera habe ich nicht rausgeholt, das haben echt die wenigsten gemacht, aber irgendwo dürfte ein Bild von mir sein, wie ich auf dem Wind liege. Auf dem Weg zurück haben, witzigerweise, Wind und Regen aufgehört, und so konnten wir auch noch ein bisschen Sonne genießen. Verrücktes Isländisches Wetter. Die Bilanz: alles nass bis auf den Kopf und den Rücken, weil ich nen Ranzen trug. Und ne Stunde Fahrt zurück, mit nassen Sachen. Aber ich bin nicht krank geworden, immerhin :)
Ein weiteres Ereignis hier ist der Internationale Filmfestival, wo ich (natürlich!!) die Karte gekauft habe, ist ja nur 7.500 Kronen, und dafür darf ich jetzt unbegrenzt Filme schauen. Noch bis 3 Oktober. Die meisten Filme sind sehr passend für Island, oder zumindest zu dem, was man mit Island verbindet, wenn man das Land nicht kennt. Alles sehr groß, lang, ohne viele Worte und sehr künstlerisch. Und auch sehr viel soziales. Ein paar heitere Momente kommen da schon durch, man muss aber danach suchen. Beispiel dafür sind die russischen Filme, die ich hier gesehen habe, "Как я провёл этим летом" ("How I Ended This Summer"), und "Овсянки" ("Silent Souls") - im ersteren spielen überhaupt nur 2 Menschen, und das auf der Länge von 2 Stunden und einer sehr bitteren, wenn auch nicht überall nachvollziehbaren Handlung. Der zweite Film ist etwas mehr heiter, aber immer noch sehr tief in der Traurigkeit versunken. Es gab auch schlechte Filme, aber über die muss man ja nicht reden. Insgesamt finde ich es aber sehr schön und inspirierend. Es gab hier auch ne Videokonferenz mit Chomsky, die habe ich aber verpasst, weil es nur 300 Plätze gab und ich zu spät gekommen bin. Chomsky ist wichtig. Eine Professorin hier zitiert ihn, als würde sie Bibel zitieren. Is auch n wichtiger Mann, ohne Zweifel..
Apropos Bäume. Erstens habe ich mein Essay in Syntax II endlich abgeschickt und darf jetzt offiziell Syntax für mein ganzes Leben vergessen. Vielleicht werde ich aber noch zu diesem Thema zurückkehren, wer weiß.. Zweitens verfolge ich ganz intensiv die Geschehnisse in Stuttgart und fühle sehr tief mit diesen Menschen mit. Hoffentlich wird das noch irgendwie positiv ausgehen. Schon spannend, wenn hier sogar Leute aus Österreich darüber aufregen, was in Stuttgart passiert. Da wird man stolz auf die eigene Stadt, ganz gleich ob der Grund dafür traurig ist oder nicht :) Übrigens, ich hab grad eben zum ersten Mal seit ich auf Island bin, eine Polizeisirene gehört. Oder Krankenwagen, oder Feuerwehr. Ist jedenfalls sehr ungewöhnlich hier.
Ein bisschen schade, dass die Leute sich hier reihenweise erkälten, deswegen fallen viel Abende aus, aber es gibt immer noch genug schöne Abende in schönen WGs und Wohnungen. Wie gestern z.B., als ich 2 80jährige britische Ladys kennen lernen durfte, die Oma einer Erasmus-Studentin hier und ihre Schwester. Der schlussendliche Beweis dafür, dass ich Englisch nun KANN. Übrigens, in ihrer Wohnung habe ich auch gestern erfahren, dass hier reihenweise sehr gutes Futter einfach weggeschmissen wird, als Bestätigung dessen habe ich auch einen Joghurt geschenkt bekommen, und der ist lecker!! Theoretisch kann ich auch am Essen sparen, also. Außerdem kann man sich hier in einer Werkstatt einen Fahhrad basteln, und dann mit ihm an einer "Critical Mass" teilnehmen. Wie das ausgehen wird, berichte ich dann nächtes mal, wenn es mal wieder dunkler, kälter, aber unverändert veränderlich und aufregend geworden ist.
Donnerstag, 23. September 2010
Dienstag, 7. September 2010
Ich ist weißgottwiespät, und ich habe das Gefühl, als würde ich etwas verbotenes Tun, da ich morgen um 10 einen Seminar habe.
Aber mein Blog braucht mich einfach. Jetzt. Und ich mag das Licht einer normalen Lampe sehr, und meine hohe Decke auch, ich weiß jetzt, wie viel Gemütlichkeit eine Energiesparlampe zerstören kann.
Ich befinde mich grad in einem merkwürdigen Zustand. Einerseits scheine ich diese Stadt schon zu kennen und solche Namen wie "Bakkus" und "Bar Eleven" sind für mich (im Gegensatz zu den meisten von euch, Lesern) wie alte Bekannte. Einerseits habe ich schon meine Fühler ausgestreckt und weiß, wo die Buchläden, wo die Briefkästen und wo die Büchereien sind, andererseits suche ich immer noch nach einer Drogerie und nach einem Fotoautomat (ja, DM ist das einzige, was ich hier vermisse), und kann immer noch staunend mit aufgerissenen Augen durch manche Straßen gehen. Ich bin auf der Grenze von einem Touristen und einem Einwohner, von Chaos und Zuhause. Wobei in Stuttgart hatte ich auch nie das Gefühl, mich so richtig eingelebt zu haben, hat wohl auch mit der Größe der Stadt zu tun. Mein Ziel ist es jetzt, gute Musikläden, Videotheken, Kinos und Schwimmbäder anzusteuern - bisher bin ich immer nur an diesen Einrichtungen vorbei gegangen. Und Fischmarkt, und Flohmarkt, und ein Zoo - nicht zu vergessen. Viel zu tun in der Stadt. Und Zuhause - da ist alles eingerichtet, ich weiß, wann immer die Putzer kommen, und ich mach mir (: mama, sei stolz auf mich! :) fast jeden Tag selber Essen, ein vergleichsweise gesundes und preswertes und ich bin nicht zu faul, auch jeden Tag das Geschirr zu spühlen. Nur mit pünktlich ins Bett gehen habe ich noch nicht gelernt, ob ich das je lernen werde?...
Die Uni ist bei mir genau so auf der Grenze zwischen Gemütlichkeit und Chaos. Ich kenne meine Kurse, war auch schon überall drin, hab aber immer noch viele Papiere nicht fertig und nicht alles ist mir vertraut dort, z.B. die Fachschaft, die anscheinend sehr aktiv ist, die habe ich nirgens gesehen. Wohl aber ein Konzert direkt im Háskólatorg - das ist das Hauptgebäude hier in der Uni, die die Univerwaltung, Mensa und die größeren Hörsähle in sich vereint. Da verbringe ich auch eigentlich die meiste Zeit, die ich an der Uni bin. Es fühlt sich alles sehr leicht und transparent dort an, mit viel Luft und Platz - die braucht man auch, schließlich geht täglich fast jeder Student durch dieses Gebäude. Und es gibt kostenloses Wasser. Und eine Art Treppe nach Unten, die im Kreis geht und extrem lange Stufen hat, in die 2 bis 3 Schritte rein passen, was sehr verwirrend ist.
Was sehr viel zur Gemütlichkeit an der Uni beiträgt, ist, dass jeder Student einen "Buddy" hat, einen Isländer, an den man sich wenden kann mit Fragen, oder mit dem man was unternehmen kann, abhängig davon natürlich, was für ein Mensch dieser Student ist. Ich hab jedenfalls Glück gehabt mit meinem Buddy, er hat mir schon ziemlich viel von Reykjavik gezeigt und von Dingen und Orten erzählt, von den ich keine Ahnung hatte, dass es sie gibt. - Wie das Filmfestival, was in einigen Wochen hier stattfinden wird. Und seine Mutter - da sieht man mal wieder, wie klein die Welt, vor allem auf Island, ist - seine Mutter war in den 60ern auf der Schule in Núpur, als es noch eine Schule war. Sie war also eines dieser Mädchen mit den lustigen Frisuren (so wie eben die Mode in der 60ern war), die wir jedes Mal als wir aus unseren Klassenräumen beim Sprachkurs rausgingen anblickten. Aber auf Island ist sowieso jeder mit jedem höchstens über 2 Ecken verwandt, so ein Wunder ist es dann nicht.
Es vergeht echt kein Tag, an dem nicht irgendwas passiert, was mich an Núpur erinnert. Und nie erscheinen wir weniger als zu fünft. Auf der Erasmus-Willkommensparty, gestern im Bakkus, als eine von uns Geburtstag hatte, da sind am Ende etwa 30 Leute gekommen, und die Bar wurde wieder gut gefüllt. Wobei die natürlich am Freitag und Samstag die reinste Hölle ist - ein Gemisch aus Mensch, Lärm und Glasscherben. Gestern war es im Vergleich schön ruhig und ich konnte zum ersten Mal den Boden von diesem Laden sehen. Was wirklich isländisch ist - kein Klischee - überfüllte Bars, so dass man das Gefühl hat, sich nciht weiter bewegen zu können. Aber man kann. Und tanzen auch. Es ist ein sehr flüssiges Gefühl in dieser Menschenmenge, ich habe sowas in Deutschland nie erlebt. Und natürlich sind die Isländer viel verrückter im Verhalten, vor allem wenn die ausreichend getrunken haben. Hier muss ich also keine Angst haben, mich auf Partys merkwürdig zu verhalten. Was ich auch schon erfolgreich getestet habe - auf der Erasmus-Willkommensparty - Stichwort auf Tischen tanzen :) Wobei der Tisch sich als ganz schon wackelig erwies, so dass ich nach einer Weile eine Notlandung machen musste, bevor der Tisch noch irgendwohin umkippt.
So, jetzt gehts aber ins Bett! Ich werd mal ne neue Portion Fotos machen und hochladen, ich muss mir nur einen freien Tag aussuchen und schönes Wetter abwarten. Heute hat es nämlich ziemlcih ekelhaft geregnet. Ich musste 280 Kronen für den Bus bezahlen - eine Schweinerei ist dieser Regen!
Aber mein Blog braucht mich einfach. Jetzt. Und ich mag das Licht einer normalen Lampe sehr, und meine hohe Decke auch, ich weiß jetzt, wie viel Gemütlichkeit eine Energiesparlampe zerstören kann.
Ich befinde mich grad in einem merkwürdigen Zustand. Einerseits scheine ich diese Stadt schon zu kennen und solche Namen wie "Bakkus" und "Bar Eleven" sind für mich (im Gegensatz zu den meisten von euch, Lesern) wie alte Bekannte. Einerseits habe ich schon meine Fühler ausgestreckt und weiß, wo die Buchläden, wo die Briefkästen und wo die Büchereien sind, andererseits suche ich immer noch nach einer Drogerie und nach einem Fotoautomat (ja, DM ist das einzige, was ich hier vermisse), und kann immer noch staunend mit aufgerissenen Augen durch manche Straßen gehen. Ich bin auf der Grenze von einem Touristen und einem Einwohner, von Chaos und Zuhause. Wobei in Stuttgart hatte ich auch nie das Gefühl, mich so richtig eingelebt zu haben, hat wohl auch mit der Größe der Stadt zu tun. Mein Ziel ist es jetzt, gute Musikläden, Videotheken, Kinos und Schwimmbäder anzusteuern - bisher bin ich immer nur an diesen Einrichtungen vorbei gegangen. Und Fischmarkt, und Flohmarkt, und ein Zoo - nicht zu vergessen. Viel zu tun in der Stadt. Und Zuhause - da ist alles eingerichtet, ich weiß, wann immer die Putzer kommen, und ich mach mir (: mama, sei stolz auf mich! :) fast jeden Tag selber Essen, ein vergleichsweise gesundes und preswertes und ich bin nicht zu faul, auch jeden Tag das Geschirr zu spühlen. Nur mit pünktlich ins Bett gehen habe ich noch nicht gelernt, ob ich das je lernen werde?...
Die Uni ist bei mir genau so auf der Grenze zwischen Gemütlichkeit und Chaos. Ich kenne meine Kurse, war auch schon überall drin, hab aber immer noch viele Papiere nicht fertig und nicht alles ist mir vertraut dort, z.B. die Fachschaft, die anscheinend sehr aktiv ist, die habe ich nirgens gesehen. Wohl aber ein Konzert direkt im Háskólatorg - das ist das Hauptgebäude hier in der Uni, die die Univerwaltung, Mensa und die größeren Hörsähle in sich vereint. Da verbringe ich auch eigentlich die meiste Zeit, die ich an der Uni bin. Es fühlt sich alles sehr leicht und transparent dort an, mit viel Luft und Platz - die braucht man auch, schließlich geht täglich fast jeder Student durch dieses Gebäude. Und es gibt kostenloses Wasser. Und eine Art Treppe nach Unten, die im Kreis geht und extrem lange Stufen hat, in die 2 bis 3 Schritte rein passen, was sehr verwirrend ist.
Was sehr viel zur Gemütlichkeit an der Uni beiträgt, ist, dass jeder Student einen "Buddy" hat, einen Isländer, an den man sich wenden kann mit Fragen, oder mit dem man was unternehmen kann, abhängig davon natürlich, was für ein Mensch dieser Student ist. Ich hab jedenfalls Glück gehabt mit meinem Buddy, er hat mir schon ziemlich viel von Reykjavik gezeigt und von Dingen und Orten erzählt, von den ich keine Ahnung hatte, dass es sie gibt. - Wie das Filmfestival, was in einigen Wochen hier stattfinden wird. Und seine Mutter - da sieht man mal wieder, wie klein die Welt, vor allem auf Island, ist - seine Mutter war in den 60ern auf der Schule in Núpur, als es noch eine Schule war. Sie war also eines dieser Mädchen mit den lustigen Frisuren (so wie eben die Mode in der 60ern war), die wir jedes Mal als wir aus unseren Klassenräumen beim Sprachkurs rausgingen anblickten. Aber auf Island ist sowieso jeder mit jedem höchstens über 2 Ecken verwandt, so ein Wunder ist es dann nicht.
Es vergeht echt kein Tag, an dem nicht irgendwas passiert, was mich an Núpur erinnert. Und nie erscheinen wir weniger als zu fünft. Auf der Erasmus-Willkommensparty, gestern im Bakkus, als eine von uns Geburtstag hatte, da sind am Ende etwa 30 Leute gekommen, und die Bar wurde wieder gut gefüllt. Wobei die natürlich am Freitag und Samstag die reinste Hölle ist - ein Gemisch aus Mensch, Lärm und Glasscherben. Gestern war es im Vergleich schön ruhig und ich konnte zum ersten Mal den Boden von diesem Laden sehen. Was wirklich isländisch ist - kein Klischee - überfüllte Bars, so dass man das Gefühl hat, sich nciht weiter bewegen zu können. Aber man kann. Und tanzen auch. Es ist ein sehr flüssiges Gefühl in dieser Menschenmenge, ich habe sowas in Deutschland nie erlebt. Und natürlich sind die Isländer viel verrückter im Verhalten, vor allem wenn die ausreichend getrunken haben. Hier muss ich also keine Angst haben, mich auf Partys merkwürdig zu verhalten. Was ich auch schon erfolgreich getestet habe - auf der Erasmus-Willkommensparty - Stichwort auf Tischen tanzen :) Wobei der Tisch sich als ganz schon wackelig erwies, so dass ich nach einer Weile eine Notlandung machen musste, bevor der Tisch noch irgendwohin umkippt.
So, jetzt gehts aber ins Bett! Ich werd mal ne neue Portion Fotos machen und hochladen, ich muss mir nur einen freien Tag aussuchen und schönes Wetter abwarten. Heute hat es nämlich ziemlcih ekelhaft geregnet. Ich musste 280 Kronen für den Bus bezahlen - eine Schweinerei ist dieser Regen!
Donnerstag, 26. August 2010
die Stimmung für heute..
Schau grad die Sonnenfinsternisse bis 2030 auf Wikipedia
und höre mir ein entsprechendes Lied an. Denk dabei auch an die immer weniger werdenden Tage, an den Winter, der irgendwann mal kommen wird.. Wobei es immer noch die Sonne scheint, ich glaub, da habe ich mir viel zu viel Kälte vorgestellt, es wird halt stürmisch und dunkel werden, aber es scheint so, als hätte Deutschland viel mehr Regen zu bieten als dieses Land.
Ihr könnt ja solange auf diese schöne Grafik links meditieren, ich erzähle was von Reykjavik, wie ich es gestern gesehen habe.
Ich ging raus, mit dem Gefühl, es sei alles unglaublich groß, verwirrend und schwer zu finden. Bisher kannte ich nur den Laugavegur, also die Einkaufsmeile und Fußgängerzone von Reykjavik. So etwas wie unsere Königsstraße, aber schmaler, kürzer, nicht überfüllt und vor allem - netter. Und faszinierende Anzahl von Cafes, ich glaub, wenn ich Geld verschwenden wollen würde, dann würd ich jeden Abend in so einem Cafe verbringen. Und natürlich, die bunten Häuser mit einem, zwei - höchstens 3 Stockwerken. Die ganze Stadt kommt mir vie abgesägt vor - so viel Himmel bin ich von Zuhause aus nicht gewöhnt. Und die Läden: ein extra für Schuhe, eins für Süßigkeiten, für Alkohol gibt es auch eins, Einkaufszentren hab ich bisher keine gesehen. Kein Karstadt, C&A, Kaufhof, Kaufland - all diese ekligen gläsernen überdimensionalen Gebäude, die ich von Zuhause aus kenne fehlen hier. Das ist eine Stadt, finde ich, wie sie sein soll. Mag sein, dass große deutsche Städte vor etwa 70 Jahren so ähnlich ausgesehen haben, vielleicht wird ja alles wirklich schlechter, unpersönlicher, seelenloser... Vielleicht kommt es auch auf die Länder an, oder auch auf die Größe der Städte. Als ich mal in Reutlingen war, fand ich es dort sehr gemütlich und freundlich, und von der Größe her würde es schon mit Reykjavik vergleichbar sein.
Ich lauf so am Laugavegur entlang, treff n paar bekannte Gesichter und lauf dass in 2 weitere kurze Straßen, die auch noch Fußgängerzone sind. Nach diesen Straßen kommt der Ingólfstorg. Und nun. dachte ich immer, wo ist dar Zentrum, wo ist das Parlament und alles? Stattdessen sah ich diesen kleinen Platz voll mit Motorrädern und Männern aus einer oder zeit Rockergangs. Und daneben, in friedlicher Koexistenz - Skater mit ihren langen Haaren und tüpischen Mützen. In unserem Sprachkurs gab es einen, der genau nach diesen Leuten auf der Suche war. Aber er wird sie schon finden, wenn er sie nicht schon kennt. Um den Ingólfstorg gibt es die größte Ansammlung von diesen kleinen bunten Häusern, es gab sogar eine Straße, wo es nur diese Häuser gibt. Mein Gefühl beim Anblick dieser Straße kann man mit dem Gefühl vergleichen, in einer deutchen Straße nur Fachwerk vorzufinden. Hier gibt es weder Fachwerk noch Backstein, die kleinen Häuser haben außen durchgehend Wellblech. Ich stelle mir vor, welch gewaltigen Lärm die Dinger bei den Herbststürmen machen. Ein paar von den Häusern verden an Studenten wie uns vermietet, doch in den meisten wohnen Menschen tatsächlich. Mitten in der Innenstadt. Denn, das habe ich gestern rausgefunden, diese gefühlte 5 Gassen ist die ganze Innenstadt. Wo ist denn das berühmte Regierungsgebäude? Irgendwo muss es doch einen Platz geben, mit Zaun und Flagge und so, dachte ich. Im Fernsehen sah alles so groß aus.. Und dann schließt sich der Kreis. Das Regierungsgebäude steht ganz bescheiden links von Ende des Laugavegur. Keine Polizei, kein Zaun, man kann anklopfen, vorbeikommen, n Kaffee mit dem Präsidenten trinken - es dutzen sich hier sowieso alle Menschen. Ok, ich habs nicht ausprobiert, aber es sieht echt so aus.
Achso, und wegen dem Dutzen. In England ist die "du"-Form ausgestorben. Das machte die Engländer, zumindest von der Sprache her, sehr höflich und umständlich. Auf Island ist bdas Gegenteil passiert. Hier sagt man statt "ich hätte gerne..." "ég ætla að fá ..." ('ich habe vor ... zu bekommen') und "mér langar" ('ich will/brauche') und auch im Verhalten spiegelt es sich wieder: Isländer sind sehr direkt und unhöflig. Ich hab schon Berichte gehört, dass Leute in den Clubs einfach so geschubst wurden, wenn sie im Weg standen. Ich glaube aber, es ist einfach ihre Art, nett zu sein. Und schön sind sie auch. Viele große Augen, kalte Blicke, interessante Haare.... :)
ich gehe dann mal wieder
við sjaumst
Schau grad die Sonnenfinsternisse bis 2030 auf Wikipedia
und höre mir ein entsprechendes Lied an. Denk dabei auch an die immer weniger werdenden Tage, an den Winter, der irgendwann mal kommen wird.. Wobei es immer noch die Sonne scheint, ich glaub, da habe ich mir viel zu viel Kälte vorgestellt, es wird halt stürmisch und dunkel werden, aber es scheint so, als hätte Deutschland viel mehr Regen zu bieten als dieses Land.Ihr könnt ja solange auf diese schöne Grafik links meditieren, ich erzähle was von Reykjavik, wie ich es gestern gesehen habe.
Ich ging raus, mit dem Gefühl, es sei alles unglaublich groß, verwirrend und schwer zu finden. Bisher kannte ich nur den Laugavegur, also die Einkaufsmeile und Fußgängerzone von Reykjavik. So etwas wie unsere Königsstraße, aber schmaler, kürzer, nicht überfüllt und vor allem - netter. Und faszinierende Anzahl von Cafes, ich glaub, wenn ich Geld verschwenden wollen würde, dann würd ich jeden Abend in so einem Cafe verbringen. Und natürlich, die bunten Häuser mit einem, zwei - höchstens 3 Stockwerken. Die ganze Stadt kommt mir vie abgesägt vor - so viel Himmel bin ich von Zuhause aus nicht gewöhnt. Und die Läden: ein extra für Schuhe, eins für Süßigkeiten, für Alkohol gibt es auch eins, Einkaufszentren hab ich bisher keine gesehen. Kein Karstadt, C&A, Kaufhof, Kaufland - all diese ekligen gläsernen überdimensionalen Gebäude, die ich von Zuhause aus kenne fehlen hier. Das ist eine Stadt, finde ich, wie sie sein soll. Mag sein, dass große deutsche Städte vor etwa 70 Jahren so ähnlich ausgesehen haben, vielleicht wird ja alles wirklich schlechter, unpersönlicher, seelenloser... Vielleicht kommt es auch auf die Länder an, oder auch auf die Größe der Städte. Als ich mal in Reutlingen war, fand ich es dort sehr gemütlich und freundlich, und von der Größe her würde es schon mit Reykjavik vergleichbar sein.
Ich lauf so am Laugavegur entlang, treff n paar bekannte Gesichter und lauf dass in 2 weitere kurze Straßen, die auch noch Fußgängerzone sind. Nach diesen Straßen kommt der Ingólfstorg. Und nun. dachte ich immer, wo ist dar Zentrum, wo ist das Parlament und alles? Stattdessen sah ich diesen kleinen Platz voll mit Motorrädern und Männern aus einer oder zeit Rockergangs. Und daneben, in friedlicher Koexistenz - Skater mit ihren langen Haaren und tüpischen Mützen. In unserem Sprachkurs gab es einen, der genau nach diesen Leuten auf der Suche war. Aber er wird sie schon finden, wenn er sie nicht schon kennt. Um den Ingólfstorg gibt es die größte Ansammlung von diesen kleinen bunten Häusern, es gab sogar eine Straße, wo es nur diese Häuser gibt. Mein Gefühl beim Anblick dieser Straße kann man mit dem Gefühl vergleichen, in einer deutchen Straße nur Fachwerk vorzufinden. Hier gibt es weder Fachwerk noch Backstein, die kleinen Häuser haben außen durchgehend Wellblech. Ich stelle mir vor, welch gewaltigen Lärm die Dinger bei den Herbststürmen machen. Ein paar von den Häusern verden an Studenten wie uns vermietet, doch in den meisten wohnen Menschen tatsächlich. Mitten in der Innenstadt. Denn, das habe ich gestern rausgefunden, diese gefühlte 5 Gassen ist die ganze Innenstadt. Wo ist denn das berühmte Regierungsgebäude? Irgendwo muss es doch einen Platz geben, mit Zaun und Flagge und so, dachte ich. Im Fernsehen sah alles so groß aus.. Und dann schließt sich der Kreis. Das Regierungsgebäude steht ganz bescheiden links von Ende des Laugavegur. Keine Polizei, kein Zaun, man kann anklopfen, vorbeikommen, n Kaffee mit dem Präsidenten trinken - es dutzen sich hier sowieso alle Menschen. Ok, ich habs nicht ausprobiert, aber es sieht echt so aus.
Achso, und wegen dem Dutzen. In England ist die "du"-Form ausgestorben. Das machte die Engländer, zumindest von der Sprache her, sehr höflich und umständlich. Auf Island ist bdas Gegenteil passiert. Hier sagt man statt "ich hätte gerne..." "ég ætla að fá ..." ('ich habe vor ... zu bekommen') und "mér langar" ('ich will/brauche') und auch im Verhalten spiegelt es sich wieder: Isländer sind sehr direkt und unhöflig. Ich hab schon Berichte gehört, dass Leute in den Clubs einfach so geschubst wurden, wenn sie im Weg standen. Ich glaube aber, es ist einfach ihre Art, nett zu sein. Und schön sind sie auch. Viele große Augen, kalte Blicke, interessante Haare.... :)
ich gehe dann mal wieder
við sjaumst
Mittwoch, 25. August 2010
Mein Zuhause
ist ein Hotel.
Und ich stehe dazu. Ich stehe dazu, dass mehr als alle andere für mein Zimmer zahle, dass jeden Tagkomische Leute an die Tür klopfen und putzen wollen, dass ich mein Schüssel jedes Mal wenn ich raus gehe an der Rezeption abgeben muss und dass ich keine richtige Nachbarn habe. Ich stehe dazu und ich werde meinen Zimmer nicht weggeben.
Leider, leider, kein WG-Erlebnis: kein Bierklauen im Kühlschrang, keine Putzordnung, kein Kochgetummel und Warteschlangen ins Bad, kein "wem gehört dieser Dreck eigentlich" und keine Partys um 2 uhr nachts. Stattdessen 2 Schlafzimmer und ein Wohnzimmer/Küche dazwischen, ein sehr netter Mitbewohner und seit neuestem... eine Pfanne, auf deren Kauf bei Ikea gestern ich sehr stolz bin. Achja, dringende Nachricht: ich hab gestern viel zu viele Kartoffeln gekocht, wer sie mir beim Wegessen helfen will, soll sich bitte bei mir melden.
Nichtdestotrotz vermisse ich ein bisschen die gemütliche Guesthouse-Atmosphäre, vielleicht hätte mir das Chaos gut getan, vielleicht.. naja, ich kann ja noch genug Leute in ihren WGs besuchen und was davon abhaben, so wie gestern, in einem Guesthause direkt am Laugavegur, der Einkaufsstraße und Fußgängerzone in Reykjavik.
Heute wird ne neue Handynummer gekauft. Vielleicht werde ich sogar meine geliebte Hausarbeit anrühren, abgabetermin 15 September. Die Uni an sich muss noch gründlich angeschaut werden. Viel zu tun, freu mich..
Und ich stehe dazu. Ich stehe dazu, dass mehr als alle andere für mein Zimmer zahle, dass jeden Tag
Leider, leider, kein WG-Erlebnis: kein Bierklauen im Kühlschrang, keine Putzordnung, kein Kochgetummel und Warteschlangen ins Bad, kein "wem gehört dieser Dreck eigentlich" und keine Partys um 2 uhr nachts. Stattdessen 2 Schlafzimmer und ein Wohnzimmer/Küche dazwischen, ein sehr netter Mitbewohner und seit neuestem... eine Pfanne, auf deren Kauf bei Ikea gestern ich sehr stolz bin. Achja, dringende Nachricht: ich hab gestern viel zu viele Kartoffeln gekocht, wer sie mir beim Wegessen helfen will, soll sich bitte bei mir melden.
Nichtdestotrotz vermisse ich ein bisschen die gemütliche Guesthouse-Atmosphäre, vielleicht hätte mir das Chaos gut getan, vielleicht.. naja, ich kann ja noch genug Leute in ihren WGs besuchen und was davon abhaben, so wie gestern, in einem Guesthause direkt am Laugavegur, der Einkaufsstraße und Fußgängerzone in Reykjavik.
Heute wird ne neue Handynummer gekauft. Vielleicht werde ich sogar meine geliebte Hausarbeit anrühren, abgabetermin 15 September. Die Uni an sich muss noch gründlich angeschaut werden. Viel zu tun, freu mich..
Montag, 23. August 2010
Reykjavik - die Ankuft
Ich bin um 11 abends aufgewacht, weil ich den ganzen Tag geschlafen habe - so müde bin ich. Aber die Ereignisse, die zu dieser Müdigkeit beigetragen haben, sind es wert.
Erstens, der Abschied von Núpur. Der offizielle und der weniger offizielle. Es war am Freitag, scheint aber wie ne halbe Ewigkeit weit entfernt zu sein. Morgens - die Abschlussprüfung vom Sprachkurs. Alle zittern, schriftliche Prüfung. Hörverständnis, Aufsatz. Dann rauslaufen und weiter zittern. Mündliche Prüfung. Alle sitzen im Gang vor unseren "Klassenräumen" im Keller und büffeln noch ein mal, was denn Schuhe und T-shirt aus Isländisch heißt. Übelste Anspannung... Die 10 Minuten später auch wieder vorbei ist, weil die mündliche Prüfung so lächerlich einfach war und das ganze, wie ich schon immer gesagt habe, dieser Aufregung überhaupt nicht gerecht ist. Aber ohne Anspannung keine Entspannung und kein Gefühl der Freiheit. Dieses Gefühl floss am letzten Tag einfach in Strömen. Gemischt mit "ich habe alles bestanden hä und was tu ich jetzt"-Gefühl und der Trauer, dass es nur noch einen Tag in Núpur zu verbringen ist. Im Nachhinein kann ich sagen, dass wir am letzten Tag gar nicht ahnen konnten, wie viel es zu vermissen gibt. Aber die meisten sehen sich ja wieder, mindestens ein halbes Jahr lang.
Ein paar Abschiedsworte an dieser Stelle: Alle, die nach Akureyri gehen, vor allem Frauke. Frauke mit den 1000 Gesichtsausdrücken, dieblonde Verschwörung heimliche Zwillingsschwester von Gertel. Frauke, deren Herz bestimmt noch den Vatnajökull zum Schmelzen bringen wird. Ich hoffe so sehr, dass du in dem kalten-kalten Norden (als wäre es hier schon nicht kalt genug) mehr gründe zum Lächeln als zum traurig sein findest. Komm uns besuchen, ich mach dir n Tee und so :)
Und dann noch die Nina mit den wunderschönen langen roten Haaren, die den tiefsten österreichischen Akzent hat, den ich je gehört habe (ok, ich muss zugeben, ich hab in meinem Leben noch nicht viele Österreicher erlebt), Nina, diePutzfrau Hausverwaltung von Núpur halbes Jahr in Núpur gearbeitet hat und übrigens schon mit 17 (!) sehr viel in der Welt unterwegs war, alleine ihre Festivalbändchen sind sind so viele, man könnte aus ihnen ein Schal basteln. Nina, ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem mutigen Vorhaben und wenn du Hilfe brauchst, vergiss nicht, dass du mindestens 90 Freunde in dieser Stadt hast ;)
Und noch einen Gruß an die Jenny, die uns ebenfalls verlassen hat und erst im nächsten Semester nach Reykjavik zurück kommt. Jetzt habe ich niemandem mehr, der mich zum fleißig-sein (zumindest innerlich) motiviert, dem ich mich in der Anti-Party-Widerstandsbewegung anschließen will, der mir den Unterschied zwischen Holländisch und Niederländisch beibringt und zeigt, wo die Stadt khhhhrr-oningen liegt und dem ich Schokolade schulde. Es lebe die Jenni-und-Stefanie-Laptop-Keller-Sessions. Der Geheimtipp des Jahres ;) Auch im Gang im 2tes Stock erhältlich. Schokolade bringt den Glauben an die Menschheit zurück! (ok, Außensehende verstehen jetzt überhaupt nichts, tja, Pech gehabt)
Das waren jetzt nur 3 von 90 Tränen, die wir zu vergießen hatten. Aber für die Abschiestraurigkeit und verwirrt-sein blieb nicht viel Zeit. Wir befinden uns immer noch im Freitag, es ist Nachmittag, ich bin schon wieder erkältet, mein "Bruder" James macht sich schick und verlangt von mir, meine Boxen aus dem sorgfältig wieder gepackten Koffer wieder rauszuholen, um seine sehr britische Musik zur Einstimmung in unserem Zimmer ertönen zu lassen. Keiner ahnt es, aber dieses Ereignis wird noch den Abend retten. Aber dazu später. Erstmals wieder ne Abschweifung, weil mir was eingefallen ist.
Das Essen. Das Mittagessen am Freitag. War komisch. Schafskopf, was mehr ein anatomisches als kulinarisches Vergnügen war, Sülze (für alle, die so wie ich dieses Wort zum ersten Mal hören: ein ekliges Gemisch aus gefrorenem Fett und dem, was einmal Fleisch gewesen ist) und einer zu stark gewürzten Suppe. Ekki fisk. Eg var ekki glaður. Und hatte immer noch Hunger. Das Abendessen war dafür umso fantastischer. Schweinefleisch, Kartoffeln und "spanish-style" geklautes Bier. Dies ist auch der erste Augenblick, an dem ich "Fokkin amazing" zu sagen begann, weil mein Glücksgefühl einfach über den Rand schlug. Nach dem Essen ertönten die von uns schon zum Tagesablauf gewohnten "May I have your attention please"-Worte von unserem Master Siggi, der diesmal keine Schauergeschichte über sich erhängte ehemalige Schüler von Núpur, die als Geister weiter leben (es war eine Schule gewesen, von von 20er bis 90er Jahren), sondern die Einleitung zu den Abschiedsworten unserer Lehrer und der Organisatoren des Kurses. Es wurde sehr viel Isländisch geredet, so dass wir nur noch mit dem halben Ohr zugehört hatten. Wobei offizielle Worte nicht nie besonders spannend waren... Helga ist die Beste, muss ich an dieser Stelle noch mal loswerden!
Das Abendprogramm füllten 4 Präsentationen von den 4 Gruppen im Sprachkurs und der Gesang vom Chor (der ebenfalls aus uns bestand). So etwas lässt sich nicht mit Worten beschreiben. Es gibt diverse Fotos und n Paar Videos davon. Es gab ein spontan ausgedachtes Schauspiel über einen Wikinger, der auf der Suche nach Heidelbeeren ist (so ziemlich das einzigste, was auf Island im Überfluss gedeiht) und dabei so ziemlich jeden Insider-witz begegnet, den wir in Núpur kennengelernt habe. Ich habe noch nie so laut gelacht wie bei diesem Schauspiel, ich schwöre :) Dann kam ein Spiel mit isländischen Worten und eine isländische Version von "It's raining men", der gute James an der Gitarre. Und am Ende kam unsere Gruppe mit einem unvergesslich chaotischen Spiel. Gedacht war das als eine Kette der Aktionen - jeder im Raum bekam einen Zettel, auf dem Stand, was er machen soll, wenn jemand anderes eine Bestimmte Sache macht. Und auf diese Aktion gibt es wiederum ne andere. So sachen wie stell dich mitten im Raum und imitiere einen Schaf und der nächste hat den Zettel, wenn du einen Schaf imitierenden Menschen im Raum siehst, dann geh zu ihm und umarme ihn. Und so weiter.. Beim ersten Durchlauf ist es aber dazu gekommen, dass alle zu gleichen Zeit ihre Sachen gemacht haben und nie damit aufhörten. Dieser Chaos.............. Den zum Glück der Moderator des Spiels, Markus, vor dem 2ten Durchlauf sehr gut ausruderte, man sieht ihm seine DJ-Künste an, vielen Dank an dieser Stelle. Als dann das Spiel beim 2ten Mal perfekt lief, kam im Rahmen des Spiels zu einer kleinen ungeplanten Disco, sozusagen als letzte Aktion - es gingen sogar die Lichter aus und ein drittel der Leute waren am Tanzen. Wahnsinnsgefühl. Aus dem wir nach einem Lied wie auftauchen mussten, weil noch ein Spiel bevorstand, das uns die Lehrer vorbereitet haben: Es stehen 8 Stühle nebeneinander, je 2 für für jede Gruppe vom Sprachkurs. Die Aufgabe besteht darin, einen Gegenstand zu holen - jedes Mal gibt es ein Stuhl weniger. Die Gegenstände wurden mit jeder Runde immer verrückter - von einer Uhr bis zu Hose, und bei der letzten Runde musste, die zwischen James (Gruppe 3) und Markus (der andere Markus, Gruppe 2) ausgetragen wurde, musste man tatsächlich einen BH mitbringen, so dass der ganze Saal vor Lachen und Überraschung am Liegen war.
Danach wurden unmittelbar die Lichter ausgeschaltet und es kam mein persönlicher Tiefpunkt des Abends: Disco. Diesmal eine echte, lange, mit den Liedern, die man sowieso schon kennt, und ich bekam ein starkes Bedürfnis, mich mit der Anti-Party-Widerstandsbewegung im Keller einzuschließen oder zu den Rauchern raus gehen und mich endgültig zu erkälten. Aber, dramaturgisch sehr korrekt, gehört zu einer glücklich ausgehenden Handlung ein Tiefpunkt in die Mitte. Und so war es auch. In der Sofaecke direkt vor den Türen des Esssaals saßen ein paar Leute und Markus mit deinem Laptop und es entstand eine kleine Keimzelle mit Musik, die so anders und besser war, als die Party drin, dass die Leute einfach dort tanzten, 3 Leute, 5 Leute.. Immer wieder öffnete sich die Tür und uns übertönten die pumpenden Beats der grausigen Party da drin, aber immer wieder kamen auch Flüchtlinge von drin, so dass die Party vor der Tür immer bedeutender wurde. Schließlich wurden die Rufe nach den DJ-Wechsel auf der Party immer lauter und wir sind mit seinem Laptop in die Party rein undhaben den Laden übernommen. Der Anschluss vom Laptop an die Partyboxen ging nicht, egal wie sehr wir es versucht haben. Kein Markus als DJ, kein Musikwechsel, traurig, traurig... Irgendjemand meinte dann, wir sollen einen anderen Raum aussuchen, also gingen wir zu der alten Sporthalle, ja genau die, wo sich mal ein Schüler erhängt hat, und zwar wir gingen in den Vorraum, der sehr schön und gemütlich eingerichtet war mit Sofas, Tischen und sogar einer Mikrowelle. Unvergesslich ist der Einzug dorthin. Markus und sein Laptop in der Dunkelheit aus dem Hauptgebäude raus marschiert, zu sehen war nichts mehr, nur der leuchtende Kreuz der Kirche nebenan, die glaub ich, nie benutzt wird. Und Musik aus dem Laptop. Die Sporthalle befand sich etwa 100 Meter vom Hauptgebäude entfernt. Es war ein Gefühl, als würden wir völlig allein in der Wüste mit Musik irgendwohin gehen. Dann die Tür auf, Licht an, alles auf Position. Das war ein echtes "den Laden übernommen". Und jetzt kamen meine Boxen wieder ins Spiel, weil vom Laptop alleine war so ziemlich nichts zu hören. Also musste ich wieder draußen rumrennen (ich war immer noch erkältet, wohlgemerkt), um in meinem Zimmer meinen Boxen zu holen, die ich ja am Nachmittag für James rausgepackt hatte. Dann schnell wieder zurück. Zunächst waren nur 3,5 Menschen anwesend, weil niemand so richtig kapierte, wo denn diese Sporthalle sich befand und dass die Party nicht drin, sondern in einem Vorraum stattfand. Dann aber wurde es immer voller und als ich das letzte Mal zum Esssaal kam um Kerzen zu holen, waren da nur noch 10 Laute anwesend und nach einer halben Stunde hörte ich, dass sie zu ist. Und bei uns waren es mittlerweile so 50 Leute und meine Boxen gaben ihr bestes, es war aber mit so viele Leuten nur noch Schlagzeug und Überreste vom Bass zu hören. Die Leute haben trotzdem getanzt, und zwar so was von. Ich hab sau viel geschwitztich dachte, ich würde am nächten Tag sterben, aber meine Erkältung hat sich irgendwie in der Luft aufgelöst. Es war großartig, unvergesslich, unbeschreiblich......
An dieser Stelle noch eine Abschweifung. Das einzige vernünftige Lied von der ursprünglichen Party am Freitag erinnert mich daran. Liebe. Drama. Während der 3 Wochen gab es unter anderem sehr viel Herzschmerz unter den Teilnehmern vom Sprachkurs. Ich werde jetzt nicht ins Detail eingehen, aber jede von den Geschichten ist sehr intensiv und sehr bewegend..... Genau wie das Gesprächsthema von einem der Abende: wie lange kann es dauern, bis man Freunde wird? Die beste Antwort war: 10 Sekunden. Und es ist wahr. 10 Sekunden, 3 Wochen - es kommt vor allem auf die Intensität des Erlebnisses an. Und diese 3 Wochen waren für und alle sehr intesiv, so dass wir jetzt fast alle einander in die Augen schauen können und wissen: da ist was dahinter, da ist jemand für mich.
Als erster Beweis dafür kann der erste Tag in Reykjavik gelten, als der Großteil der Gruppe sich während des Stadtfestes, wo überall sehr viel los war, zusammen rumgelaufen ist und sogar aus einem sehr langweiligen Konzert in der Innenstadt eine Party gemacht hat. Einfach 50 rumhüpfende Leute - es reicht. Und danach zum Feuerwerk im Gänsemarsch gelaufen, und das Feuerwerk - schon wieder: großartig, unvergesslich, unbeschreiblich! Ich war schon wieder erkältet und schon wieder dachte ich, der nächste Tag würde die Hölle sein. War es aber nicht. Erstmal tief in der Nacht meinen neuen Mitbewohner vom Busbahnhof in Reykjavik abgeholt. In unsere Zimmer durften wir erst einen Tag nach der Ankunft, also sind wir bei einem von dem Kurs (schon wieder ein Spanier) geschlafen, mit noch 7 Leuten im Raum. Das Sofa hatte die halbe Länge von mir, entsprechend schön war auch mein Schlaferlebnis. Wobei ich mich nicht mit Leuten messen will, die auf dem Boden geschlafen sind.
Gestern, dann endlich die Ankunft in meinem Zimmer. Ich wohne in einem Hotel in einem 2Zimmer-Appartement. Mein Mitbewohner ist ein Spanier, Iago ist sein Name. Er wird mein Bruder für die nächsten ach ich will sie nicht zählen Monate sein. Wir haben von allem genügend: einen Kühlschrank, ein Bad uns so, Besteck hat's hier auch, und Teller, und Gläser.. Lampen gibt es, 2 Tische, Fernseher und Sofa im Wohnzimmer, der gleichzeitig Küche ist und zwischen unseren 2 Zimmern sich befindet. Alles minimal, nur eine Sache ist im Überfluss. Jeder Zimmer bei uns hat 2 Betten. Wozu bloß? Hmmmmmm......
Jedenfalls, auf dem 2ten Bett hab ich jetzt diesen Blogeintrag geschrieben, die ganze Nacht. Kurz nach der Ankunft hab ich angefangen, mich hier einzurichten, bin dann aber vor Erschöpfung ins Bett gefallen und um 11 abends erst aufgewacht. Interessanter Schlafrhythmus grad.. In der NAcht war es sehr stürmisch, kein Wunder, ich lebe ja auch direkt am Ozean. Heute wird weiter ausgepackt, Isländische Sim-Karte geholt und sonst noch Sachen erledigt.. Grüße an alle, die heute noch nicht gegrüßt wurden, Fotos gibt es und wird es geben auf Facebook.
Grad kommt die Sonne raus.
Erstens, der Abschied von Núpur. Der offizielle und der weniger offizielle. Es war am Freitag, scheint aber wie ne halbe Ewigkeit weit entfernt zu sein. Morgens - die Abschlussprüfung vom Sprachkurs. Alle zittern, schriftliche Prüfung. Hörverständnis, Aufsatz. Dann rauslaufen und weiter zittern. Mündliche Prüfung. Alle sitzen im Gang vor unseren "Klassenräumen" im Keller und büffeln noch ein mal, was denn Schuhe und T-shirt aus Isländisch heißt. Übelste Anspannung... Die 10 Minuten später auch wieder vorbei ist, weil die mündliche Prüfung so lächerlich einfach war und das ganze, wie ich schon immer gesagt habe, dieser Aufregung überhaupt nicht gerecht ist. Aber ohne Anspannung keine Entspannung und kein Gefühl der Freiheit. Dieses Gefühl floss am letzten Tag einfach in Strömen. Gemischt mit "ich habe alles bestanden hä und was tu ich jetzt"-Gefühl und der Trauer, dass es nur noch einen Tag in Núpur zu verbringen ist. Im Nachhinein kann ich sagen, dass wir am letzten Tag gar nicht ahnen konnten, wie viel es zu vermissen gibt. Aber die meisten sehen sich ja wieder, mindestens ein halbes Jahr lang.
Ein paar Abschiedsworte an dieser Stelle: Alle, die nach Akureyri gehen, vor allem Frauke. Frauke mit den 1000 Gesichtsausdrücken, die
Und dann noch die Nina mit den wunderschönen langen roten Haaren, die den tiefsten österreichischen Akzent hat, den ich je gehört habe (ok, ich muss zugeben, ich hab in meinem Leben noch nicht viele Österreicher erlebt), Nina, die
Und noch einen Gruß an die Jenny, die uns ebenfalls verlassen hat und erst im nächsten Semester nach Reykjavik zurück kommt. Jetzt habe ich niemandem mehr, der mich zum fleißig-sein (zumindest innerlich) motiviert, dem ich mich in der Anti-Party-Widerstandsbewegung anschließen will, der mir den Unterschied zwischen Holländisch und Niederländisch beibringt und zeigt, wo die Stadt khhhhrr-oningen liegt und dem ich Schokolade schulde. Es lebe die Jenni-und-Stefanie-Laptop-Keller-Sessions. Der Geheimtipp des Jahres ;) Auch im Gang im 2tes Stock erhältlich. Schokolade bringt den Glauben an die Menschheit zurück! (ok, Außensehende verstehen jetzt überhaupt nichts, tja, Pech gehabt)
Das waren jetzt nur 3 von 90 Tränen, die wir zu vergießen hatten. Aber für die Abschiestraurigkeit und verwirrt-sein blieb nicht viel Zeit. Wir befinden uns immer noch im Freitag, es ist Nachmittag, ich bin schon wieder erkältet, mein "Bruder" James macht sich schick und verlangt von mir, meine Boxen aus dem sorgfältig wieder gepackten Koffer wieder rauszuholen, um seine sehr britische Musik zur Einstimmung in unserem Zimmer ertönen zu lassen. Keiner ahnt es, aber dieses Ereignis wird noch den Abend retten. Aber dazu später. Erstmals wieder ne Abschweifung, weil mir was eingefallen ist.
Das Essen. Das Mittagessen am Freitag. War komisch. Schafskopf, was mehr ein anatomisches als kulinarisches Vergnügen war, Sülze (für alle, die so wie ich dieses Wort zum ersten Mal hören: ein ekliges Gemisch aus gefrorenem Fett und dem, was einmal Fleisch gewesen ist) und einer zu stark gewürzten Suppe. Ekki fisk. Eg var ekki glaður. Und hatte immer noch Hunger. Das Abendessen war dafür umso fantastischer. Schweinefleisch, Kartoffeln und "spanish-style" geklautes Bier. Dies ist auch der erste Augenblick, an dem ich "Fokkin amazing" zu sagen begann, weil mein Glücksgefühl einfach über den Rand schlug. Nach dem Essen ertönten die von uns schon zum Tagesablauf gewohnten "May I have your attention please"-Worte von unserem Master Siggi, der diesmal keine Schauergeschichte über sich erhängte ehemalige Schüler von Núpur, die als Geister weiter leben (es war eine Schule gewesen, von von 20er bis 90er Jahren), sondern die Einleitung zu den Abschiedsworten unserer Lehrer und der Organisatoren des Kurses. Es wurde sehr viel Isländisch geredet, so dass wir nur noch mit dem halben Ohr zugehört hatten. Wobei offizielle Worte nicht nie besonders spannend waren... Helga ist die Beste, muss ich an dieser Stelle noch mal loswerden!
Das Abendprogramm füllten 4 Präsentationen von den 4 Gruppen im Sprachkurs und der Gesang vom Chor (der ebenfalls aus uns bestand). So etwas lässt sich nicht mit Worten beschreiben. Es gibt diverse Fotos und n Paar Videos davon. Es gab ein spontan ausgedachtes Schauspiel über einen Wikinger, der auf der Suche nach Heidelbeeren ist (so ziemlich das einzigste, was auf Island im Überfluss gedeiht) und dabei so ziemlich jeden Insider-witz begegnet, den wir in Núpur kennengelernt habe. Ich habe noch nie so laut gelacht wie bei diesem Schauspiel, ich schwöre :) Dann kam ein Spiel mit isländischen Worten und eine isländische Version von "It's raining men", der gute James an der Gitarre. Und am Ende kam unsere Gruppe mit einem unvergesslich chaotischen Spiel. Gedacht war das als eine Kette der Aktionen - jeder im Raum bekam einen Zettel, auf dem Stand, was er machen soll, wenn jemand anderes eine Bestimmte Sache macht. Und auf diese Aktion gibt es wiederum ne andere. So sachen wie stell dich mitten im Raum und imitiere einen Schaf und der nächste hat den Zettel, wenn du einen Schaf imitierenden Menschen im Raum siehst, dann geh zu ihm und umarme ihn. Und so weiter.. Beim ersten Durchlauf ist es aber dazu gekommen, dass alle zu gleichen Zeit ihre Sachen gemacht haben und nie damit aufhörten. Dieser Chaos.............. Den zum Glück der Moderator des Spiels, Markus, vor dem 2ten Durchlauf sehr gut ausruderte, man sieht ihm seine DJ-Künste an, vielen Dank an dieser Stelle. Als dann das Spiel beim 2ten Mal perfekt lief, kam im Rahmen des Spiels zu einer kleinen ungeplanten Disco, sozusagen als letzte Aktion - es gingen sogar die Lichter aus und ein drittel der Leute waren am Tanzen. Wahnsinnsgefühl. Aus dem wir nach einem Lied wie auftauchen mussten, weil noch ein Spiel bevorstand, das uns die Lehrer vorbereitet haben: Es stehen 8 Stühle nebeneinander, je 2 für für jede Gruppe vom Sprachkurs. Die Aufgabe besteht darin, einen Gegenstand zu holen - jedes Mal gibt es ein Stuhl weniger. Die Gegenstände wurden mit jeder Runde immer verrückter - von einer Uhr bis zu Hose, und bei der letzten Runde musste, die zwischen James (Gruppe 3) und Markus (der andere Markus, Gruppe 2) ausgetragen wurde, musste man tatsächlich einen BH mitbringen, so dass der ganze Saal vor Lachen und Überraschung am Liegen war.
Danach wurden unmittelbar die Lichter ausgeschaltet und es kam mein persönlicher Tiefpunkt des Abends: Disco. Diesmal eine echte, lange, mit den Liedern, die man sowieso schon kennt, und ich bekam ein starkes Bedürfnis, mich mit der Anti-Party-Widerstandsbewegung im Keller einzuschließen oder zu den Rauchern raus gehen und mich endgültig zu erkälten. Aber, dramaturgisch sehr korrekt, gehört zu einer glücklich ausgehenden Handlung ein Tiefpunkt in die Mitte. Und so war es auch. In der Sofaecke direkt vor den Türen des Esssaals saßen ein paar Leute und Markus mit deinem Laptop und es entstand eine kleine Keimzelle mit Musik, die so anders und besser war, als die Party drin, dass die Leute einfach dort tanzten, 3 Leute, 5 Leute.. Immer wieder öffnete sich die Tür und uns übertönten die pumpenden Beats der grausigen Party da drin, aber immer wieder kamen auch Flüchtlinge von drin, so dass die Party vor der Tür immer bedeutender wurde. Schließlich wurden die Rufe nach den DJ-Wechsel auf der Party immer lauter und wir sind mit seinem Laptop in die Party rein und
An dieser Stelle noch eine Abschweifung. Das einzige vernünftige Lied von der ursprünglichen Party am Freitag erinnert mich daran. Liebe. Drama. Während der 3 Wochen gab es unter anderem sehr viel Herzschmerz unter den Teilnehmern vom Sprachkurs. Ich werde jetzt nicht ins Detail eingehen, aber jede von den Geschichten ist sehr intensiv und sehr bewegend..... Genau wie das Gesprächsthema von einem der Abende: wie lange kann es dauern, bis man Freunde wird? Die beste Antwort war: 10 Sekunden. Und es ist wahr. 10 Sekunden, 3 Wochen - es kommt vor allem auf die Intensität des Erlebnisses an. Und diese 3 Wochen waren für und alle sehr intesiv, so dass wir jetzt fast alle einander in die Augen schauen können und wissen: da ist was dahinter, da ist jemand für mich.
Als erster Beweis dafür kann der erste Tag in Reykjavik gelten, als der Großteil der Gruppe sich während des Stadtfestes, wo überall sehr viel los war, zusammen rumgelaufen ist und sogar aus einem sehr langweiligen Konzert in der Innenstadt eine Party gemacht hat. Einfach 50 rumhüpfende Leute - es reicht. Und danach zum Feuerwerk im Gänsemarsch gelaufen, und das Feuerwerk - schon wieder: großartig, unvergesslich, unbeschreiblich! Ich war schon wieder erkältet und schon wieder dachte ich, der nächste Tag würde die Hölle sein. War es aber nicht. Erstmal tief in der Nacht meinen neuen Mitbewohner vom Busbahnhof in Reykjavik abgeholt. In unsere Zimmer durften wir erst einen Tag nach der Ankunft, also sind wir bei einem von dem Kurs (schon wieder ein Spanier) geschlafen, mit noch 7 Leuten im Raum. Das Sofa hatte die halbe Länge von mir, entsprechend schön war auch mein Schlaferlebnis. Wobei ich mich nicht mit Leuten messen will, die auf dem Boden geschlafen sind.
Gestern, dann endlich die Ankunft in meinem Zimmer. Ich wohne in einem Hotel in einem 2Zimmer-Appartement. Mein Mitbewohner ist ein Spanier, Iago ist sein Name. Er wird mein Bruder für die nächsten ach ich will sie nicht zählen Monate sein. Wir haben von allem genügend: einen Kühlschrank, ein Bad uns so, Besteck hat's hier auch, und Teller, und Gläser.. Lampen gibt es, 2 Tische, Fernseher und Sofa im Wohnzimmer, der gleichzeitig Küche ist und zwischen unseren 2 Zimmern sich befindet. Alles minimal, nur eine Sache ist im Überfluss. Jeder Zimmer bei uns hat 2 Betten. Wozu bloß? Hmmmmmm......
Jedenfalls, auf dem 2ten Bett hab ich jetzt diesen Blogeintrag geschrieben, die ganze Nacht. Kurz nach der Ankunft hab ich angefangen, mich hier einzurichten, bin dann aber vor Erschöpfung ins Bett gefallen und um 11 abends erst aufgewacht. Interessanter Schlafrhythmus grad.. In der NAcht war es sehr stürmisch, kein Wunder, ich lebe ja auch direkt am Ozean. Heute wird weiter ausgepackt, Isländische Sim-Karte geholt und sonst noch Sachen erledigt.. Grüße an alle, die heute noch nicht gegrüßt wurden, Fotos gibt es und wird es geben auf Facebook.
Grad kommt die Sonne raus.
Samstag, 14. August 2010
Es regnet. Und ich wollte doch die zum Kajak fahren auf die Fjorde gehen. Es gibt hier die Möglichkeit auf alle Möglichen Aktivitäten am Wochenende, auf die ihr jetzt alle neidisch sein würdet, bevor ihr hört, wie viel es kostet. Das verschweige ich an dieser Stelle lieber.
Ein weiteres Thema grad ist natürlich wie immer das Essen. Wie ich vielleicht erwähnt habe, werden wir nur von Montag bis Freitag und nur morgens und mittags gefüttert. Abend/Wochenendessen müssen wir uns selbst besorgen und so kommt es zu den allwöchentlichen Pilgerfahrten in den "Bonus". Und direkt danach werden Kühlschränke vollgestopft.. Bin mal gespannt, was mit all dem Resteessen am letzten Tag passiert, vor allem mit den endlosen Müsli und Nudelbergen, die wir herbeigeschafft haben. Achja. Wenn ihr den "Skyr" - den isländischen Quark kauft, kauft NIE den "exotischen" Skyr, weil der schmeckt nämlich nach Kotze. Ich werd mal berichten, wie die anderen Sorten schmecken.
Gestern waren wir mal wieder in der "City" für unsere Electives. Eines davon habe ich erfolgreich geschwänzt und dabei mit noch drei Leuten den Federball-platz ausprobiert, den einzigen auf Island übrigens, der sich draußen befindet. Das kommt daher, dass Isafjörður die einzige Stadt ist, die von den Winden (durch die Berge ringsherum) geschützt ist. War sehr angenehm zu spielen, wir haben ganze 2 Stunden damit verbracht. Und bei dem Elective danach durfte ich dann meine Zeichnerkünste beweisen, es ging nämlich um die Geschichte der Siedler in den Westfjorden und wir sollten Comics dazu zeichnen.. Ich werd das mal hochladen, dann gibt es sehr viel zu lachen.
Übrigens, die Stadt Isafjörður ist die drittgrößte Stadt Islands. Und ich werde nicht aufhören mich zu wundern, wie wenig los in so einer bedeutenden Stadt sein kann. Aber, bezogen auf die Einwohnerzahl ist da sehr viel los. Kein verschafenes deutes Dorf sogar mit 10 Tausend Einwohnern kann da mithalten. Und noch ein paar Sachen sind anzumerken: Isländer scheinen alle riesen Autos zu haben und außerdem ziehen sich viele Isländer am Freitag sehr schick an, manchmal etwas sonderbar.. Als krönender Abschluss waren wir dann in der einzigen Bar der "City", der Langi Mangi [´Laun-ki ´Maun-ki] und tanzten auf sage und schreibe 5 Quaratmetern! Wobei heute in unserem Essaal (ich schreibe den jetzt mal mit 2 S) eine richtige Party stattfindet, ich bin mal sehr gespannt ;)
Unerwähnt bleiben solche schönen Ereignisse wie Besuch der Dorfs Þingeyri mit Sehenswürdigkeiten wie eine ausgestorbene Fischfabrik und Tankestelle (auf der ein Film die Ehre hatte, gedreht zu werden), ausflüge zu diversen Stränden und Bergen in der Nähe und natürlich Menschen Menschen Menschen, vor allem mein Zimmernachbar James, mein Bruder für 3 Wochen :)
PS: Es sind aus Isafjörður einige Postkarten rausgegangen, wartet und seid gespannt!!
Ein weiteres Thema grad ist natürlich wie immer das Essen. Wie ich vielleicht erwähnt habe, werden wir nur von Montag bis Freitag und nur morgens und mittags gefüttert. Abend/Wochenendessen müssen wir uns selbst besorgen und so kommt es zu den allwöchentlichen Pilgerfahrten in den "Bonus". Und direkt danach werden Kühlschränke vollgestopft.. Bin mal gespannt, was mit all dem Resteessen am letzten Tag passiert, vor allem mit den endlosen Müsli und Nudelbergen, die wir herbeigeschafft haben. Achja. Wenn ihr den "Skyr" - den isländischen Quark kauft, kauft NIE den "exotischen" Skyr, weil der schmeckt nämlich nach Kotze. Ich werd mal berichten, wie die anderen Sorten schmecken.
Gestern waren wir mal wieder in der "City" für unsere Electives. Eines davon habe ich erfolgreich geschwänzt und dabei mit noch drei Leuten den Federball-platz ausprobiert, den einzigen auf Island übrigens, der sich draußen befindet. Das kommt daher, dass Isafjörður die einzige Stadt ist, die von den Winden (durch die Berge ringsherum) geschützt ist. War sehr angenehm zu spielen, wir haben ganze 2 Stunden damit verbracht. Und bei dem Elective danach durfte ich dann meine Zeichnerkünste beweisen, es ging nämlich um die Geschichte der Siedler in den Westfjorden und wir sollten Comics dazu zeichnen.. Ich werd das mal hochladen, dann gibt es sehr viel zu lachen.
Übrigens, die Stadt Isafjörður ist die drittgrößte Stadt Islands. Und ich werde nicht aufhören mich zu wundern, wie wenig los in so einer bedeutenden Stadt sein kann. Aber, bezogen auf die Einwohnerzahl ist da sehr viel los. Kein verschafenes deutes Dorf sogar mit 10 Tausend Einwohnern kann da mithalten. Und noch ein paar Sachen sind anzumerken: Isländer scheinen alle riesen Autos zu haben und außerdem ziehen sich viele Isländer am Freitag sehr schick an, manchmal etwas sonderbar.. Als krönender Abschluss waren wir dann in der einzigen Bar der "City", der Langi Mangi [´Laun-ki ´Maun-ki] und tanzten auf sage und schreibe 5 Quaratmetern! Wobei heute in unserem Essaal (ich schreibe den jetzt mal mit 2 S) eine richtige Party stattfindet, ich bin mal sehr gespannt ;)
Unerwähnt bleiben solche schönen Ereignisse wie Besuch der Dorfs Þingeyri mit Sehenswürdigkeiten wie eine ausgestorbene Fischfabrik und Tankestelle (auf der ein Film die Ehre hatte, gedreht zu werden), ausflüge zu diversen Stränden und Bergen in der Nähe und natürlich Menschen Menschen Menschen, vor allem mein Zimmernachbar James, mein Bruder für 3 Wochen :)
PS: Es sind aus Isafjörður einige Postkarten rausgegangen, wartet und seid gespannt!!
Dienstag, 10. August 2010
Ist jemandem schon aufgefallen, dass
wir schon eine ganze Woche hier sind?
Ich will gar nicht daran denken, wie schnell das hier vorbei geht....
In den Electives kann man momentan eine ungewöhnlich hohe Anzahl an "sportlichen" Aktivitäten beobachten, z.B. gestern machten wir so'n komisches Spiel mit rumspringen und um die Stühle rennen und das ganze mit isländischen Begriffen wie Farben oder Gemüse oder was es sonst noch alles gibt. Jetzt tun meine Füße weh :) Aber noch mehr weh tun sie bei den Leuten, die den "Tanzkurs" gemacht haben. Isländische Volkstänze oder so.. Mal schauen, vielleicht zeigen sie es am Freitag, da haben wir nämlich eine Party. Wird ziemlich heftig sein, spüre ich schon jetzt.
Und noch was großes steht an. Wäsche waschen. Bin mal gespannt wie das ausgeht. Ach ja, und für alle Zweifler: Fisch schmeckt gut! Ich liebe Fisch. Ehrlich.
Übrigens es gibt hier ne Möglichkeit, einen Fahrrad zu mieten. Wäre ziemlich interessant, die Gegend zu erkunden.
Aber heute fahren wir mal wieder nach Ísafjörður, den ich schon mal eingedeutscht "die Isa-Fjörden" getauft habe. Vielleicht wird da noch mehr von den isländischen Pullis gekauft, mit diesem typischen Muster. So langsam fangen wir alle an, gleich auszusehen mit diesen Pullis, wie ne Herde Schafe. Wobei es Luete gibt, denen die 100 Euro zu schade sind, wie mir zum Beispiel. Mal schauen, irgendwas "großes" muss ich ja hier irgendwann kaufen, wie Schuhe, sonst fühlt es sich nicht an, wie selbständiges Leben :) Und heute Abend wir mal wieder (!!!) im Bonus eingekaufet, und ich weiß schon, dass ich keine Nudeln und keine Würstchen kaufen werd, die hat hier jeder im Überfluss. Am Wochenende wurde manches davon sogar verschenkt.
So, unser Bus wartet. Auf gehts.
Ich will gar nicht daran denken, wie schnell das hier vorbei geht....
In den Electives kann man momentan eine ungewöhnlich hohe Anzahl an "sportlichen" Aktivitäten beobachten, z.B. gestern machten wir so'n komisches Spiel mit rumspringen und um die Stühle rennen und das ganze mit isländischen Begriffen wie Farben oder Gemüse oder was es sonst noch alles gibt. Jetzt tun meine Füße weh :) Aber noch mehr weh tun sie bei den Leuten, die den "Tanzkurs" gemacht haben. Isländische Volkstänze oder so.. Mal schauen, vielleicht zeigen sie es am Freitag, da haben wir nämlich eine Party. Wird ziemlich heftig sein, spüre ich schon jetzt.
Und noch was großes steht an. Wäsche waschen. Bin mal gespannt wie das ausgeht. Ach ja, und für alle Zweifler: Fisch schmeckt gut! Ich liebe Fisch. Ehrlich.
Übrigens es gibt hier ne Möglichkeit, einen Fahrrad zu mieten. Wäre ziemlich interessant, die Gegend zu erkunden.
Aber heute fahren wir mal wieder nach Ísafjörður, den ich schon mal eingedeutscht "die Isa-Fjörden" getauft habe. Vielleicht wird da noch mehr von den isländischen Pullis gekauft, mit diesem typischen Muster. So langsam fangen wir alle an, gleich auszusehen mit diesen Pullis, wie ne Herde Schafe. Wobei es Luete gibt, denen die 100 Euro zu schade sind, wie mir zum Beispiel. Mal schauen, irgendwas "großes" muss ich ja hier irgendwann kaufen, wie Schuhe, sonst fühlt es sich nicht an, wie selbständiges Leben :) Und heute Abend wir mal wieder (!!!) im Bonus eingekaufet, und ich weiß schon, dass ich keine Nudeln und keine Würstchen kaufen werd, die hat hier jeder im Überfluss. Am Wochenende wurde manches davon sogar verschenkt.
So, unser Bus wartet. Auf gehts.
Montag, 9. August 2010
Samstag, 7. August 2010
Fotos :)
Erstes Foto ist vom "Bonus", der Rest ist vom Ausflug bzw. Vorbereitung dazu. Wir waren n Berg hochgelaufen. Man sieht das Hotel wo wir wohnen und alles drumrum. Irgenwo hinter mir ist da der Ozean :)
Von Leuten hab ich keine Fotos hochgeladen (das sind die meisten) weil ich nicht sicher bin, ab jeder es will. Wenn alle ausdrücklich ja schreien, mache ich's :)
Von Leuten hab ich keine Fotos hochgeladen (das sind die meisten) weil ich nicht sicher bin, ab jeder es will. Wenn alle ausdrücklich ja schreien, mache ich's :)
I love you
Island.
Leben.
Menschen.
Ok, es ist übel hell die meiste Zeit. Ja, wir haben ein aufregendes Programm. Trotzdem denk ich, dass mein Glück nicht geschummelt ist und es nicht nur an dem aufregenden Programm liegt.
Erstmal die verschiedenen Sprachen. Angefangen bei dem leichten (und manchmal leicht schwerem) Akzent der Österreicher und der Schweizerin, über Flämisch und Tschechisch, die meinen beiden Sprachen etwas ähnlich sind, so dass ich wirklich stundenlang mich mit den leuten unterhalten kann und knobeln, welches Wort jetzt was bedeutet. Wobei ich das auch mit einem Spanier oder Italiener kann, oder mit den Franzosen. Jeder bringt seine eigene Sprache mit, seine Identität, und kippt sein eigenes Eimerchen in dieses große bunte Fass in Nupur. Und, zu guter letzt, solche Sachen wie Finnisch und Estnisch. Da versteh ich aber wirklich gar kein Wort mehr, umso schöner ist es, einfach sich dazu zu setzen und zuzuhören, und eigentlich können die Leute da den privatesten Gespräch der Welt führen, oder auch sich übers Wetter unterhalten, es würde für mich keinen Unterschied machen, also bin ich schon da, aber eigentlich gar nicht da.
Da fällt mir n Satz ein, aus dem Film den wir alle gestern geschaut haben. Isländisches Mädchen und Junge in dem letzten Kaff der Welt haben ein "Date" und brechen nachts (naja, es ist Winter..) in ein Museum ein, und dort hängt ne Karte, wo man Knöpfe drücken kann, und auf einem teil der Welt leuchtet ein Knopf auf. Sie suchen den Knopf für Island und sie sagt: "There is no Iceland". Genau so ist es. Es gibt kein Island. Das hier ist alles nicht ganz real aber wie ein gutes Buch (: ich tu jetzt mal so als würd ich super viel lesen :) - sehr nützlich und bringt einen sehr viel weiter. Und ich habe einen langen Weg zu gehen, was meine persönliche Entwicklung anbelangt, wobei diese Entwicklung sich auch Leben nennt und nie aufhören sollte, solange man noch lebendig ist.
Nun kommen wir zu den praktischen Sachen. Ich hab n Kilo Nudeln und ein weteres Kilo Soße. 2 Mal dei Woche gehen wir in die "City" von Ísafjörður (4 tausend Einwohner und 40 minuten Busfahr von hier, yeah) - zu dem Ort der Sehnsüchte - ihr Wisst was ich meine? Der Supermarkt. So ein Aldi, bloß gequätscht. Und mit 90 Leuten sieht es richtig überbevölkert aus. Und, ja, gestern habe ich meinen Auftritt dort verpennt. So dass ich jetzt keinen Brot und Schinken mehr habe (: ein bisschen Mitleid an dieser Stelle :) . Alleirdings ist es kein Grund zur Sorge, denn ich kann hier Essen erstans abkaufen zweitens ich kann einfach eingeladen werden, ich muss nur die Gelegenheit nützen. Und natürlich selber die Leute fleißig einladen. Nächstes Mal wenn ich Brot und Eier kauf und so, wird das bestimmt passieren.
Ich hab ganz vergessen, unseren Tages/Wochenablauf kurz zu schildern. An den "Werktagen" ist 8-9 Frühstück, dann bis 12 Sprachkurs, mit einerKaffee Teepause. Unsere Gruppe (und wir sind in der von 4 der 4ten, der besten Gruppe der Linguisten und Wunderkunder - wobei ich zu den erstern gehöre) unterrichtet die bezaubernde Helga [´Hel'-ka] die uns unter anderem Isländisch beibringt, wie es wirklich ist. Wir ham echt original im Unterricht Youtube geschaut, mit Beamer - die anderen Gruppen denken nicht mal daran. Wir sind die Besten! Also, um 12 ist dann Mittagessen Fiska, begleitet von den in den Mikrofon eingehauchten Verkündingen unseres (der Hotels wo wir wohnen tun) Chefs 'Siggi'. Insgesamt ist alles, was in dem Esssaal passiert, das größte gesellschaftliche Ereignis hier. Das zweitgrößte sind unsere Küchen, die an jedem Stockwerk mehr oder weniger sich befinden. (unsere küche ist schön groß, keine Sorge). Aber die werden erst gegen Abernd benutzt. Nach dem Mittagessen also haben wir zwei mal die Woche "Electives" - sehr unterschiedliche Sachen von Grammatik und Vokabeln lernen bis zum Chorsingen und um die Fjörds rumrennen. Jeder kann sich eben auswählen was er mag. Man kann einfachsein eigenes Programm machen, auf alles pfeifen und einkaufen (wenn wir in der "City" sind) oder an den Strand gehen oder n Berg hochrennen. Nach all den spannenden Ereignissen versammelt sich die Gesellschaft zu einem riesen Schauspiel im Esssaal und Umgebung: jeder, aber auch wirklich jeder hat sein Laptop aufgeklappt und macht Hausaufgaben, aber doch eher Sprachpraxis - meistens unterhalten wir uns auf Englisch (an manch einem Tag fallen mir so spontan keine deutschen Wörter mehr ein) mit isländischen Sprachfetzen wie z.B. das allerseits beliebte "Sjaumst" was so viel wie wir sehen uns heißt. Oder mein Lieblingsspiel, auf Isländisch nach der Zeit fragen. In dieser Zeit werden wie gesagt, auch die Küchen benutzt, garantiert 'Fiska'-frei, dafür ganz massiv Pasta und Käsebrote. Isländisches Obst und Gemüse, abgesehen davon dass es ziemlich selten ist, ist wirklich nicht das beste, was Island zu bieten hat. Aber ich hab in meinem teil des Kühschrank auch Tomaten liegen, also nix da! Übrigens muss ich da mal alles in Ordnung bringen, weil da immer alles so gequätscht ist: 15 Leute pro Kühlschrank oder so. Zum glück haben wir unsere "Bonus"(der Ísafjörðurische Aldi)-Taschen, mit den lustigen Schweinchen drauf, jeder für sich. Ich werd die mal bei gelegenheit fotografieren. Der rest des tages vergeht immer sher, viel zu schnell und ist immer vollgestopft mit spannenden Ereignissen, über jeden von den könnt ich noch mal so n Eintrag schreiben. Genau so wie über die Tage, an den wir keine Electives haben und spannende Unternehmungen vornehmen. Und Freitag - also gestern, da war "Party" in unserem Esssaal. War schön. Wie schön, das werden die Fotos erzählen, die ich mal bei Gelegenheit hochladen werde.
Also bis dann, sjaumst :)
Nun fragt ihr euch garantiert was denn Fiska ist, wie man "Esssaal" wirklich schreibt und wann denn meine Schreibfehler aufhören. Ich warte auf eure Antworten, der Gewinner kriegt vllt. n Preis.Einsendeschluss ist...
Leben.
Menschen.
Ok, es ist übel hell die meiste Zeit. Ja, wir haben ein aufregendes Programm. Trotzdem denk ich, dass mein Glück nicht geschummelt ist und es nicht nur an dem aufregenden Programm liegt.
Erstmal die verschiedenen Sprachen. Angefangen bei dem leichten (und manchmal leicht schwerem) Akzent der Österreicher und der Schweizerin, über Flämisch und Tschechisch, die meinen beiden Sprachen etwas ähnlich sind, so dass ich wirklich stundenlang mich mit den leuten unterhalten kann und knobeln, welches Wort jetzt was bedeutet. Wobei ich das auch mit einem Spanier oder Italiener kann, oder mit den Franzosen. Jeder bringt seine eigene Sprache mit, seine Identität, und kippt sein eigenes Eimerchen in dieses große bunte Fass in Nupur. Und, zu guter letzt, solche Sachen wie Finnisch und Estnisch. Da versteh ich aber wirklich gar kein Wort mehr, umso schöner ist es, einfach sich dazu zu setzen und zuzuhören, und eigentlich können die Leute da den privatesten Gespräch der Welt führen, oder auch sich übers Wetter unterhalten, es würde für mich keinen Unterschied machen, also bin ich schon da, aber eigentlich gar nicht da.
Da fällt mir n Satz ein, aus dem Film den wir alle gestern geschaut haben. Isländisches Mädchen und Junge in dem letzten Kaff der Welt haben ein "Date" und brechen nachts (naja, es ist Winter..) in ein Museum ein, und dort hängt ne Karte, wo man Knöpfe drücken kann, und auf einem teil der Welt leuchtet ein Knopf auf. Sie suchen den Knopf für Island und sie sagt: "There is no Iceland". Genau so ist es. Es gibt kein Island. Das hier ist alles nicht ganz real aber wie ein gutes Buch (: ich tu jetzt mal so als würd ich super viel lesen :) - sehr nützlich und bringt einen sehr viel weiter. Und ich habe einen langen Weg zu gehen, was meine persönliche Entwicklung anbelangt, wobei diese Entwicklung sich auch Leben nennt und nie aufhören sollte, solange man noch lebendig ist.
Nun kommen wir zu den praktischen Sachen. Ich hab n Kilo Nudeln und ein weteres Kilo Soße. 2 Mal dei Woche gehen wir in die "City" von Ísafjörður (4 tausend Einwohner und 40 minuten Busfahr von hier, yeah) - zu dem Ort der Sehnsüchte - ihr Wisst was ich meine? Der Supermarkt. So ein Aldi, bloß gequätscht. Und mit 90 Leuten sieht es richtig überbevölkert aus. Und, ja, gestern habe ich meinen Auftritt dort verpennt. So dass ich jetzt keinen Brot und Schinken mehr habe (: ein bisschen Mitleid an dieser Stelle :) . Alleirdings ist es kein Grund zur Sorge, denn ich kann hier Essen erstans abkaufen zweitens ich kann einfach eingeladen werden, ich muss nur die Gelegenheit nützen. Und natürlich selber die Leute fleißig einladen. Nächstes Mal wenn ich Brot und Eier kauf und so, wird das bestimmt passieren.
Ich hab ganz vergessen, unseren Tages/Wochenablauf kurz zu schildern. An den "Werktagen" ist 8-9 Frühstück, dann bis 12 Sprachkurs, mit einer
Also bis dann, sjaumst :)
Nun fragt ihr euch garantiert was denn Fiska ist, wie man "Esssaal" wirklich schreibt und wann denn meine Schreibfehler aufhören. Ich warte auf eure Antworten, der Gewinner kriegt vllt. n Preis.
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