Samstag, 7. August 2010

I love you

Island.
Leben.
Menschen.

Ok, es ist übel hell die meiste Zeit. Ja, wir haben ein aufregendes Programm. Trotzdem denk ich, dass mein Glück nicht geschummelt ist und es nicht nur an dem aufregenden Programm liegt.
Erstmal die verschiedenen Sprachen. Angefangen bei dem leichten (und manchmal leicht schwerem) Akzent der Österreicher und der Schweizerin, über Flämisch und Tschechisch, die meinen beiden Sprachen etwas ähnlich sind, so dass ich wirklich stundenlang mich mit den leuten unterhalten kann und knobeln, welches Wort jetzt was bedeutet. Wobei ich das auch mit einem Spanier oder Italiener kann, oder mit den Franzosen. Jeder bringt seine eigene Sprache mit, seine Identität, und kippt sein eigenes Eimerchen in dieses große bunte Fass in Nupur. Und, zu guter letzt, solche Sachen wie Finnisch und Estnisch. Da versteh ich aber wirklich gar kein Wort mehr, umso schöner ist es, einfach sich dazu zu setzen und zuzuhören, und eigentlich können die Leute da den privatesten Gespräch der Welt führen, oder auch sich übers Wetter unterhalten, es würde für mich keinen Unterschied machen, also bin ich schon da, aber eigentlich gar nicht da.
Da fällt mir n Satz ein, aus dem Film den wir alle gestern geschaut haben. Isländisches Mädchen und Junge in dem letzten Kaff der Welt haben ein "Date" und brechen nachts (naja, es ist Winter..) in ein Museum ein, und dort hängt ne Karte, wo man Knöpfe drücken kann, und auf einem teil der Welt leuchtet ein Knopf auf. Sie suchen den Knopf für Island und sie sagt: "There is no Iceland". Genau so ist es. Es gibt kein Island. Das hier ist alles nicht ganz real aber wie ein gutes Buch (: ich tu jetzt mal so als würd ich super viel lesen :) - sehr nützlich und bringt einen sehr viel weiter. Und ich habe einen langen Weg zu gehen, was meine persönliche Entwicklung anbelangt, wobei diese Entwicklung sich auch Leben nennt und nie aufhören sollte, solange man noch lebendig ist.

Nun kommen wir zu den praktischen Sachen. Ich hab n Kilo Nudeln und ein weteres Kilo Soße. 2 Mal dei Woche gehen wir in die "City" von Ísafjörður (4 tausend Einwohner und 40 minuten Busfahr von hier, yeah) - zu dem Ort der Sehnsüchte - ihr Wisst was ich meine? Der Supermarkt. So ein Aldi, bloß gequätscht. Und mit 90 Leuten sieht es richtig überbevölkert aus. Und, ja, gestern habe ich meinen Auftritt dort verpennt. So dass ich jetzt keinen Brot und Schinken mehr habe (: ein bisschen Mitleid an dieser Stelle :) . Alleirdings ist es kein Grund zur Sorge, denn ich kann hier Essen erstans abkaufen zweitens ich kann einfach eingeladen werden, ich muss nur die Gelegenheit nützen. Und natürlich selber die Leute fleißig einladen. Nächstes Mal wenn ich Brot und Eier kauf und so, wird das bestimmt passieren.
Ich hab ganz vergessen, unseren Tages/Wochenablauf kurz zu schildern. An den "Werktagen" ist 8-9 Frühstück, dann bis 12 Sprachkurs, mit einer Kaffee Teepause. Unsere Gruppe (und wir sind in der von 4 der 4ten, der besten Gruppe der Linguisten und Wunderkunder - wobei ich zu den erstern gehöre) unterrichtet die bezaubernde Helga [´Hel'-ka] die uns unter anderem Isländisch beibringt, wie es wirklich ist. Wir ham echt original im Unterricht Youtube geschaut, mit Beamer - die anderen Gruppen denken nicht mal daran. Wir sind die Besten! Also, um 12 ist dann Mittagessen Fiska, begleitet von den in den Mikrofon eingehauchten Verkündingen unseres (der Hotels wo wir wohnen tun) Chefs 'Siggi'. Insgesamt ist alles, was in dem Esssaal passiert, das größte gesellschaftliche Ereignis hier. Das zweitgrößte sind unsere Küchen, die an jedem Stockwerk mehr oder weniger sich befinden. (unsere küche ist schön groß, keine Sorge). Aber die werden erst gegen Abernd benutzt. Nach dem Mittagessen also haben wir zwei mal die Woche "Electives" - sehr unterschiedliche Sachen von Grammatik und Vokabeln lernen bis zum Chorsingen und um die Fjörds rumrennen. Jeder kann sich eben auswählen was er mag. Man kann einfachsein eigenes Programm machen, auf alles pfeifen und einkaufen (wenn wir in der "City" sind) oder an den Strand gehen oder n Berg hochrennen. Nach all den spannenden Ereignissen versammelt sich die Gesellschaft zu einem riesen Schauspiel im Esssaal und Umgebung: jeder, aber auch wirklich jeder hat sein Laptop aufgeklappt und macht Hausaufgaben, aber doch eher Sprachpraxis - meistens unterhalten wir uns auf Englisch (an manch einem Tag fallen mir so spontan keine deutschen Wörter mehr ein) mit isländischen Sprachfetzen wie z.B. das allerseits beliebte "Sjaumst" was so viel wie wir sehen uns heißt. Oder mein Lieblingsspiel, auf Isländisch nach der Zeit fragen. In dieser Zeit werden wie gesagt, auch die Küchen benutzt, garantiert 'Fiska'-frei, dafür ganz massiv Pasta und Käsebrote. Isländisches Obst und Gemüse, abgesehen davon dass es ziemlich selten ist, ist wirklich nicht das beste, was Island zu bieten hat. Aber ich hab in meinem teil des Kühschrank auch Tomaten liegen, also nix da! Übrigens muss ich da mal alles in Ordnung bringen, weil da immer alles so gequätscht ist: 15 Leute pro Kühlschrank oder so. Zum glück haben wir unsere "Bonus"(der Ísafjörðurische Aldi)-Taschen, mit den lustigen Schweinchen drauf, jeder für sich. Ich werd die mal bei gelegenheit fotografieren. Der rest des tages vergeht immer sher, viel zu schnell und ist immer vollgestopft mit spannenden Ereignissen, über jeden von den könnt ich noch mal so n Eintrag schreiben. Genau so wie über die Tage, an den wir keine Electives haben und spannende Unternehmungen vornehmen. Und Freitag - also gestern, da war "Party" in unserem Esssaal. War schön. Wie schön, das werden die Fotos erzählen, die ich mal bei Gelegenheit hochladen werde.
Also bis dann, sjaumst :)

Nun fragt ihr euch garantiert was denn Fiska ist, wie man "Esssaal" wirklich schreibt und wann denn meine Schreibfehler aufhören. Ich warte auf eure Antworten, der Gewinner kriegt vllt. n Preis. Einsendeschluss ist...

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