Donnerstag, 26. August 2010

die Stimmung für heute..

Schau grad die Sonnenfinsternisse bis 2030 auf Wikipedia

und höre mir ein entsprechendes Lied an. Denk dabei auch an die immer weniger werdenden Tage, an den Winter, der irgendwann mal kommen wird.. Wobei es immer noch die Sonne scheint, ich glaub, da habe ich mir viel zu viel Kälte vorgestellt, es wird halt stürmisch und dunkel werden, aber es scheint so, als hätte Deutschland viel mehr Regen zu bieten als dieses Land.
Ihr könnt ja solange auf diese schöne Grafik links meditieren, ich erzähle was von Reykjavik, wie ich es gestern gesehen habe.
Ich ging raus, mit dem Gefühl, es sei alles unglaublich groß, verwirrend und schwer zu finden. Bisher kannte ich nur den Laugavegur, also die Einkaufsmeile und Fußgängerzone von Reykjavik. So etwas wie unsere Königsstraße, aber schmaler, kürzer, nicht überfüllt und vor allem - netter. Und faszinierende Anzahl von Cafes, ich glaub, wenn ich Geld verschwenden wollen würde, dann würd ich jeden Abend in so einem Cafe verbringen. Und natürlich, die bunten Häuser mit einem, zwei - höchstens 3 Stockwerken. Die ganze Stadt kommt mir vie abgesägt vor - so viel Himmel bin ich von Zuhause aus nicht gewöhnt. Und die Läden: ein extra für Schuhe, eins für Süßigkeiten, für Alkohol gibt es auch eins, Einkaufszentren hab ich bisher keine gesehen. Kein Karstadt, C&A, Kaufhof, Kaufland - all diese ekligen gläsernen überdimensionalen Gebäude, die ich von Zuhause aus kenne fehlen hier. Das ist eine Stadt, finde ich, wie sie sein soll. Mag sein, dass große deutsche Städte vor etwa 70 Jahren so ähnlich ausgesehen haben, vielleicht wird ja alles wirklich schlechter, unpersönlicher, seelenloser... Vielleicht kommt es auch auf die Länder an, oder auch auf die Größe der Städte. Als ich mal in Reutlingen war, fand ich es dort sehr gemütlich und freundlich, und von der Größe her würde es schon mit Reykjavik vergleichbar sein.
Ich lauf so am Laugavegur entlang, treff n paar bekannte Gesichter und lauf dass in 2 weitere kurze Straßen, die auch noch Fußgängerzone sind. Nach diesen Straßen kommt der Ingólfstorg. Und nun. dachte ich immer, wo ist dar Zentrum, wo ist das Parlament und alles? Stattdessen sah ich diesen kleinen Platz voll mit Motorrädern und Männern aus einer oder zeit Rockergangs. Und daneben, in friedlicher Koexistenz - Skater mit ihren langen Haaren und tüpischen Mützen. In unserem Sprachkurs gab es einen, der genau nach diesen Leuten auf der Suche war. Aber er wird sie schon finden, wenn er sie nicht schon kennt. Um den Ingólfstorg gibt es die größte Ansammlung von diesen kleinen bunten Häusern, es gab sogar eine Straße, wo es nur diese Häuser gibt. Mein Gefühl beim Anblick dieser Straße kann man mit dem Gefühl vergleichen, in einer deutchen Straße nur Fachwerk vorzufinden. Hier gibt es weder Fachwerk noch Backstein, die kleinen Häuser haben außen durchgehend Wellblech. Ich stelle mir vor, welch gewaltigen Lärm die Dinger bei den Herbststürmen machen. Ein paar von den Häusern verden an Studenten wie uns vermietet, doch in den meisten wohnen Menschen tatsächlich. Mitten in der Innenstadt. Denn, das habe ich gestern rausgefunden, diese gefühlte 5 Gassen ist die ganze Innenstadt. Wo ist denn das berühmte Regierungsgebäude? Irgendwo muss es doch einen Platz geben, mit Zaun und Flagge und so, dachte ich. Im Fernsehen sah alles so groß aus.. Und dann schließt sich der Kreis. Das Regierungsgebäude steht ganz bescheiden links von Ende des Laugavegur. Keine Polizei, kein Zaun, man kann anklopfen, vorbeikommen, n Kaffee mit dem Präsidenten trinken - es dutzen sich hier sowieso alle Menschen. Ok, ich habs nicht ausprobiert, aber es sieht echt so aus.
Achso, und wegen dem Dutzen. In England ist die "du"-Form ausgestorben. Das machte die Engländer, zumindest von der Sprache her, sehr höflich und umständlich. Auf Island ist bdas Gegenteil passiert. Hier sagt man statt "ich hätte gerne..." "ég ætla að fá ..." ('ich habe vor ... zu bekommen') und "mér langar" ('ich will/brauche') und auch im Verhalten spiegelt es sich wieder: Isländer sind sehr direkt und unhöflig. Ich hab schon Berichte gehört, dass Leute in den Clubs einfach so geschubst wurden, wenn sie im Weg standen. Ich glaube aber, es ist einfach ihre Art, nett zu sein. Und schön sind sie auch. Viele große Augen, kalte Blicke, interessante Haare.... :)

ich gehe dann mal wieder
við sjaumst

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