Die Zeit auf Island ist zu Ende. Ich danke nochmal Sabine und Jani für die Begleitung in der sehr verrückten und kurzen Zwischenzeit in Berlin.
Ich bin jetzt in Deutschland und es gibt viel zu tun. Ein neues Kapitel hat begonnen.
Dies ist der letzte Blogeintrag. Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.
weit weit weg
..in Island
Dienstag, 28. Dezember 2010
Montag, 27. Dezember 2010
Los.
Ich bin voller Gefühle. Ich kann grad nicht vernünftig denken. Ich kann anmerken, dass ich die letzten 10 Tage in einem Zusatnd außerhalb des Erklärbaren verbracht habe. In einer richtigen WG, die mehr als eine WG ist, in einem grünen Haus, wo Dinge passieren, die man sich nicht ausdenken kann. Es waren einige Reisende, die hier übernachtet haben, Aus Polen und Afrika, aus Alaska.. jeden Tag im Wandel, jeden Tag aufs neue überraschend. Und es ist mir schlagartig klar geworden, wie sehr ich mich verändert hatte. Wie sehr ich die neue Kraft bekommen habe, mich weiterhin zu verändern. Es gibe sehr viel zu erzählen, all das neue in mir, all die Gefühle, die ich zu meinen Mitbewohnern empfinde, all ihre Geschichten. Vielleicht stellt es das ganze Island davor in den Schatten, vielleicht ist es eine Brücke in die Zukunft, in die Zukunft, für die ich konkrete Pläne habe. Arbeiten, an sich arbeiten, reisen, und dann studieren. Es gibt noch viel mehr, aber es ist alles viel zu persönlich für diesen Blog. Ich habe viele Emials geschrieben gestern, und da steht eigentlich alles was in mir grad vorgeht. Ein Brief und einige Postkarten volgen morgen.
Ich möchte mich bei allen Menschen, die meinen Blog gelesen haben und so meine Reise verfolgt haben, bedanken. Und ich möchte mir auch entschuldigen, für Briefe und Emails, die ich nicht verschickt habe. Jenny, ich überlasse dir mein Island. Du kommst in 2 Wochen und du wirst leider Jónsis Konzert verpassen, aber ich sag dir, ich hab ihn gesehen, er stand neben mir, er war betrunken und ehrlich, es ist es nicht wert, ihn zu sehen. Es gibt so viele Dinge, die man hier erleben kann. Ich hoffe du wirst Kontakt zu diesen lieben Menschen finden, mit den ich jetzt viel verbinde und den ich viel zu verdanken habe. Sorry, dass meine letzten Emails eher wie zerknüllte Papierblätter als Briefe ausgesehen haben.
Ich möchte mich auch bei Elena entschuldigen. Ich hab unseren letzten Gespräch einfach abgebrichen, gerade da, wo du es nötig hattest. Ich denke wirklich an dich und ich werde mir demnächst die Zeit nehmen, um mit dir vernünftig zu reden.
Und als letztes möchte ich mich bei Sebastian entschuldigen. Es gibt keinen Grund, wieso ich dir nicht geschrieben habe, aber ich habe viel an dich gedacht. Ich hoffe du hast nicht allzu sehr auf mich gezählt. Wir werden wieder in unsérem Forum chatten, wenn ich zurückkomme, und ich habe dir vieles vieles zu berichten, was sich verändert hatte. Alle anderen, die mir wichtig sind und die nicht schon von Anfang an gegrüßt wurden. Wer meine Schneeflocke bekommen hat, und meine Email. Ihr wisst alles, was ich sagen möchte. An alle, alle, die jetzt diesen Beitrag lesen: seid nicht verwirrt. Es ist meine letzte Nacht hier auf Island und ihr könnt euch vorstellen, wie emotional so eine Nacht ist. Morgen Flug Keflavik-Berlin Berlin-Stuttgart. Es gibt grad nichts mehr zu sagen..
Im täglichen Wandel des Hauses, wo ich grad wohne, sind fast alle meine Mitbewohner und ihre Gäste weg. Ein letzter Gruß geht an meine letzte isländische Mitbewohnerin, die grad schweigend mir gegenüber sitzt und nachdenklich im Fenster nach der Wahrheit sucht. Neben ihr auf der Heizung trocknen Zitronen vor sich hin.
Ich möchte mich bei allen Menschen, die meinen Blog gelesen haben und so meine Reise verfolgt haben, bedanken. Und ich möchte mir auch entschuldigen, für Briefe und Emails, die ich nicht verschickt habe. Jenny, ich überlasse dir mein Island. Du kommst in 2 Wochen und du wirst leider Jónsis Konzert verpassen, aber ich sag dir, ich hab ihn gesehen, er stand neben mir, er war betrunken und ehrlich, es ist es nicht wert, ihn zu sehen. Es gibt so viele Dinge, die man hier erleben kann. Ich hoffe du wirst Kontakt zu diesen lieben Menschen finden, mit den ich jetzt viel verbinde und den ich viel zu verdanken habe. Sorry, dass meine letzten Emails eher wie zerknüllte Papierblätter als Briefe ausgesehen haben.
Ich möchte mich auch bei Elena entschuldigen. Ich hab unseren letzten Gespräch einfach abgebrichen, gerade da, wo du es nötig hattest. Ich denke wirklich an dich und ich werde mir demnächst die Zeit nehmen, um mit dir vernünftig zu reden.
Und als letztes möchte ich mich bei Sebastian entschuldigen. Es gibt keinen Grund, wieso ich dir nicht geschrieben habe, aber ich habe viel an dich gedacht. Ich hoffe du hast nicht allzu sehr auf mich gezählt. Wir werden wieder in unsérem Forum chatten, wenn ich zurückkomme, und ich habe dir vieles vieles zu berichten, was sich verändert hatte. Alle anderen, die mir wichtig sind und die nicht schon von Anfang an gegrüßt wurden. Wer meine Schneeflocke bekommen hat, und meine Email. Ihr wisst alles, was ich sagen möchte. An alle, alle, die jetzt diesen Beitrag lesen: seid nicht verwirrt. Es ist meine letzte Nacht hier auf Island und ihr könnt euch vorstellen, wie emotional so eine Nacht ist. Morgen Flug Keflavik-Berlin Berlin-Stuttgart. Es gibt grad nichts mehr zu sagen..
Im täglichen Wandel des Hauses, wo ich grad wohne, sind fast alle meine Mitbewohner und ihre Gäste weg. Ein letzter Gruß geht an meine letzte isländische Mitbewohnerin, die grad schweigend mir gegenüber sitzt und nachdenklich im Fenster nach der Wahrheit sucht. Neben ihr auf der Heizung trocknen Zitronen vor sich hin.
Dienstag, 14. Dezember 2010
meine lieben Leserinnen und Leser. ich hab grad n Essay geschrieben und möchte es euch präsentieren. Ich musste für einen Kurs meine Island-Erfahrung zusammenfassen. Ich dachte mal, es gehört ganz gut hier rein. Tut mir Lied wenn mein Englisch zu schlecht und tut mir noch mehr Leid wenn euer Englisch noch schlechter ist. Wie immer gilt: Wer Schreibfehler findet, darf sie behalten. Viel Spaß.
How to survive Iceland
a guide from an exchange student from the year 2010
First of all: forget most of the things you've been told about Iceland, especially when you saw it on the TV. Most of the good, but also most of the bad things. Let's talk about weather. Iceland is truly big and has a big variety of landscape and climate as well. There are places in this country where the temperature reach -40 in the winter, but you will hardly be at such places at all, I don't speak about living there. As an exchange student you will most likely stay in the capital, in Reykjavik, and you will wonder about the name of the country, because you will be lucky if you see any snow in the wintertime. While the whole Europe is suffering under temperature -15 with blizzards blocking the streets all the time, in Reykjavik the temperature never gets under -5 in winter and in summer it is +15 or +20. It is true, that the weather can change really fast, rain and clouds come out of nowhere, but the good thing about it is that the rain also disappear when you are not expecting this. And you will be surprised how much sun you will get, especially in the summertime. Anyway, don't pack too much warm clothes, be rather prepared for November-weather during 5 months of winter.
Icelandic nature. It is really true, Icelandic nature is the most worth seeing it thing in this country. You will need good shoes, a warm and (!) waterproofed jacket and many pairs of socks. Buying a good Icelandic sweater is also a good investment. It can get really windy, really cold in the mountains, near glaciers and an small islands. But please, don't mix up the countryside and Reykjavik, don't walk in the city like you are on a hiking trip, this looks ridiculous. So forget surviving Iceland, it is more like living here in this country. Don't forget sunglasses, some t-shirts and suncream for the summer - you will be surprised how good the northern sun can burn your skin, especially if it's shining the whole day. And take you swimming suit and a towel as often as possible with you. You will be surprised how many hot springs and swimming pools you will find. But back to the nature: to spend a while in Iceland and not to see any of it's true beauty is a waste of time. Colorful sulfur landscapes, geysers, fjords, glaciers, glacier rivers, waterfalls - frozen or not frozen, but always free to see, unless you have fog all around you, which happens sometimes in Iceland. There are some trees in Iceland, mostly it's small birches, but there are some forests around Reykjavik and Akureyri as well. When you travel in Iceland you will get familiar with names such as Snæfellsness, Landmannalaugar, Vik, Myvatn, Dimmuborgir, Westfjords and Vestmannaeyjar. There are no words which can describe the beauty of this places, you have to see them on your own. Just make sure you don't waste your time and money on such Icelandic offers like "whale watching" or "the golden circle". If you want to behave like a tourist go to Egypt or Spain or something. Iceland is a really wrong place for this. Of course you will find a lot of tourists paying 100€ to get on a boat and see a tail of a whale 1 km far away maybe or maybe not or to take a bath in the Blue Lagoon with hundreds other tourists while a lot of absolutely free hot springs are waiting outside in the nature.
Icelanders. I already told that Icelandic nature is incredibly unique and beautiful. And you might have heard that Icelanders are very conscious about the environment and are in love with the nature. Forget it. Icelanders are influenced by the American wasting culture, they love to drive big car leaving their engine on all the time and they are using the thermal energy to run huge aluminum smelts. The only reason why Icelandic nature seem to be so pure and untouched is that Iceland just has not enough population to destroy it, to build a lot of highways, factories and rail ways. Nevertheless, you can always drink Icelandic water (in Reykjavik you just have to ignore the sulfuric smell of the hot water, you will get used to it), to breath Icelandic air is a pure pleasure, and the lack of highways and trains will make you enjoy every kilometer of your journey around the country and see things which see most Icelanders never want to see. They live more and more in the area of Reykjavik and hardly want to go somewhere else. If you want to get to know many Icelanders, you have to make the first step. First you will find them rude and arrogant. You will make the experience that they just go away without saying something once they know that you are not from Iceland. And look very strange at you when you try to speak Icelandic with them. But then you will recognize how friendly and how helpful they can be. One Icelander just took me on a tour around Reykjavik with his car and another one just let the cinema open for me and my friends, so we had our private cinema for one night. Such things are possible, but you have to work an it. Also you have to work on learning Icelandic, because it is really hard to get out if the circle of Erasmus students. There is an Icelandic language course in summer in the West Fjords. Take it. There is another one during the semester in the university, and also one for foreigners in the "multi kulti" store on Barónsstígur. Take it, do it, and it's still not enough. Really everybody speaks here almost perfectly English and some old people who don't, speak pretty well German or Danish - the will rather wanting to explain something to you in Danish then to speak with your strange Icelandic. But the hard work pays off - Icelandic language is very old and beautiful and pure as well, although the Icelandic of the young people is polluted a lot by English words, more then I ever experienced in other languages. You should get used to such words as "næs" (nice) or "bissí" (busy). And don't worry about improving your English in this country. You will do it, no matter if you want or not.
The Student life. There is one secret about the Language Course in Núpur in the Westfjords: you don't learn any Icelandic, but you will have better English and 90 friends after it. This is where it all starts, this is where you get your Icelandic family of Erasmus students. Do it or you will regret it. By the time you are in Reykjavik you will already have so many people to spend time with, which guarantees you a really good time during your semester or two in Iceland. This is not special for Iceland, this happens everywhere with the exchange students: chaos, maybe first experiences of living alone, living with friends, special relationships between people from different countries when they know that they have to go away from each other. A lot of dramatic moments, of course, but also a lot of happiness finding true friends, because the strong experiences are binding people so strong together as it they would know each other for 20 years. And then, in winter, guys playing football in the snow and girls are knitting in the long, dark hours. And you will find out that it is impossible to walk on Laugavegur and not to meet someone you know and you can talk to. In the rare moments when this doesn't happen you just go to The Church (you will know which one - you see it everywhere in the town) and look into one of many many guesthouses where students are living: there will be always something going on. And be prepared to get to know all the German, Spanish, French and Finnish people and, of course, British people, their habits and accents. It will be a part of your normal life knowing that when a Spanish student says "I like too much" a German one, aware of the rules of the English languages, replies "this goes not!" and will ask you, what are you "sinking" about it.
Akureyri. A lovely town of 17. thousand people, the capital of the North. If you are becoming a lucky member of a university in Akureyri, don't worry: you can spend a really nice time there, the students are not that much, so it will be like a big family and you will know personally every exchange student. And there is a bigger possibility to get in touch with the Icelanders. Also Akureyrian water doesen't have this awful sulfuric taste like in Reykjavik, in Akureyri it never gets as windy as in Reykjavik and in general the weather is better: a lot of snow in winter with a bit colder temperature but also warmer summers with more sun. The buses are for free. And, hearts all over the town. Akureyri is the city of love, you should know it.
Icelandic night and day life. The most strange thing about Iceland: on one hand you are in the middle of nowhere on the other hand you feel like in the middle of the world. Icelandic bands don't go on tour around Iceland, because there is nowhere to go: 75% of the population lives on 5 km2 in and around Reykjavik. So it is very likely to see all famous Icelandic people just on the street or in the next cafe. I saw Björk ones and I saw the car of the Icelandic president twice. This does not surprise me anymore. But this is also a part of the Icelandic experience: all the concerts of the Icelandic bands in Reykjavik. The style of the Icelandic bands is not for everybody, many of them are, like my English friend says, "sigurrossy", asleep and slow music, perfectly matching to the image of Iceland. But if you want, you will find music from Iceland you like: the music scene has many unique and nice bands, just don't compare everything to Björk and Sigur Ros. And this bands can be everywhere: in clubs, in book stores, in the university, on the street and even on Hlemmur, the bus station - and half of them are for free. Don't miss the "Icelandic Airwaves", the festival where you can be sure to see the most active Icelandic bands of this time. Like I said, there is nowhere else to go and no foreign bands come to Iceland. Reykjavik just don't have any big concert halls and big discos, like we are used to see them in the rest of the Europe since the 80's. Everything in Iceland seem to be frozen in time more or less. Icelandic clubs are very special. They are small and with very concentrated energy inside. And they are always crowded on the weekends. This is a typical Icelandic party: very crowded, everything is moving and everything is very wild. (just watch 101 Reykjavik..) You get beer spilled all over you clothes, there will be a lot of broken glass under your shoes, but the experience of the Icelandic rude friendliness and taking everything easy will take over you and you will enjoy the party no matter if it's the mainstream music in Zimsen or Oliver, rock in the Bar 11, electro in Factory, alternative music in Bakkus or pure hell in Kaffibarin. Icelanders usually don't drink during the week, but they get really drunk on the weekends. So you definitely will not get bored of the nightlife in Reykjavik, just be ready that all the names I listed will not exist any more, because all the cafes and clubs are quickly moving and changing their names. About the cafes I can say that there is no cozier place to sit inside then Babalu and there is no better cake then the cheese cake in Babalu. As a proof of it you can see that people from all over the world keep sending postcards to Babalu ones they have been there. In general: Laugavegur, the main walking street in Reykjavik, is full of surprises, but you never will find a shop you want. After you spend mouths wandering where all the Icelanders get their clothes and other things you will discover the flee market at the harbour, and since then you will have at least one thing to do every weekend. And take time to find out, what's the strange places and exhibitions on the Hverfisgata are all about. Once you know it, your mind will never be the same again.
After all, you ask yourself, what to do in Iceland, as an exchange student. Basically studying, of course. I won't write much about this most important part of the life as an (exchange) student, because it is very different depending on what you study. You can have it hard or easy, exciting or boring, with essays, presentations, exams or without them. Just male sure you choose the right courses. And after a while you will understand what it means, to sit in Haskólatorg and drink Kokomjólk after you got you Kennitala and have an access to Ugla.
Grigory from Germany, 2010.
How to survive Iceland
a guide from an exchange student from the year 2010
First of all: forget most of the things you've been told about Iceland, especially when you saw it on the TV. Most of the good, but also most of the bad things. Let's talk about weather. Iceland is truly big and has a big variety of landscape and climate as well. There are places in this country where the temperature reach -40 in the winter, but you will hardly be at such places at all, I don't speak about living there. As an exchange student you will most likely stay in the capital, in Reykjavik, and you will wonder about the name of the country, because you will be lucky if you see any snow in the wintertime. While the whole Europe is suffering under temperature -15 with blizzards blocking the streets all the time, in Reykjavik the temperature never gets under -5 in winter and in summer it is +15 or +20. It is true, that the weather can change really fast, rain and clouds come out of nowhere, but the good thing about it is that the rain also disappear when you are not expecting this. And you will be surprised how much sun you will get, especially in the summertime. Anyway, don't pack too much warm clothes, be rather prepared for November-weather during 5 months of winter.
Icelandic nature. It is really true, Icelandic nature is the most worth seeing it thing in this country. You will need good shoes, a warm and (!) waterproofed jacket and many pairs of socks. Buying a good Icelandic sweater is also a good investment. It can get really windy, really cold in the mountains, near glaciers and an small islands. But please, don't mix up the countryside and Reykjavik, don't walk in the city like you are on a hiking trip, this looks ridiculous. So forget surviving Iceland, it is more like living here in this country. Don't forget sunglasses, some t-shirts and suncream for the summer - you will be surprised how good the northern sun can burn your skin, especially if it's shining the whole day. And take you swimming suit and a towel as often as possible with you. You will be surprised how many hot springs and swimming pools you will find. But back to the nature: to spend a while in Iceland and not to see any of it's true beauty is a waste of time. Colorful sulfur landscapes, geysers, fjords, glaciers, glacier rivers, waterfalls - frozen or not frozen, but always free to see, unless you have fog all around you, which happens sometimes in Iceland. There are some trees in Iceland, mostly it's small birches, but there are some forests around Reykjavik and Akureyri as well. When you travel in Iceland you will get familiar with names such as Snæfellsness, Landmannalaugar, Vik, Myvatn, Dimmuborgir, Westfjords and Vestmannaeyjar. There are no words which can describe the beauty of this places, you have to see them on your own. Just make sure you don't waste your time and money on such Icelandic offers like "whale watching" or "the golden circle". If you want to behave like a tourist go to Egypt or Spain or something. Iceland is a really wrong place for this. Of course you will find a lot of tourists paying 100€ to get on a boat and see a tail of a whale 1 km far away maybe or maybe not or to take a bath in the Blue Lagoon with hundreds other tourists while a lot of absolutely free hot springs are waiting outside in the nature.
Icelanders. I already told that Icelandic nature is incredibly unique and beautiful. And you might have heard that Icelanders are very conscious about the environment and are in love with the nature. Forget it. Icelanders are influenced by the American wasting culture, they love to drive big car leaving their engine on all the time and they are using the thermal energy to run huge aluminum smelts. The only reason why Icelandic nature seem to be so pure and untouched is that Iceland just has not enough population to destroy it, to build a lot of highways, factories and rail ways. Nevertheless, you can always drink Icelandic water (in Reykjavik you just have to ignore the sulfuric smell of the hot water, you will get used to it), to breath Icelandic air is a pure pleasure, and the lack of highways and trains will make you enjoy every kilometer of your journey around the country and see things which see most Icelanders never want to see. They live more and more in the area of Reykjavik and hardly want to go somewhere else. If you want to get to know many Icelanders, you have to make the first step. First you will find them rude and arrogant. You will make the experience that they just go away without saying something once they know that you are not from Iceland. And look very strange at you when you try to speak Icelandic with them. But then you will recognize how friendly and how helpful they can be. One Icelander just took me on a tour around Reykjavik with his car and another one just let the cinema open for me and my friends, so we had our private cinema for one night. Such things are possible, but you have to work an it. Also you have to work on learning Icelandic, because it is really hard to get out if the circle of Erasmus students. There is an Icelandic language course in summer in the West Fjords. Take it. There is another one during the semester in the university, and also one for foreigners in the "multi kulti" store on Barónsstígur. Take it, do it, and it's still not enough. Really everybody speaks here almost perfectly English and some old people who don't, speak pretty well German or Danish - the will rather wanting to explain something to you in Danish then to speak with your strange Icelandic. But the hard work pays off - Icelandic language is very old and beautiful and pure as well, although the Icelandic of the young people is polluted a lot by English words, more then I ever experienced in other languages. You should get used to such words as "næs" (nice) or "bissí" (busy). And don't worry about improving your English in this country. You will do it, no matter if you want or not.
The Student life. There is one secret about the Language Course in Núpur in the Westfjords: you don't learn any Icelandic, but you will have better English and 90 friends after it. This is where it all starts, this is where you get your Icelandic family of Erasmus students. Do it or you will regret it. By the time you are in Reykjavik you will already have so many people to spend time with, which guarantees you a really good time during your semester or two in Iceland. This is not special for Iceland, this happens everywhere with the exchange students: chaos, maybe first experiences of living alone, living with friends, special relationships between people from different countries when they know that they have to go away from each other. A lot of dramatic moments, of course, but also a lot of happiness finding true friends, because the strong experiences are binding people so strong together as it they would know each other for 20 years. And then, in winter, guys playing football in the snow and girls are knitting in the long, dark hours. And you will find out that it is impossible to walk on Laugavegur and not to meet someone you know and you can talk to. In the rare moments when this doesn't happen you just go to The Church (you will know which one - you see it everywhere in the town) and look into one of many many guesthouses where students are living: there will be always something going on. And be prepared to get to know all the German, Spanish, French and Finnish people and, of course, British people, their habits and accents. It will be a part of your normal life knowing that when a Spanish student says "I like too much" a German one, aware of the rules of the English languages, replies "this goes not!" and will ask you, what are you "sinking" about it.
Akureyri. A lovely town of 17. thousand people, the capital of the North. If you are becoming a lucky member of a university in Akureyri, don't worry: you can spend a really nice time there, the students are not that much, so it will be like a big family and you will know personally every exchange student. And there is a bigger possibility to get in touch with the Icelanders. Also Akureyrian water doesen't have this awful sulfuric taste like in Reykjavik, in Akureyri it never gets as windy as in Reykjavik and in general the weather is better: a lot of snow in winter with a bit colder temperature but also warmer summers with more sun. The buses are for free. And, hearts all over the town. Akureyri is the city of love, you should know it.
Icelandic night and day life. The most strange thing about Iceland: on one hand you are in the middle of nowhere on the other hand you feel like in the middle of the world. Icelandic bands don't go on tour around Iceland, because there is nowhere to go: 75% of the population lives on 5 km2 in and around Reykjavik. So it is very likely to see all famous Icelandic people just on the street or in the next cafe. I saw Björk ones and I saw the car of the Icelandic president twice. This does not surprise me anymore. But this is also a part of the Icelandic experience: all the concerts of the Icelandic bands in Reykjavik. The style of the Icelandic bands is not for everybody, many of them are, like my English friend says, "sigurrossy", asleep and slow music, perfectly matching to the image of Iceland. But if you want, you will find music from Iceland you like: the music scene has many unique and nice bands, just don't compare everything to Björk and Sigur Ros. And this bands can be everywhere: in clubs, in book stores, in the university, on the street and even on Hlemmur, the bus station - and half of them are for free. Don't miss the "Icelandic Airwaves", the festival where you can be sure to see the most active Icelandic bands of this time. Like I said, there is nowhere else to go and no foreign bands come to Iceland. Reykjavik just don't have any big concert halls and big discos, like we are used to see them in the rest of the Europe since the 80's. Everything in Iceland seem to be frozen in time more or less. Icelandic clubs are very special. They are small and with very concentrated energy inside. And they are always crowded on the weekends. This is a typical Icelandic party: very crowded, everything is moving and everything is very wild. (just watch 101 Reykjavik..) You get beer spilled all over you clothes, there will be a lot of broken glass under your shoes, but the experience of the Icelandic rude friendliness and taking everything easy will take over you and you will enjoy the party no matter if it's the mainstream music in Zimsen or Oliver, rock in the Bar 11, electro in Factory, alternative music in Bakkus or pure hell in Kaffibarin. Icelanders usually don't drink during the week, but they get really drunk on the weekends. So you definitely will not get bored of the nightlife in Reykjavik, just be ready that all the names I listed will not exist any more, because all the cafes and clubs are quickly moving and changing their names. About the cafes I can say that there is no cozier place to sit inside then Babalu and there is no better cake then the cheese cake in Babalu. As a proof of it you can see that people from all over the world keep sending postcards to Babalu ones they have been there. In general: Laugavegur, the main walking street in Reykjavik, is full of surprises, but you never will find a shop you want. After you spend mouths wandering where all the Icelanders get their clothes and other things you will discover the flee market at the harbour, and since then you will have at least one thing to do every weekend. And take time to find out, what's the strange places and exhibitions on the Hverfisgata are all about. Once you know it, your mind will never be the same again.
After all, you ask yourself, what to do in Iceland, as an exchange student. Basically studying, of course. I won't write much about this most important part of the life as an (exchange) student, because it is very different depending on what you study. You can have it hard or easy, exciting or boring, with essays, presentations, exams or without them. Just male sure you choose the right courses. And after a while you will understand what it means, to sit in Haskólatorg and drink Kokomjólk after you got you Kennitala and have an access to Ugla.
Grigory from Germany, 2010.
Sonntag, 12. Dezember 2010
Ísland er stórasta land í heimi!
Island ist das größte Land der Welt. Diesen (möglicherweise grammatisch unkorrekten) Satz sagte mal die Frau des isländischen Präsidenten. Nein, Island ist DIE Welt. Die Zivilisation erstreckt sich auf einem km2 des 101 Reykjavik. Der Rest der Menschheit lebt auf weiteren 5 km2: In Reykjavík, Kópavogur und Hafnarfjörður. Ab dann ist Schluss. Hunderte von km2 Wüste, Tausende von km2 Ozean. Und so müssen wir uns alle über den Weg laufen, in dieser winzigen, aber sehr hoch konzentrierten Welt. Isländische Bands gehen nicht auf Tour. Sie treten immer wieder in Reykjavik auf: in Factory, in Sodoma, in dem einen oder anderen Buchladen, auf der Straße - eigentlich überall, wo man Strom und Publikum finden kann. Und sie sind alle hier: sie leben und arbeiten um die Ecke. Es überrascht mich nicht mehr, Björk in einem Buchladen beim Konzert von "Amiina" zu sehen, später einer Musikerin von "Amiina" an der Ampel am Hlemmur, dem Busbahnhof, (20 Meter von meiner Haustür) zu begegnen, "Múm" (eine weltweit bekannte Band, deren Musik mir schon vor mehr als 5 Jahren von einer Freundin in Moskau gegeben wurde) zu sehen, als sie ganz still in der Ecke bei einer Kunstausstellung Hintergrundmusik machen, und dann, nach 5 Monaten Aufenthalt in diesem Land wird mir schlagartig klar, dass ich mit dem Gitarristen von "Útidúr" und dem Schlagzeuger von "Agent Fresco" einen Semester lang in einem Kurs saß, dass sie alle mit mir an dieser Uni Englisch studieren. Und auch wenn diese Bands nicht so der große internationale Knall sind, auch wenn sie außerhalb von Island kaum bekannt sind, in Deutschland wären solche Bands überall in den vielen Städten zerstreut, selbst wenn sie "irgendwo in Berlin" wären, Berlin ist riesig, da kann man sie verlieren und verlaufen. Ich war nur 2 Tage in Berlin, aber ich habe sieben Jahre in einer Stadt verbracht, in die das 2fache an Bevölkerung von Island rein passt, also das 4fache von Reykjavik, und nie ist mir was vergleichbares passiert. Wir sind hier wahrlich am Arsch der Welt, aber ich glaube nicht, dass irgendein anderer Ort der Erde das Gefühl geben könnte, im Mittelpunkt der Welt zu sein als diese Insel, dieses Land ohne Autobahnen, ohne Züge, ohne Wälder und nur mit einer einzigen Stadt. Und Útidúr sind wirklich wunderbar. Gestern Nacht ist es passiert. Das Erste Mal, dass mich eine isländische Band überzeugen konnte. Ich habe Útidúr gestern das dritte Mal gesehen, bei dem jetzt schon legendären Konzert in Factory, wo ein gutes Drittel des Publikums aus unserer Erasmus-Familie bestand, in der Nacht, in der ich die ersten glücklichen Gesichter sah, frei von Lernerei, teilweise betrunken und strahlend, wie noch nie. Und bald schon werden diese Gesichter erneut strahlen, diesmal werden es Tränen des Abschieds...
Freitag, 10. Dezember 2010
ich nehme mir mal die Freiheit und verlinke ein paar gute Blogs der Austauschstudenten in Island
http://stanielcay.tumblr.com/
http://antonsdottir.blogspot.com/
http://flugfiskur-iceland.blogspot.com/
http://ploetzlichwinter.blogspot.com/
http://far-far-ahe.blogspot.com/
Außerdem gibt es noch lange Blogs in Spanisch und Finnisch, aber das erspare ich euch.
Sehr bewegendes Wochenende steht bevor. Unzählige Abschiede. Und ein bisschen lernen..
http://stanielcay.tumblr.com/
http://antonsdottir.blogspot.com/
http://flugfiskur-iceland.blogspot.com/
http://ploetzlichwinter.blogspot.com/
http://far-far-ahe.blogspot.com/
Außerdem gibt es noch lange Blogs in Spanisch und Finnisch, aber das erspare ich euch.
Sehr bewegendes Wochenende steht bevor. Unzählige Abschiede. Und ein bisschen lernen..
Dienstag, 7. Dezember 2010
Es ist Freitag Abend ich bin im Húsið und das Wochenende verspricht, nichts besonderes zu sein. DJ spielt wunderbare Soulmusik zu der 3,5 Leute sehr funky moves an den Tag legen. Formationen von fliegenden Fischen, Limbotänzern und atemberaubenden Brettakrobaten entstehen vor den Augen des Betrachters, der selbst auch Teilnehmer ist, so viele Leute sind ja nicht da. In der Tür links wird diskutiert und die anarchistischen Bücher schauen gefährlich und kritisch von ihren Regalen herab. Aber eigentlich herrscht Frieden in diesem Haus. Man kann oben was kindisches zeichnen und den wagen Klavierklängen zuhören, dabei schwedische Hundebefehle lernen und mit den Hunden spielen. Ich werde bestimmt morgen nicht mehr mit Hunden spielen, denke ich mir. Wird sich noch als falsch erweisen. In der Küche/Freeshop wird es ständig abgewaschen und die bescheuertsten Kombinationen anprobiert, während in der Bücherei bei Kräutertee und einem unvergesslichen Kuchen schon Pläne geschmiedet werden, sich mit Moonshine das Wochenende zu ruinieren. Was ist Moonshine, frage ich, und als ich die Antwort erhalte, frage ich mich, ob mein Wochenende denn auch so spektakulär verlaufen könnte. Heute läuft was im Bakkus. Da wird n Keller eröffnet. Ich bin ganz aufgeregt und will dahin, bin ich im Laufe des Abends begreife, dass ich bereits in einem Keller bin und das was gerade hier passiert ist genau das, was ich erwarte. Die Bakkuspläne verschwinden nach und nach, genauso schwindet das eh schon geringe Partyvolk. Langeweile macht sich breit. In der Küche brennt kein Licht mehr, und als der letzte Teller abgewaschen wird, höre ich, dass es geplant wird, auf nen Trip in die Highlands zu gehen. Ja, ich höre sogar was von Schlafsack und Zelt und Klettern. Sind sie irre, denke ich mir.. Nein, doch Couchsurfing. Trotzdem Schlafsack, sind ja fremde Betten. Ich habe keinen Schlafsack. Aber heiße Quellen, klingt verlockend. Und Klettern ist übertrieben gesagt. Och, eigentlich gibt es kein Platz mehr im Auto..
Und einen Tag später, Punkt um 6 Uhr morgens wache ich auf in Akureyri, ich glaubt es kaum, in einem Schlafsack, bis Sonnenaufgang ist es noch richtig viel Zeit und ich habe einiges zu tun. Die erste Stunde verbringe ich mit wunderbar kitschigen isländischen Musik aus dem Radio, und als ich beim zweiten Mal Hören den Song "Jólafeeling" verinnerliche, schiebe ich mich mit meiner ganzen Faulheit aus dem Bett und beginne ein geschäftiges Treiben durch die Treppe, Gänge, Wohnzimmer und Küche des Guesthouses, den ich erst seit einer Nacht überhaupt kenne. Alle anderen schlafen. Jólafeeling. 'Meira Jólamanni í Reykjavik!', skandierten wir auf den Fahrrädern der Critical Mass. Mehr Weihnachtsmänner sollen sie in Reykjavik haben. In Akureyri sind sie da bescheidener. Die Stadt ist voller Herzen. Rote Herzen sind auf den Ampeln zu sehen, wenn sie zum Halten auffordern. Ein großes blinkendes Herz erleuchtet die andere Seite des Eyjafjörður. So ist es, meine lieben, Akureyri ist seit 2009 die Stadt der Liebe. So wollen sie der Finanzkrise entgegenwirken, die Leute glücklicher machen und die doch lächerliche Population von 17 Tausend vielleicht mal verdoppeln. Zu diesem Zweck sind auch an jeder Ecke Kindergärten, Kinderzentren und Spielplätze aus dem Boden geschossen. Und, liebe Romantiker, ist das nicht schön, 'hey, gibt mir eine Chance, wir sind doch in der Stadt der Liebe', steigert das nicht die Chancen auf ein erfolgreiches Date? Nachdem meine Spuren im Zimmer verwischt sind, denn ich bin nur halb legal dort übernachtet, und alles mit einer Hotelperfektion wieder hergerichtet ist, bin ichwie ein echter Mann auf der Jagt nach Joghurt durch diesen einsamen Sonntag in der Stadt der Liebe. Ich werde fündig, natürlich, in dem ewig-offenen 10-11, aber selbst der wirkt wie ausgestorben. Da entsteht wie aus dem nichts eine mürrische Verkäuferin, stellt sich an ihren Posten und verharrt bewegungslos, darauf wartend, dass ich die Ware endlich zur Kasse bringe. Ich lasse mir Zeit. Die Wahl eines Joghurts und einer Orange zu so einer Angelegenheit ist echt nicht einfach. Wieder an der Kasse beobachte ich die Verkäuferlady. Das mit dem Stadt der Liebe ist wohl an ihr völlig vorbei gegangen. Eine irrsinnige Weihnachtsmütze vollendet das Bild einer einsamen Ladendeko an einem Sonntagsmorgen. Ob ich der letzte Kunde war, und sie wieder in eine andere glücklichere Welt verschwunden ist, womöglich für immer? Geistert sie um die heißen Quellen im Norðurland herum und hindert die Touristen daran, sie zu erreichen? Man weiß es nicht, aber ein ähnliches Wirken haben wir später gespürt. Auf dem Rathausplatz steht ein schöner Weihnachtsbaum. Eine chinesische Touristin fotografiert ihn sorgfältig. Eine Einzelgängerin. Gemütlich in den Morgen umhüllt, fern von Lärm und dem Gedränge ihrer Heimat, endlich Freiraum, für alle Wege, für alle Gedanken.. Ich hätte sie auf einen Spaziergang am Hafen einladen müssen, denke ich mir später. Der Weihnachtsbaum ist echt größer und schöner als der in Reykjavik. So wie ich am nächsten Tag bei der wilden Per-Anhalter-Verfolgungsjagt von dem Fahrer höre, ist in dieser Stadt wohl alles besser: die Krise war wohl weniger schlimm als in der Hauptstadt, die Winter sind kälter und mit Schnee und die Sommer wärmer. Wenn sich jede Stunde dort so anfühlt wie jener Morgen, werde ich vielleicht dorthin umziehen. Am Hafen, im beginnenden Schimmern des Lichtes, stieg ich über eine Schranke an die äußerste Spitze der Küste, wo eine Hälfte von einem Boot senkrecht im Boden steckt, darin ein Sitz, und ein Regal, wo ich mit Leben gefüllte Arbeiterhandschuhe vorfinde. Ich zelebriere mein Frühstück im Boot und verfolge den Sonnenaufgang hinter den Bergen, ja, ich sehe die Sonne nicht, aber ich weiß genau, sie ist da, und es hat ja auch was, in diesem Licht ohne Schatten zu leben und im Februar wird ja die Sonne wieder kommen.
Immer noch wie verzaubert nehme ich lange Wartestunden sehr leicht hin, auch keine Telefonverbindung, jedoch Hunger zu haben, macht mir nichts aus. 20 nach dem weg gefragte Isländer und 3 Kilometer später bin ich zu unserer Zentrale vorgedrungen, wo schon das Auto, Essen und die ganzen Leute auf mich warteten. Und, ein Hund, den die Schwester von unserem Freund von den Farörer Inseln mitgebracht hat. Diesmal gab es Hundebefehle auf Isländisch, jedoch sind wir in den Genuss der neuen Sprache auf dem Weg gekommen, als die Farörer Familie: er am Steuer und sie neben ihm vorne saßen und über irgendetwas plauderten. Es mag vielleicht enttäuschend klingen, dass wir einen einzigen Ort an diesem Tag besucht haben, dazu noch einen, den ich schon gesehen habe, das fühlte sich aber völlig erfüllend an. Es war eine heiße Quelle auf dem Weg nach Myvatn, der ich das letzte Mal mit ziemlicher Angst begegnet bin und nur meine Füße darin versenkt habe. Die Quelle hatte es auch in sich. Nicht der Schwefelgeruch, den uns, Hauptstadtkindern sogar sehr heimisch vorkam, es waren die etwa 47 Grad des Wassers, die das Eintauchen doch zu einem ziemlichen Theater gemacht haben, oder - besser gesagt, Oper? Denn die Laute, die ein weibliches Mitglied unserer Gruppe von sich gegeben hat, würden jede Aufnahmeprüfung in der härtesten italienischen Musikschule bestehen. Man stelle sich diese Frau beim Kinder gebären vor... Letztendlich, mit Ach und Krach, waren wir zur Hälfte drin. Ein paar Füße, ein paar Beine, ein paar ganze Körper.. Ich kann jedenfalls mit Stolz sagen, dass ich bis zur Hälfte ins Wasser geschafft habe. Und ich habe gelernt: was sich bewegt, fühlt sich stärker an. Heißer. Oder auch kälter, wie ich am nächsten Tag noch bitterlich erleben durfte. Also, nicht bewegen, um das heiße Wasser auszuhalten! Zurück in den Kleidern, und wieder auf dem Weg, stellten wir fest, dass wir doch nicht so viel Lust darauf haben, zurück zum Auto zu laufen, denn der Weg zu der Hauptstraße war 2 Kilometer und auf dem schneeverwehtem Pfad ist unser Auto stecken geblieben, wir haben es nur mit viel Mühe zurück geschoben. Also versuchten wir unser Glück und dieses Wandererglück, das einen doch sehr schnell und spontan verlässt, war auf einmal da in Form eines Lasters, der uns auf dem Weg mitnahm, so dass wir uns richtig abenteuerlich fühlten beim Fahren unter freiem Himmel, mit unseren 5 Leuten, Gepäck und... Hund. Der lag ganz lieb an meinen Beinen, ein junger, neugieriger und sehr freundlicher, aber mittlerweile auch ein frierender, müder Hund. Wieder in unserem Auto hatte er sehr viel Platz hinten, um zu schlafen und süße Träume zu haben, vielleicht von großen braunen Farörer Schafen.
Wieder in Akureyri - ein Anruf, neuer Schlafplatz, Frauke, meiner lieben Gastgeberin für einen Tag, noch mal tschüss gesagt, die ganze im Wohnzimmer strickende, im hey die ham bei Megavideo einen Premiumaccount! und bei Rapidshare auch! frechheit. Internet Filme schauende und die Hausarbeit über den Bundesgerichtshof, sowie "Heroes Of Might And Magic" meisternde Studentengemeinschaft mit einem Blick überflogen, und wieder rein ins Abenteuer. Diesmal dauerte der Weg durch die ganze Stadt nur eine halbe Stunde, es scheint, je mehr man sich verirrt und je mehr Leute man auf dem Weg nach dem Weg fragt, desto sicherer findet man den Weg beim zweiten Mal. Bemerkenswert übrigens, dass es Isländer gibt, die kein Englisch sprechen. Einer von denen hat mir sogar auf Dänisch den Weg erklärt. Tatsächlich. Der Abend war voll von dem wunderbaren gemeinsam ja ich weiß ja ich war so faul und hab beim Kochen nicht geholfen, naja ich war vom Laufen müde und ich hab ja abgewaschen zubereitetem Abendessen und Gesprächen vom Höflich-Oberflächlichen bis ins tiefe Unterbewusstsein der Träume. Die Atmosphäre war völlig ungezwungen und gelassen, obwohl die Stimmung einer gehobenen Gesellschaft anmutete. Was vielleicht an der Körperhaltung und Redeweise unseres Gastgebers liegt, oder am Charme meiner zwei Begleiterinnen, die die ganze Reise über nie langweilig oder durchschnittlich werden ließen. Immer eine treffende Frage, immer ein spontaner Spruch auf den Lippen. Es gab auch reichlich Zeit für gemeinsames Schweigen, kein Radio, keine Zeitfüller haben uns gestört, und meine in aller Eile gebrannten CDs haben im Auto nicht funktioniert, was auch besser so war.
Von all dem hätten wir am nächsten morgen nur geträumt, denn es hat uns richtig kalt erwischt. Per Anhalter fahren, die Zweite. Bewaffnet mit einem künstlerisch hochwertigen Schild, mit einer Erdbeere sowie einer Karotte drauf und einem hässlichen, aber klugen "20 km"-Schild, begingen wir den Weg des Scheiterns, der uns von einem Kreisverkehr am Rande von Akureyri zur verhängnisvollen Kreuzung von dem Weg Nr.1 und dem Weg nach Dalvík brachte. Oh wie wir diesen Dalvík verfluchten! Oh wie wir die Geister beschworen, die diesen verdammten Dalvík niederbrennen, und übrigens noch unsere Füße wärmen, denn diese Füße haben schon nach 30 Minuten bereut, so früh aufgestanden zu haben und nicht sofort auf unseren farörischen Freund und Fahrer, der in Holar übernachte gewartet haben. Alle, wirklich alle, die Ausnahmen sind so gering, dass sie in der Statistik untergehen, alle Autos sind in eine Richtung nach Dalvík und in andere Richtung nach Akureyri gefahren. Der Weg nach Rekjavík interessiert einen Dreck die Leute in dieser Gegend, es scheint sich für sie kein Leben zu existieren außerhalb von Eyjafjörður, zumindest nicht um diese Urzeit. Ist ja schön, Wikipedia sagt, die haben in Dalvík nicht nur die größte Fischfabrik, sondern produzieren auch irgendso eine Software für Linux oder so. Aber unseren Füßen war das egal, sie standen da alleine und froren und es war kein Ende abzusehen. Nur der unsichtbare Sonnenaufgang spendete ein bisschen Trost. Und die Erinnerung an all das heiße Wasser vom vorigen Tag. Wie bereits erwähnt, Bewegung macht das heiße Wasser sich noch heißen anfühlen. Aber auch die eisige Luft noch schmerzhafter. So standen wir, alleine im Nirgendwo, umgeben von ignoranten Fahrern, all den Dalvíkarschlöchern, ja, Dalvík ist eine böse dreckige Stadt, oder haben sie etwa den Weg Nr.1 an sich gerissen, der ja um das ganze Island herum führen sollte, vielleicht führt er nicht mehr nach Reykjavík? Jedenfalls, so standen wir da und machten schon einen Anruf nach Holar, und freuten uns schon auf eine weitere Stunde Warten im Frost, als doch noch ein Wunder geschieht und wir auf das Auto zurennen wie ein Verliebter auf eine Verliebte in so einer Bahnhofsszene am Ende einer romantischen Komödie. Der Fahrer war gesprächiger als der schüchterne Krankenhausmitarbeiter von vorhin, der uns von Akureyri zuverdammt jener Kreuzung gebracht hat. Er hat uns auch von dem schönen Leben in Akureyri erzählt, von seiner Firma, von der Krise und der Stadt der Liebe und wie alles besser werden soll und sowieso besser als in Reykjavik ist und uns wurde allmählich wieder warm vor allem um die Füße, noch wärmer wurde es uns, als wir an der Kreuzung von der Ringstraße und Nr.76 unser Auto wie unser geliebtes Zuhause begrüßten. Nun war die Sehnsucht und die Freunde über das Wiedersehen mit den heißen Quellen größer als je zuvor.
Jæja, die heißen Quellen. Vielleicht war es wirklich die Rache der einsamen Verkäuferin aus dem 10-11, denn ich sage euch eins: meine Füße haben an diesem Tag keine einzige heiße Quelle berührt. Und versucht haben wir, sage ich mal, gefühlte 15 Stück.. Viele haben wir nicht mal zu Gesicht bekommen, es half auch nicht eine spezielle Karte, Buch, Navi, Google Maps, Straßennummern abwarten, Flüche, im den Steinen steckendes Auto, doch noch ein bisschen Klettern, ein toter Schaf auf dem Weg... Was wir nicht alles auf dem Weg gesehen haben, nur keine heißen Quellen. Heiße, sage ich. Es gab schon Quellen. Vereiste Wasserfälle. Auch ein Freibad, um den zu erreichen wir den Zaun fast schon auseinander nahmen, nur um zu erfahren, dass das Wasser nur eine normale Schwimmbadtemperatur hat. Oder auf die harte Tour. Eine sehr schönes, kreisförmig eingerichtetes Becken. Alles aus Holz und so. Daneben eine Vertiefung im Hügel, was aussieht wie ein antikes Bergwerk, da kann man sich umziehen. Da stand ich gerade nackt als ich das mit schon vom Tag davor bekanntes Stöhnen vernahm. Mit besorgter Stimme erzählen sie mir dann, dass das Wasser dort doch nicht so heiß war wie erwartet, etwa 23 Grad, und das bei, wir erinnern uns, -10 draußen. Unzählige Nebenstraßen, schöne Aussichten und dampfende Löcher später sind wir in dem weitesten Winkel des Landes, irgendwo bei Borgarnes auf einen guten Hotspot gestoßen. Zumindest glaube ich das. Zwischen uns war ein ziemlich mächtiger Fluss, so dass wir nicht sehen konnten, ob man in der Quelle überhaupt baden kann oder nicht. Aber, obwohl ich das nicht sah, glaube ich es trotzdem, genau so wie ich keine Sonne in Akureyri zu sehen brauche um zu wissen, dass es den Sonnenaufgang hinter den Bergen gibt. Mit dieser Philosophie versüßte ich mir den Frust aber letztendlich rettete die Stimmung die wunderbare, teure, isländische, aus Mosfellsbær Schokolaaaaade, die unsere Freund von den Farörer Inseln uns freundlicherweise probieren ließ. Oh Bifröst, oh Hvanneyri, oh alle N1-Tankestellen dieses Landes! Lange hatte ich noch den Geschmack dieser Schokolade in meinem Mund. Und was noch schöner ist, diese Nacht werde ich nicht in einem Schlafsack und auch nicht unter einer viel zu kurzen Bettdecke verbringen (an dieser Stelle Gruß an alle, die den Film "der Klub der toten Dichter" kennen), sondern in meinem Bett, unter meinem Kissen. Obwohl, wie ihr sehen könnt, dass die anderen Hauptstadtkind-Angewohnheiten auch da sind. Aber ich bin für einen guten Zweck bis 5 Uhr morgens auf geblieben. Im Sommer hatte ich dazu gesagt: "Und jetzt geht die Sonne auf". Irgendwo geht sie auf. Bestimmt. Nicht auf Grönland, wo unsere Fahrer heute Nacht noch geflogen ist, nicht in Holar, wo seine Schwester und der Hund friedlich schläft, auch nicht in den Häusern, wo die beiden anderen wunderbaren Beigleiterinnen hoffentlich schlafen, ob mit warmen oder kalten Füßen, ob mit oder ohne Schokoladengeschmack im Mund; auch nicht in Húsið, wo mein heutiger Weg auch endete, da stieg ich zum letzten mal aus diesem Auto aus und ging nach Hause, genau so, wie an jenem Freitagabend, aber doch ganz anders. Vielleicht hinter einem Berg. Wo die von Akureyris Herzen allein gelassene Frau ihre heißen Quellen geheim hält.
Und einen Tag später, Punkt um 6 Uhr morgens wache ich auf in Akureyri, ich glaubt es kaum, in einem Schlafsack, bis Sonnenaufgang ist es noch richtig viel Zeit und ich habe einiges zu tun. Die erste Stunde verbringe ich mit wunderbar kitschigen isländischen Musik aus dem Radio, und als ich beim zweiten Mal Hören den Song "Jólafeeling" verinnerliche, schiebe ich mich mit meiner ganzen Faulheit aus dem Bett und beginne ein geschäftiges Treiben durch die Treppe, Gänge, Wohnzimmer und Küche des Guesthouses, den ich erst seit einer Nacht überhaupt kenne. Alle anderen schlafen. Jólafeeling. 'Meira Jólamanni í Reykjavik!', skandierten wir auf den Fahrrädern der Critical Mass. Mehr Weihnachtsmänner sollen sie in Reykjavik haben. In Akureyri sind sie da bescheidener. Die Stadt ist voller Herzen. Rote Herzen sind auf den Ampeln zu sehen, wenn sie zum Halten auffordern. Ein großes blinkendes Herz erleuchtet die andere Seite des Eyjafjörður. So ist es, meine lieben, Akureyri ist seit 2009 die Stadt der Liebe. So wollen sie der Finanzkrise entgegenwirken, die Leute glücklicher machen und die doch lächerliche Population von 17 Tausend vielleicht mal verdoppeln. Zu diesem Zweck sind auch an jeder Ecke Kindergärten, Kinderzentren und Spielplätze aus dem Boden geschossen. Und, liebe Romantiker, ist das nicht schön, 'hey, gibt mir eine Chance, wir sind doch in der Stadt der Liebe', steigert das nicht die Chancen auf ein erfolgreiches Date? Nachdem meine Spuren im Zimmer verwischt sind, denn ich bin nur halb legal dort übernachtet, und alles mit einer Hotelperfektion wieder hergerichtet ist, bin ich
Immer noch wie verzaubert nehme ich lange Wartestunden sehr leicht hin, auch keine Telefonverbindung, jedoch Hunger zu haben, macht mir nichts aus. 20 nach dem weg gefragte Isländer und 3 Kilometer später bin ich zu unserer Zentrale vorgedrungen, wo schon das Auto, Essen und die ganzen Leute auf mich warteten. Und, ein Hund, den die Schwester von unserem Freund von den Farörer Inseln mitgebracht hat. Diesmal gab es Hundebefehle auf Isländisch, jedoch sind wir in den Genuss der neuen Sprache auf dem Weg gekommen, als die Farörer Familie: er am Steuer und sie neben ihm vorne saßen und über irgendetwas plauderten. Es mag vielleicht enttäuschend klingen, dass wir einen einzigen Ort an diesem Tag besucht haben, dazu noch einen, den ich schon gesehen habe, das fühlte sich aber völlig erfüllend an. Es war eine heiße Quelle auf dem Weg nach Myvatn, der ich das letzte Mal mit ziemlicher Angst begegnet bin und nur meine Füße darin versenkt habe. Die Quelle hatte es auch in sich. Nicht der Schwefelgeruch, den uns, Hauptstadtkindern sogar sehr heimisch vorkam, es waren die etwa 47 Grad des Wassers, die das Eintauchen doch zu einem ziemlichen Theater gemacht haben, oder - besser gesagt, Oper? Denn die Laute, die ein weibliches Mitglied unserer Gruppe von sich gegeben hat, würden jede Aufnahmeprüfung in der härtesten italienischen Musikschule bestehen. Man stelle sich diese Frau beim Kinder gebären vor... Letztendlich, mit Ach und Krach, waren wir zur Hälfte drin. Ein paar Füße, ein paar Beine, ein paar ganze Körper.. Ich kann jedenfalls mit Stolz sagen, dass ich bis zur Hälfte ins Wasser geschafft habe. Und ich habe gelernt: was sich bewegt, fühlt sich stärker an. Heißer. Oder auch kälter, wie ich am nächsten Tag noch bitterlich erleben durfte. Also, nicht bewegen, um das heiße Wasser auszuhalten! Zurück in den Kleidern, und wieder auf dem Weg, stellten wir fest, dass wir doch nicht so viel Lust darauf haben, zurück zum Auto zu laufen, denn der Weg zu der Hauptstraße war 2 Kilometer und auf dem schneeverwehtem Pfad ist unser Auto stecken geblieben, wir haben es nur mit viel Mühe zurück geschoben. Also versuchten wir unser Glück und dieses Wandererglück, das einen doch sehr schnell und spontan verlässt, war auf einmal da in Form eines Lasters, der uns auf dem Weg mitnahm, so dass wir uns richtig abenteuerlich fühlten beim Fahren unter freiem Himmel, mit unseren 5 Leuten, Gepäck und... Hund. Der lag ganz lieb an meinen Beinen, ein junger, neugieriger und sehr freundlicher, aber mittlerweile auch ein frierender, müder Hund. Wieder in unserem Auto hatte er sehr viel Platz hinten, um zu schlafen und süße Träume zu haben, vielleicht von großen braunen Farörer Schafen.
Wieder in Akureyri - ein Anruf, neuer Schlafplatz, Frauke, meiner lieben Gastgeberin für einen Tag, noch mal tschüss gesagt, die ganze im Wohnzimmer strickende, im hey die ham bei Megavideo einen Premiumaccount! und bei Rapidshare auch! frechheit. Internet Filme schauende und die Hausarbeit über den Bundesgerichtshof, sowie "Heroes Of Might And Magic" meisternde Studentengemeinschaft mit einem Blick überflogen, und wieder rein ins Abenteuer. Diesmal dauerte der Weg durch die ganze Stadt nur eine halbe Stunde, es scheint, je mehr man sich verirrt und je mehr Leute man auf dem Weg nach dem Weg fragt, desto sicherer findet man den Weg beim zweiten Mal. Bemerkenswert übrigens, dass es Isländer gibt, die kein Englisch sprechen. Einer von denen hat mir sogar auf Dänisch den Weg erklärt. Tatsächlich. Der Abend war voll von dem wunderbaren gemeinsam ja ich weiß ja ich war so faul und hab beim Kochen nicht geholfen, naja ich war vom Laufen müde und ich hab ja abgewaschen zubereitetem Abendessen und Gesprächen vom Höflich-Oberflächlichen bis ins tiefe Unterbewusstsein der Träume. Die Atmosphäre war völlig ungezwungen und gelassen, obwohl die Stimmung einer gehobenen Gesellschaft anmutete. Was vielleicht an der Körperhaltung und Redeweise unseres Gastgebers liegt, oder am Charme meiner zwei Begleiterinnen, die die ganze Reise über nie langweilig oder durchschnittlich werden ließen. Immer eine treffende Frage, immer ein spontaner Spruch auf den Lippen. Es gab auch reichlich Zeit für gemeinsames Schweigen, kein Radio, keine Zeitfüller haben uns gestört, und meine in aller Eile gebrannten CDs haben im Auto nicht funktioniert, was auch besser so war.
Von all dem hätten wir am nächsten morgen nur geträumt, denn es hat uns richtig kalt erwischt. Per Anhalter fahren, die Zweite. Bewaffnet mit einem künstlerisch hochwertigen Schild, mit einer Erdbeere sowie einer Karotte drauf und einem hässlichen, aber klugen "20 km"-Schild, begingen wir den Weg des Scheiterns, der uns von einem Kreisverkehr am Rande von Akureyri zur verhängnisvollen Kreuzung von dem Weg Nr.1 und dem Weg nach Dalvík brachte. Oh wie wir diesen Dalvík verfluchten! Oh wie wir die Geister beschworen, die diesen verdammten Dalvík niederbrennen, und übrigens noch unsere Füße wärmen, denn diese Füße haben schon nach 30 Minuten bereut, so früh aufgestanden zu haben und nicht sofort auf unseren farörischen Freund und Fahrer, der in Holar übernachte gewartet haben. Alle, wirklich alle, die Ausnahmen sind so gering, dass sie in der Statistik untergehen, alle Autos sind in eine Richtung nach Dalvík und in andere Richtung nach Akureyri gefahren. Der Weg nach Rekjavík interessiert einen Dreck die Leute in dieser Gegend, es scheint sich für sie kein Leben zu existieren außerhalb von Eyjafjörður, zumindest nicht um diese Urzeit. Ist ja schön, Wikipedia sagt, die haben in Dalvík nicht nur die größte Fischfabrik, sondern produzieren auch irgendso eine Software für Linux oder so. Aber unseren Füßen war das egal, sie standen da alleine und froren und es war kein Ende abzusehen. Nur der unsichtbare Sonnenaufgang spendete ein bisschen Trost. Und die Erinnerung an all das heiße Wasser vom vorigen Tag. Wie bereits erwähnt, Bewegung macht das heiße Wasser sich noch heißen anfühlen. Aber auch die eisige Luft noch schmerzhafter. So standen wir, alleine im Nirgendwo, umgeben von ignoranten Fahrern, all den Dalvíkarschlöchern, ja, Dalvík ist eine böse dreckige Stadt, oder haben sie etwa den Weg Nr.1 an sich gerissen, der ja um das ganze Island herum führen sollte, vielleicht führt er nicht mehr nach Reykjavík? Jedenfalls, so standen wir da und machten schon einen Anruf nach Holar, und freuten uns schon auf eine weitere Stunde Warten im Frost, als doch noch ein Wunder geschieht und wir auf das Auto zurennen wie ein Verliebter auf eine Verliebte in so einer Bahnhofsszene am Ende einer romantischen Komödie. Der Fahrer war gesprächiger als der schüchterne Krankenhausmitarbeiter von vorhin, der uns von Akureyri zu
Jæja, die heißen Quellen. Vielleicht war es wirklich die Rache der einsamen Verkäuferin aus dem 10-11, denn ich sage euch eins: meine Füße haben an diesem Tag keine einzige heiße Quelle berührt. Und versucht haben wir, sage ich mal, gefühlte 15 Stück.. Viele haben wir nicht mal zu Gesicht bekommen, es half auch nicht eine spezielle Karte, Buch, Navi, Google Maps, Straßennummern abwarten, Flüche, im den Steinen steckendes Auto, doch noch ein bisschen Klettern, ein toter Schaf auf dem Weg... Was wir nicht alles auf dem Weg gesehen haben, nur keine heißen Quellen. Heiße, sage ich. Es gab schon Quellen. Vereiste Wasserfälle. Auch ein Freibad, um den zu erreichen wir den Zaun fast schon auseinander nahmen, nur um zu erfahren, dass das Wasser nur eine normale Schwimmbadtemperatur hat. Oder auf die harte Tour. Eine sehr schönes, kreisförmig eingerichtetes Becken. Alles aus Holz und so. Daneben eine Vertiefung im Hügel, was aussieht wie ein antikes Bergwerk, da kann man sich umziehen. Da stand ich gerade nackt als ich das mit schon vom Tag davor bekanntes Stöhnen vernahm. Mit besorgter Stimme erzählen sie mir dann, dass das Wasser dort doch nicht so heiß war wie erwartet, etwa 23 Grad, und das bei, wir erinnern uns, -10 draußen. Unzählige Nebenstraßen, schöne Aussichten und dampfende Löcher später sind wir in dem weitesten Winkel des Landes, irgendwo bei Borgarnes auf einen guten Hotspot gestoßen. Zumindest glaube ich das. Zwischen uns war ein ziemlich mächtiger Fluss, so dass wir nicht sehen konnten, ob man in der Quelle überhaupt baden kann oder nicht. Aber, obwohl ich das nicht sah, glaube ich es trotzdem, genau so wie ich keine Sonne in Akureyri zu sehen brauche um zu wissen, dass es den Sonnenaufgang hinter den Bergen gibt. Mit dieser Philosophie versüßte ich mir den Frust aber letztendlich rettete die Stimmung die wunderbare, teure, isländische, aus Mosfellsbær Schokolaaaaade, die unsere Freund von den Farörer Inseln uns freundlicherweise probieren ließ. Oh Bifröst, oh Hvanneyri, oh alle N1-Tankestellen dieses Landes! Lange hatte ich noch den Geschmack dieser Schokolade in meinem Mund. Und was noch schöner ist, diese Nacht werde ich nicht in einem Schlafsack und auch nicht unter einer viel zu kurzen Bettdecke verbringen (an dieser Stelle Gruß an alle, die den Film "der Klub der toten Dichter" kennen), sondern in meinem Bett, unter meinem Kissen. Obwohl, wie ihr sehen könnt, dass die anderen Hauptstadtkind-Angewohnheiten auch da sind. Aber ich bin für einen guten Zweck bis 5 Uhr morgens auf geblieben. Im Sommer hatte ich dazu gesagt: "Und jetzt geht die Sonne auf". Irgendwo geht sie auf. Bestimmt. Nicht auf Grönland, wo unsere Fahrer heute Nacht noch geflogen ist, nicht in Holar, wo seine Schwester und der Hund friedlich schläft, auch nicht in den Häusern, wo die beiden anderen wunderbaren Beigleiterinnen hoffentlich schlafen, ob mit warmen oder kalten Füßen, ob mit oder ohne Schokoladengeschmack im Mund; auch nicht in Húsið, wo mein heutiger Weg auch endete, da stieg ich zum letzten mal aus diesem Auto aus und ging nach Hause, genau so, wie an jenem Freitagabend, aber doch ganz anders. Vielleicht hinter einem Berg. Wo die von Akureyris Herzen allein gelassene Frau ihre heißen Quellen geheim hält.
Montag, 29. November 2010
Ich habe im letzten Monat mehr klassische Konzerte besucht als wohl in meinem Ganzen Leben davor nicht. Und ich finde es wunderbar. Ich verstehe zwar immer noch nichts von dieser Musik, aber es zählt allein die Tatsache, auf dem Konzert zu sein. Dass die Tonqualität perfekt ist. Dass kein Verstärker die Musik beeinflusst. Dass alle sitzen und immer allles zu sehen ist. Dass niemand Bier trinkt und niemand schubst. Da kann man doch darüber hinweg sehen, dass ich 90% der Zeit die Musik gar nicht bemerke und mich irgendwo weit weg tagträume.
Heute zum Beispiel bei einem wunderbaren Konzert in einem Raum, der was von einer Bücherei hatte, das ganze Gebäude aber ist eher ein Theater oder so.. Jedenfalls, dieser Raum. An den Wänden Schränke mit alten Büchern (die bestimmt gut riechen) und anderen schönen Gegenständen, dezent verteilt, so dass es genug Raum für eine gute Akustik bleibt, in der Mitte steht ein Klavier und eine Sängerin lehnt sich daran und singt etwas klassisches. Da fühlt man sich doch direkt ins 19. Jahrhundert versetzt, in einer erlesenen Gesellschaft, nur dass die zuschauer keine Snobs sind und keine Menschen, denen Geschmack zu Kopf steigt und überhaupt sah ich die selben Menschen 3 Tage davor im Keller zu Drum 'n Bass auf 180 BPM abgehen. Menschen, die einfach nur genießen. Es gibt wenig Dinge, die ich auf dieser Welt weniger verstehe als Operngesang. Aber heute machte es mir irgendwie nichts aus. Und ich dachte an diese zufällige Ansammlung von Menschen, die in immer komplizierteren Mustern zusammengewachsen ist, die Menschen von Núpur und einige ihrer neuen Freunde. Jeder hat ein spezielles Talent und jeder hat seine Stunde, um es zu präsentieren. Und auch wenn manche Menschen ganz still sind und ganz klein scheinen, auf jeden Fall gibt es hier niemanden, der nicht zumindest einen Freund gefunden hat, der seinen Potential erkannt und erschlossen hat. Ich sprach ja schon von den komplizierten Mustern. In der letzten Phase angekommen, wenn jeder Mit den Examen zu kämpfen hat, ist es so wunderbar, in diese müden Gesichter zu schauen. Die letzten Partys, die letzten Tränen stehen noch bevor. Aber schon weiß man, mit wem man sie verbringen wird. 5 Monate fühlen sich an wie 20 Jahre. 20 Jahre gegen den Wind laufen, sichden Arsch die Zähen zusammen abzufrieren, unzählige Sonnen auf- und Untergänge, zusammen saufen und Kater haben, schwimmen gehen, studieren, verzweifeln, diese müden Examensgesichter!! Wenn ich diese Gesichter wieder glücklich sehe, hat dieses Glück den hunderfachen Wert. Es ist ja, wie ich immer sage, nicht die Zeit wichtig für die Freundschaft, die man zusammen verbringt, sondern die Intansität. Auf Núpurs Sofas stellte mal Anca eine Frage: "How long does it take people to become friends?". "Ten seconds" - antwortete Tom. Und wie er Recht hatte. Und dann?... Und dann??? Wir weden uns verlieren. Es kann nicht so weiter gehen. Es ist ja nur dadurch besonders, dass es so kurz ist. Sonst würde es nicht so schnell zusammenwachen. Dann kommt die Zeit, an die alten Freundschaften zu denken und sie mehr wert zu schätzen. Zu erkennen was man hat und was man braucht, man hat ja so vieles hier bekommen, für "umsonst". Aber dadurch weiß man ja auch, welch ungahnte Möglichkeiten zuhause stecken, an welchen Ecken man suchen könnte, neu entdecken, neu handeln. Es war alles richtig hier, keine zeit war verschenkt. Und nichts will ich bereuen. Nicht mal dass ich kein Isländisch gelernt habe, wo es 10 Meter von meiner Haustür einen Sprachkurs gab.
Heute zum Beispiel bei einem wunderbaren Konzert in einem Raum, der was von einer Bücherei hatte, das ganze Gebäude aber ist eher ein Theater oder so.. Jedenfalls, dieser Raum. An den Wänden Schränke mit alten Büchern (die bestimmt gut riechen) und anderen schönen Gegenständen, dezent verteilt, so dass es genug Raum für eine gute Akustik bleibt, in der Mitte steht ein Klavier und eine Sängerin lehnt sich daran und singt etwas klassisches. Da fühlt man sich doch direkt ins 19. Jahrhundert versetzt, in einer erlesenen Gesellschaft, nur dass die zuschauer keine Snobs sind und keine Menschen, denen Geschmack zu Kopf steigt und überhaupt sah ich die selben Menschen 3 Tage davor im Keller zu Drum 'n Bass auf 180 BPM abgehen. Menschen, die einfach nur genießen. Es gibt wenig Dinge, die ich auf dieser Welt weniger verstehe als Operngesang. Aber heute machte es mir irgendwie nichts aus. Und ich dachte an diese zufällige Ansammlung von Menschen, die in immer komplizierteren Mustern zusammengewachsen ist, die Menschen von Núpur und einige ihrer neuen Freunde. Jeder hat ein spezielles Talent und jeder hat seine Stunde, um es zu präsentieren. Und auch wenn manche Menschen ganz still sind und ganz klein scheinen, auf jeden Fall gibt es hier niemanden, der nicht zumindest einen Freund gefunden hat, der seinen Potential erkannt und erschlossen hat. Ich sprach ja schon von den komplizierten Mustern. In der letzten Phase angekommen, wenn jeder Mit den Examen zu kämpfen hat, ist es so wunderbar, in diese müden Gesichter zu schauen. Die letzten Partys, die letzten Tränen stehen noch bevor. Aber schon weiß man, mit wem man sie verbringen wird. 5 Monate fühlen sich an wie 20 Jahre. 20 Jahre gegen den Wind laufen, sich
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