Montag, 27. Dezember 2010

Los.

Ich bin voller Gefühle. Ich kann grad nicht vernünftig denken. Ich kann anmerken, dass ich die letzten 10 Tage in einem Zusatnd außerhalb des Erklärbaren verbracht habe. In einer richtigen WG, die mehr als eine WG ist, in einem grünen Haus, wo Dinge passieren, die man sich nicht ausdenken kann. Es waren einige Reisende, die hier übernachtet haben, Aus Polen und Afrika, aus Alaska.. jeden Tag im Wandel, jeden Tag aufs neue überraschend. Und es ist mir schlagartig klar geworden, wie sehr ich mich verändert hatte. Wie sehr ich die neue Kraft bekommen habe, mich weiterhin zu verändern. Es gibe sehr viel zu erzählen, all das neue in mir, all die Gefühle, die ich zu meinen Mitbewohnern empfinde, all ihre Geschichten. Vielleicht stellt es das ganze Island davor in den Schatten, vielleicht ist es eine Brücke in die Zukunft, in die Zukunft, für die ich konkrete Pläne habe. Arbeiten, an sich arbeiten, reisen, und dann studieren. Es gibt noch viel mehr, aber es ist alles viel zu persönlich für diesen Blog. Ich habe viele Emials geschrieben gestern, und da steht eigentlich alles was in mir grad vorgeht. Ein Brief und einige Postkarten volgen morgen.
Ich möchte mich bei allen Menschen, die meinen Blog gelesen haben und so meine Reise verfolgt haben, bedanken. Und ich möchte mir auch entschuldigen, für Briefe und Emails, die ich nicht verschickt habe. Jenny, ich überlasse dir mein Island. Du kommst in 2 Wochen und du wirst leider Jónsis Konzert verpassen, aber ich sag dir, ich hab ihn gesehen, er stand neben mir, er war betrunken und ehrlich, es ist es nicht wert, ihn zu sehen. Es gibt so viele Dinge, die man hier erleben kann. Ich hoffe du wirst Kontakt zu diesen lieben Menschen finden, mit den ich jetzt viel verbinde und den ich viel zu verdanken habe. Sorry, dass meine letzten Emails eher wie zerknüllte Papierblätter als Briefe ausgesehen haben.
Ich möchte mich auch bei Elena entschuldigen. Ich hab unseren letzten Gespräch einfach abgebrichen, gerade da, wo du es nötig hattest. Ich denke wirklich an dich und ich werde mir demnächst die Zeit nehmen, um mit dir vernünftig zu reden.
Und als letztes möchte ich mich bei Sebastian entschuldigen. Es gibt keinen Grund, wieso ich dir nicht geschrieben habe, aber ich habe viel an dich gedacht. Ich hoffe du hast nicht allzu sehr auf mich gezählt. Wir werden wieder in unsérem Forum chatten, wenn ich zurückkomme, und ich habe dir vieles vieles zu berichten, was sich verändert hatte. Alle anderen, die mir wichtig sind und die nicht schon von Anfang an gegrüßt wurden. Wer meine Schneeflocke bekommen hat, und meine Email. Ihr wisst alles, was ich sagen möchte. An alle, alle, die jetzt diesen Beitrag lesen: seid nicht verwirrt. Es ist meine letzte Nacht hier auf Island und ihr könnt euch vorstellen, wie emotional so eine Nacht ist. Morgen Flug Keflavik-Berlin Berlin-Stuttgart. Es gibt grad nichts mehr zu sagen..

Im täglichen Wandel des Hauses, wo ich grad wohne, sind fast alle meine Mitbewohner und ihre Gäste weg. Ein letzter Gruß geht an meine letzte isländische Mitbewohnerin, die grad schweigend mir gegenüber sitzt und nachdenklich im Fenster nach der Wahrheit sucht. Neben ihr auf der Heizung trocknen Zitronen vor sich hin.

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