Montag, 11. Oktober 2010

Reykjavik 101

Das Winterhalbjahr hat begonnen, es begrüßte mich mit einem ganzen Tag Sonnenschein, Spielen mit dem Sand und Wasser auf dem Strand, was mit Wasser in Muschelsand in den Socken endete.
Übrigens, ich habe mich verrechnet, was den Tag des Äquinoktium anbetrifft. Er war am 22. September, ich habe mich irgendwie in den Monaten verrechnet. Nichtdestotrotz schlien gestern die Sonne.
101 Reykjavik ist ein Buch, das genau zu mir hier und jetzt passt. Zynisch, "faktisch", direkt, aber doch sehr sensibel. Ich lag im Bett nach einem verschwendeten Tag und las über Zeitverschwendung und über das Liegen im Bett, danach Fernsehen an, Computer an, Mutter kommt rein... und das alles gespickt mit "Fakten". (suche im letzten Post nach Ähnlichkeiten)..

Ich weiß übrigens immer noch nicht genau, ob man 101 Reykjavik oder Reykjavik 101 schreiben soll, genau so wie ich immer noch nachdenken muss, wo denn bei unserer geliebter Stadt das "j" und wo das "y" sind. Tatsache ist, dass Bakkus sich auf der Tryggvagata 22 befindet und ich liiiebe diesen Straßennamen, weil er so passend unkonventionell klingt, wie die Filme, die montags abends in Bakkus gezeigt werden und überhaupt, die Tatsache, dass Bakkus auch mal nicht randvoll mit menschlichen Körpern sondern bestuhlt sein darf.

Heute Abend bin ich eingeladen. Zum Festessen angesichts der Mülltonnenplünderung. Wenn man es geschickt anstellt, kann man sich in dieser Stadt fast ausschießlich von Mülltonnen ernähren. Das Futter ist frisch und gesund und der Spaß ist unendlich. Auch wenn es sich ergeben kann, dass 100 Packungen Trockenfrüchte in deiner Wohnung stapeln. Auch berühmter Radkas Brot fand hier eine Fortsetzung. Radka hatte in Núpur so viel Brot eingekauft, dass sie bis zum Ende alles und Jeden damit beschenkte, womit man eigentlich ihr einen Geschenk machte. Ich überlege mir, ob ich die Radka nicht in eine Bäckerei umbenenne ;)
Jedenfalls, heute Abend wird gegessen. Jani, unsere Polin Italienerin natürlich Berlinerin hat das ganze hier organisiert. Ich wollte ja nach Berlin gehen. Ich wollte ja auch mal nach England gehen. Hier - kann ich das alles haben, innerhalb von einer Wohnung. Und wo immer auch das nächste Mal gekocht wird - es verspricht sich eine große Konzentration an Engländern und Belinern. Unvergesslich ist dieser Palast, wo ich vorgestern die Ehre hatte, anwesend zu sein. Es ist, man glaubt es kaum, noch größer als das Guesthouse, in dem ich den Abend davor verbrachte beim Kuchen-Essen, und Beobachten von sockenstrickenden Frauen, die seit 7 (!!) Stunden am Werk waren und auf der anderen Seite einem Tisch auf dem Balkon, wo Karten gespielt wurde und ein Engländer sich langsam und sicher ins Nirvana säufte. Dieses Guesthouse hat mir aber beigebracht, dass betrunkene Leute auch mal ganz angenehm sein können. In der Wohnung von vorgestern habe ich aber eine getroffen, die noch weniger als ich trinkt - ich fühle mich bestätigt :) Und außerdem wurde mir beigebracht, wie man Zigaretten auf 2 Arten dreht. Besonders beeindruckend finde ich das Abfackeln von dem zu vielen Papier, bis zu einer Stelle, die feucht gemacht wurde, weil man ja dreht und das Ding ableckt.

Außerdem steht es heute auf dem Plan, einen Fahrrad basteln zu gehen und, ihr glaubt es kaum, eine Klausur zu schreiben - einen "Mid-term-test" onine. So, und jetzt warten Eier, Brot und Wurst auf mich - und der Morgen ist perfekt. Ein Morgen, was vor 12 beginnt ist sowieso perfekt, genau so wie eine Nacht vor 3.

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