Freitag, 29. Oktober 2010

Seltsame Dinge passieren heute:

Ich mach so gemütlich vor mich hin Frühstück und dann krieg ich nen Anruf, direkt in mein Zimmer. Ich denke mir, hm, irgendjemand wartet auf mich an der Rezeption, ich hab einen Brief bekommen oder was? Nein. Die Frau fragt ganz freundlich, ob bei mir alles in Ordnung sei. Ich sag ja, alles bestens. Ja, der Rauchmelder sei angegangen. Sie fragt ob ich grad koche. Ich sag ja und bemerke, dass mein schöner Omlett (für die die ihn noch nicht kennen: 3 Eier, (!!)Brot, Wurst, Tomate und ein Bisschen Geduld) etwas angebrannt ist. Super, man wird schon per Telefon benachrichtigt, wenn das Essen anbrennt. Nachdem die Frau sich nochmal freundlicherweise nach meinem Wohlbefinden erkundigt hat, mache ich mal das Fenster auf und tatsächlich, nach draußen steigt eine schöne Rauchwolke. Trotzdem, oder gerade deswegen, hat der Omlett geschmeckt. Na dann, Mahlzeit.
Am Nachmittag gehe ich dann schwimmen, der Weg beträgt nur 50 Meter, 3 Höhenmeter und drei Querstraßen, eine davon mit Ampel versehen und das ist die Hverfisgata (die ich schon auf unzähligen Facebook-Fotos verewigt habe) Genau daruaf formiert sich ein Ministau voll verärgerter Isländer, weil auf Island gibt es ja keine Staus und ich denke mir, was ist los. Dann kommt von hinten ein freundlicher Beamter der Polizei auf mich zu und sagt, er habe mich gesucht. Bei mir gehen alle Warnlampen an und ich erinnere mich hastig an alle Sünden, die ich innerhalb von letzten 2 Wochen begangen habe: Ich hab zugesehen wie nachts um 2 auf ein Schaufenster mehrfach gespuckt wurde; ich hab Leute beim Konsum hochprozentiger alkoholischer Getränke und sogar cannabishaltiger Zigaretten mehrfach beobachtet; ich habe in Janis Zimmer wenig, aber sehr sichtbar Farbe von der Wand abgekratzt; ich bin unverkleidet auf einer Haloweenparty erschienen und habe dort eine Spinne gestohlen; ich habe schließlich nicht verhindert, dass in der Nähe eines Gletschers, in der freien und unbeschmutzen isländischen Natur ein Apfelrest weggeschmissen wurde. mehrfach. Der Polizist fragt mach meinem Namen. Natürlich versteht er es nicht, deswegen fragt er, wo ich wohne. Neben ihm steht ein aufgeregter isländischer Bürger, sie suchen eine Person die so aussieht wie ich, sagt er. Ja, was habe ich denn angestellt. Ich zeig auf mein Hotel 10 Meter hinter mir - ja da wohne ich. Der Polizeibeamte und der Isländer verändern sich ganz schnell im Gesicht und ohne ein Wort zu sagen verschwinden sie irgendwo Richtung Hlemmur. Ich werde wohl nie erfahren, was mein heimlicher Bruder so angestellt hat.

Ansonsten ein perfekter Tag: Uni schwänzen, essen, schwimmen, noch mehr essen (ich hab zugenommen juhu!!), diverse Verabredungen ausmachen, bissle an der Phonetik rumbasteln und schließlich ist heute Abend der Facebook-Film angesagt, mit 2 Belgiern, einer Französin und einer Deutschen, die ich aber noch nicht kenne (wiiiee?!!!) - laut Gerüchten sei sie aber ganz nett. Und dass die Sonne den ganzen Tag scheint (auch wenn er nur noch 8 Stunden dauert), überrascht wohl niemanden mehr. Ein Gruß ins verregnete Deutschland ;)

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